Hilfe, mein Kind brüllt!

von Simone H.

Guten Tag, Frau Schmelz,

wenn meinem Sohn (4 Jahre) etwas nicht passt oder er sich ungerecht behandelt fühlt, wird er immer sehr lautstark. Oftmals kann ich mit ihm dann nicht mehr reden, denn sobald ich den Mund aufmache, schreit er. In seiner Wut (oder Hilflosigkeit?) fängt er auch an mich zu schlagen. Wenn ich einfach ins Bad verschwinde, wird er noch wütender, schlägt auf die Türe ein und ist völlig außer sich. Das Beste ist, wenn ich ihn nehme, in seinem Zimmer auf die Matratze setze und versuche, ihn in den Arm zu nehmen. Meist endet es dann, und er weint und hält mich fest. Manchmal sind es auch endlose Wortgefechte, wobei ich versuche mit ruhiger Stimme zu sprechen und ihn auch auffordere, normal mit mir zu sprechen. Ich sage ihm, dass seine Wut okay ist und er z.B. auf das Kissen schlagen oder in sein Zimmer gehen kann, die Türe schließen und da brüllen (klappt auch manchmal). Ich habe das Gefühl, dass er einfach meine Zuwendung will, da er seit einem halben Jahr eine Schwester hat. Er spielt sonst ohne Probleme allein und macht eigentlich alles sehr selbstständig. Wie kann mich mit seiner Brüllerei umgehen?

Besten Dank

Simone H.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau H., das Brüllen ist sicherlich der Schrei nach Zuwendung und signalisiert, dass für Ihren Sohn gerade etwas nicht in Ordnung ist. Allerdings macht Ihr Sohn das sehr ausgeprägt und oft auch aus Protest, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht. Hier können Sie verschiedene Strategien ausprobieren:

  1. Da Sie wissen, dass Ihr Sohn sich beruhigt, wenn Sie mit ihm in sein Zimmer gehen und ihn in den Arm nehmen, können Sie das so weitermachen.
  2. Besprechen Sie mit Ihrem Sohn in einem ruhigen Augenblick, was er selbst oder Sie tun könnten, damit er gar nicht erst so brüllen muss.
  3. Erklären Sie Ihrem Sohn, dass Ihnen (und auch anderen Erwachsenen) das Gebrüll zu laut ist und Sie sich deshalb zukünftig die Ohren zuhalten werden, wenn er mit dem Gebrülle anfängt. Und wenn Sie sich die Ohren zuhalten, können Sie ja gar nicht verstehen, was er Ihnen Wichtiges zu sagen hat! Wenn er möchte, dass Sie ihm zuhören, muss er normal mit Ihnen sprechen.
  4. Beginnen Sie zu flüstern, wenn Ihr Sohn brüllt. Oft stutzen die Kinder bei so einer gegensätzlichen Taktik dann und bemühen sich zuzuhören und leiser zu sein, weil sie sonst nichts verstehen.
  5. Starten Sie einen „Überraschungsangriff“ und führen Sie sich genauso auf wie Ihr Sohn.Vielleicht findet er Ihr Verhalten so doof, dass er lachen muss und aufhört zu schreien.
  6. Nehmen Sie sein Geschrei einmal auf Kassette auf und spielen Sie es ihm in einer ruhigen Minute vor. Vielleicht wird er selbst erstaunt sein, wie laut er ist! Erklären Sie, dass Sie nicht so angebrüllt werden wollen. Würde Ihr Sohn selbst es gut finden, wenn Sie ihn so anschreien?

Wenn Ihr Sohn Sie schlägt oder beißt, können Sie ihn einmal erinnern, dass er damit aufhören soll, weil er Ihnen damit wehtut. Vielleicht halten Sie zusätzlich seine Hände fest, wenn er zuschlägt, und fordern klar und deutlich: „Hör auf, mich zu schlagen!“ Macht er trotzdem weiter, sollten Sie sich „in Sicherheit“ bringen (etwa im Bad einschließen).Auch wenn er dann umso mehr brüllt und an die Tür trommelt, würde ich in diesem Fall nicht einlenken, sondern von drinnen (in Abständen) immer wieder sagen: „Wenn du dich beruhigt hast, komme ich wieder raus“ – und sonst gar nichts! So lernt er, dass er mit tätlichen Angriffen nichts erreicht. Im Gegenteil: Mami verschwindet und entzieht ihm die ganze Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist ja genau das, was er will. Wenn sein Verhalten nicht mehr zum Erfolg führt, wird er es wieder sein lassen. Sie müssen hier nur konsequent sein. 


Viel Erfolg mit meinen Tipps und herzliche Grüße

Ihre

Andrea Schmelz

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