Was tun, wenn ein Kind nicht mehr in den Kindergarten gehen mag?

von Familie Z.

Guten Tag Frau Schmelz,

unsere Tochter (3,5 Jahre) geht seit fünf Monaten an vier Tagen die Woche je vier Stunden in den Kindergarten. Bis vor einigen Wochen hat auch alles prima geklappt, sie ist gerne hingegangen und hat viel erzählt. Das ist nun nicht mehr der Fall. Jetzt fängt sie schon frühmorgens nach dem Aufwachen an zu jammern, dass sie nicht in den Kindergarten gehen möchte. 

Zu Hause ist ihr allerdings auch langweilig und sie sucht ständig jemand, der sich mit ihr beschäftigt. Ich habe die Vermutung, dass die anfängliche Begeisterung der anderen Kinder für den Neuling, unsere Tochter, stark zurückgegangen ist. Sie war die Jüngste und Kleinste, doch nun sind andere Kinder nachgekommen, die noch jünger sind und sie ist nicht mehr die Nummer 1.

Leider sagt unsere Erzieherin nichts dazu. Ein Gespräch ist nicht möglich, da die Erzieherin immer von den Kindern umringt ist und ich nicht möchte, dass unsere Tochter mithört. Sind vier Tage Kindergarten zu je vier Stunden schon zu viel für unsere Tochter? Wie sollen wir uns jetzt verhalten? Wir warten gespannt auf Ihre Rückantwort.

Mit freundlichen GrüßenFamilie Z.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Familie Z.,

ich sehe das Kindergartenproblem Ihrer Tochter ebenso wie Sie: Der Reiz des Neuen ist verflogen, sie ist nicht mehr die Nummer 1, sondern nur ein Kind unter vielen und hat festgestellt, dass das jetzt immer so ist. Deswegen würde sie lieber wieder zu Hause bleiben, wo sich stets jemand mit ihr beschäftigt. Ihre Tochter muss allerdings lernen, dass sie

nicht überall die Hauptperson sein kann – wenn nicht jetzt im Kindergarten, dann spätestens in der Schule, und dort gibt es keine Schonfristen mehr.

Ich würde mir bei der Erzieherin einen Termin für ein Gespräch geben lassen, sodass Sie die Möglichkeit haben, abseits vom Trubel des Kindergartenalltags mal in Ruhe und ohne Beisein Ihrer Tochter mit ihr zu sprechen. Das muss nach Absprache möglich sein!

Vielleicht können Sie oder die Erzieherinnen Ihrer Tochter schmackhaft machen, dass sie nun nicht mehr zu den allerjüngsten Kindern gehört, sondern schon zu den größeren und dass sie sich daher schon um die jüngeren kümmern oder ihnen etwas zeigen könnte. So gewinnt sie einen neuen Selbstwert.

Vier Tage Kindergarten pro Woche mit je vier Stunden sind absolut angemessen für ein dreieinhalbjähriges Kind. Ich rate Ihnen davon ab, aufgrund des momentanen Widerstandes Ihrer Tochter die Kindergartenzeit zu reduzieren. Ihre Tochter wird sich zunehmend mit der Situation im Kindergarten anfreunden, und das klappt umso schneller, je regelmäßiger sie hingeht.

Herzliche Grüße

Ihre
Andrea Schmelz

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