Wie lernen Kinder teilen?

von Frau T.

Meine große Tochter (zweieinhalb Jahre) ist mitunter sehr eigen mit ihren Spielsachen.Wenn ihre kleine Schwester (fast ein Jahr) an Sachen geht, die eigentlich der Großen gehören, will sie ihr das sofort abnehmen und fängt leicht an zu toben. Ich habe Schwierigkeiten, den richtigen Umgang damit zu finden. Ich versuche ihr zu erklären, dass sie doch teilen soll, da sie auch mit den Sachen der Kleinen spielt, und dass wir Erwachsene ja auch teilen. Ich habe ihr auch schon mal ihr Recht gelassen, und sie hatte dann ein Teil, das sie nicht hergeben musste und die Kleine hatte aber genauso ein Teil, an das die Große nicht durfte. Insgesamt bin ich mir aber einfach unsicher,welche Methode jetzt richtig ist. Können Sie mir weiterhelfen? Ansonsten liebt die Große ihre kleine Schwester aber sehr. Es gibt auch Situationen, in denen die beiden einträchtig miteinander spielen.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau T.,

dass Ihre zweieinhalbjährige Tochter Schwierigkeiten hat, Spielzeug mit der kleinen Schwester zu teilen, ist völlig normal. Kinder haben anfangs ein starkes Bedürfnis, etwas zu besitzen. Erlauben Sie Ihrer Großen ihren „Besitz“. Erst als zweiten Schritt dürfen Sie dann langsam auch die Entwicklung zum Teilen erwarten.Meist sind Kinder ab drei bis vier Jahren bereit, zunehmend häufiger freiwillig zu teilen, da dann ihr Einfühlungsvermögen weit genug entwickelt ist. Geschwister streiten aber häufig auch danach noch erbittert um Spielzeug, da Geschwisterrivalitäten oft am „Zankapfel“ Spielzeug ausgetragen werden. Sie sollten Ihre Große nicht zu häufig ermahnen,mit der kleinen Schwester zu teilen, da sie das momentan meist noch überfordert und die beiden ja auch schon manchmal ohne Streit zusammen spielen. Teilen lernen Kinder am besten im Umgang mit anderen Kindern, durch entsprechende Vorbilder (hier sind Sie als Eltern gefragt), jedoch nicht durch Ermahnungen. Gefährlich bei Kindern in einem Altersabstand wie bei Ihnen ist auch, dass das große Kind etwas baut, was das kleine gleich wieder zerstört. Da ist es am besten, die Große in Ruhe bauen zu lassen, wenn die kleine Schwester schläft. Ein oft gut funktionierender Trick, falls Sie einen geräumigen Laufstall haben: Lassen Sie die Große im Laufstall bauen oder basteln, dann kommt die kleine Schwester nicht an die Kunstwerke heran, kann aber von außen zusehen. Jedes Ihrer Kinder sollte etwas Spielzeug oder zumindest ein Kuscheltier haben, das allein ihm gehört und das es nicht teilen muss. Für alle anderen Spielsachen gilt jedoch, dass sie von beiden Kindern benutzt werden dürfen. Spielzeug in doppelter Ausfertigung zu kaufen, ist nicht sinnvoll, da Kinder sich problemlos auch um eines von zwei objektiv gleichen Dingen streiten können... Mein Sohn hat – wie Ihre große Tochter – früher seiner kleinen Schwester sehr häufig das Spielzeug abgenommen.Diese hat das erstaunlich oft ohne Probleme akzeptiert, obwohl sie jetzt sehr durchsetzungsstark ist.Warten Sie einfach ab,was passiert,wenn die Große der Kleinen etwas abnimmt. Es kann durchaus sein, dass die Kleine kurz weint, sich aber bald etwas anderem zuwendet. Wenn das nicht der Fall ist oder sie jedes Mal untröstlich ist, sollten Sie die Kleine mit einem anderen interessanten Spielzeug ablenken.Vielleicht kommt genau in diesem Augenblick Ihre Große und will das andere Spielzeug. Möchte die Kleine ebenfalls das neue Spielzeug,muss die Große zurückstecken und erfährt, wie enttäuschend es ist, das Gewünschte nicht zu bekommen. Ist die Kleine aber immer noch mehr am Spielzeug der Großen interessiert, kann zu aller Zufriedenheit ein Tauschhandel stattfinden.

Ich hoffe, meine Tipps entschärfen das Problem des Teilens!

Ihre Andrea Schmelz

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