Was tun, wenn Kinder nicht essen und nur noch erbrechen?

von Frau B.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Sohn (zweieinhalb Jahre) hat seit fünf Tagen mit einem hoch fieberhaften Erkältungsinfekt zu kämpfen. Der Arzt fand nichts weiter und riet uns abzuwarten, das Fieber zu senken und das Abhusten mit Acetylcystein zu unterstützen. Mein Sohn trinkt, will aber fast nichts essen. Gestern habe ich ihm Kartoffeln gegeben, die er nur auf dringliches Bitten gegessen und dann – nach einem Hustenanfall – erbrochen hat. Er riecht unangenehm acetonähnlich, ist aber sonst munter. Muss ich mir Sorgen machen? Wann sollte er wieder essen?

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau B.,

gehen Sie mit Ihrem Sohn bitte zum Kinderarzt, wenn er trotz meiner nachfolgenden Ratschläge weiterhin erbricht oder nichts isst. Der acetonähnliche Geruch (wie Äpfel) weist auf ein so genanntes ketonämisches Erbrechen hin. Durch längeres Hungern und/oder einen bestehenden Infekt kommt es zu einem labilen Blutzuckerspiegel, und die kleinen Patienten bauen Fettgewebe ab. Dabei entstehen in der Leber Stoffwechselprodukte, die zu häufigem, teils unstillbarem Erbrechen führen können. Meist haben die Kinder viel Durst, sie wollen jedoch nichts essen. Sie fühlen sich krank und haben oft auch Bauchschmerzen.Wenn die Kleinen nichts bei sich behalten können, treten nach einiger Zeit Zeichen einer Austrocknung wie z. B. trockner Mund,Weinen ohne Tränen und deutlich verminderte Urinproduktion auf. Nicht selten wiederholt sich das ketonämische Erbrechen, wenn wieder ein Infekt besteht und/oder das Kind hungert.Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Neigung dazu jedoch immer mehr ab. Erforderlich ist jetzt – trotz Durst – zunächst eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge, weil mehr als ein bis zwei Esslöffel Flüssigkeit auf einmal in der Regel erneutes Erbrechen hervorrufen. Geben Sie esslöffelweise entweder ein Präparat gegen Durchfall wie Oralpädon® in etwas Tee oder säurearmem Fruchtsaft oder den folgenden Cocktail bestehend aus einem Trinkglas voll dünnem Kräuter- oder Schwarztee, zwei Teelöffeln (Trauben-)Zucker plus je einer Messerspitze Speisesalz und Natron (= Soda). Den Geschmack können Sie mit etwas Saft verbessern. Die Flüssigkeit sollte gekühlt sein, dann wird sie nicht so schnell erbrochen. Zusätzlich können Sie das Erbrechen mit einem Medikament gegen Übelkeit behandeln, z. B.Vomex® A Sirup oder Emesan® K Zäpfchen (Dosierung nach Beipackzettel). Ansonsten kommen folgende homöopathische Mittel in Frage:

  1. Antimonium crudum D12: kein Appetit, Erbrechen nach dem Essen, Zunge dick weiß belegt
  2. Arsenicum album D12: alles wird sofort erbrochen, Anblick und Geruch von Speisen sind unerträglich, Kind blass, schwach, Kollapsneigung
  3. Ipecacuanha D12: beständige Übelkeit, teilweise führt schon der Geruch von Essen zu Erbrechen, Übelkeit/ Erbrechen nach dem Essen, beim Erbrechen Würgen und Husten, Zunge ohne Belag Geben Sie anfangs alle 15 bis 20 Minuten eine Gabe (eine Tablette oder fünf Globuli), später nach jedem Erbrechen.

Wenn Ihr Sohn Flüssigkeit gut bei sich behält und nicht mehr so stark nach Aceton riecht, können Sie vorsichtig wieder mit dem Essen anfangen. Bieten Sie je nach Vorliebe eine leichte Suppe mit Haferflocken oder Nudeln, einen Reisbrei (nicht zu dick!) mit etwas Obst oder auch Zwieback oder Knäckebrot ohne Belag an. Zunächst bitte nichts Fettes geben! Ich wünsche Ihrem Sohn gute Besserung!

Herzliche Grüße

Ihre Andrea Schmelz

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