Was tun bei Sturzverletzungen?

von Olga B.

Mein Sohn ist dreieinhalb Jahre alt und fällt in letzter Zeit sehr oft hin, besonders wenn er läuft. Sobald er dann Blut sieht, schreit er wie am Spieß und lässt sich nicht beruhigen. Gibt es irgendwelche Tropfen oder Kügelchen zum Einnehmen für das Kind? Was ist mit Arnica D6? Wie wirkt das und kann ich ihm das geben? Im Moment bin ich recht verzweifelt,weil er so sehr weint und sich noch dazu auch keine Salbe auftragen lässt.Was kann ich tun?

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Olga,

ich kann mir gut vorstellen, dass es Ihnen zu Herzen geht, wenn Ihr Sohn sich wieder mal verletzt hat. Sie schreiben, dass er in „letzter Zeit“ beim Laufen besonders oft hinfällt. Wenn dies früher nicht der Fall war und er jetzt merklich ungeschickter ist, stellen Sie Ihren Sohn bitte sicherheitshalber beim Kinderarzt vor (nun ist ja auch bald die U8 fällig!), ob nicht behandelbare Störungen in der Motorik vorliegen. Außerdem sollte unbedingt ein Sehtest gemacht werden, denn auch ein vermindertes Sehvermögen kann zu Stürzen führen. Zur Wundversorgung: Verzichten Sie auf Salben bei offenen/ blutenden Wunden. Lassen Sie die Wunde ruhig kurz bluten oder spülen Sie Schmutz mit sauberem kalten Trinkwasser (zu Hause aus der Leitung) ab – das wirkt auch etwas schmerzlindernd. Lassen Sie die Wunde kurz trocknen. Als Trostpflaster im wahrsten Sinne des Wortes können Sie nun ein schickes Kinderpflaster aufkleben. Lassen Sie Ihren Sohn am besten selbst Pflaster mit Motiven aussuchen, die ihm besonders gut gefallen. Arnica D6 hilft gegen die Schmerzen, wirkt aber auch der Entstehung eines Blutergusses oder einer Schwellung entgegen. Bei kleineren Schrammen, z. B. am Knie, müssen Sie aber nicht unbedingt eine Tablette geben. Es entsteht bei Ihrem Sohn sonst eher noch der Eindruck, dass er sich wirklich schwer verletzt habe, wenn er jetzt noch etwas einnehmen muss. Dies gilt im Prinzip auch für die Bach-Blüten-Notfalltropfen, die ich Ihnen für schwere Fälle von „Untröstlichkeit“ nach einem Sturz empfehle. Geben Sie Ihrem Sohn die Notfalltropfen am besten in einem Glas Wasser (pro Glas 4 Tropfen, innerhalb 10 Minuten austrinken lassen, ggf. wiederholen). So wirken sie auch, aber es sieht nicht mehr wie ein Medikament aus! Hier noch ein paar Tipps zum Trösten: Bleiben Sie selbst möglichst ruhig und lassen Sie sich vom Geschrei und der Aufregung Ihres Sohnes bitte nicht anstecken! Gehen Sie zu ihm hin und halten Sie ihm die Hand hin, damit er sich beim Aufstehen festhalten kann. Pusten Sie kurz,wo es wehtut, oder singen Sie eventuell „Heile, heile Segen“ und versuchen Sie dann, Ihren Sohn für etwas anderes zu interessieren, sofern Sie nicht ohnehin ein Pflaster aufkleben (damit sind Wundversorgung und Trösten dann beendet). Je mehr Aufhebens Sie um die Verletzung machen, umso mehr Theater gibt es meist bei den Kindern! Erstens lohnt sich das Geschrei des Kindes ja und es bekommt übermäßig viel Aufmerksamkeit, zweitens kann es gerade durch zu großes „Trara“ beim Trösten dazu kommen, dass bei Ihrem Sohn der Eindruck entsteht, er müsse sich ganz schrecklich verletzt haben, wenn doch auch die Mami solch ein Aufhebens darum macht.

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihren Sohn!

Ihre Andrea Schmelz

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