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Welches Gewicht ist bei Kindern normal?

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Welches Gewicht ist bei Kindern normal?

» Normalgewicht bei Kindern

Gewicht Kind

Eltern von sehr schlanken Babys und Kleinkindern fragen sich besorgt: „Ist mein Kind zu schmächtig?“ Bei kleinen Wonneproppen hingegen beschleicht Eltern schnell die Angst vor lebenslangem Übergewicht. Aber wie viel Gewicht ist bei Kindern zu viel? Wann haben Kinder Übergewicht? Dieser Beitrag verrät Ihnen, welches Gewicht bei Kindern normal ist.

Bei Kindern lässt sich das Normalgewicht nicht pauschal durch eine Formel errechnen. Während der Wachstumsschübe ändern sich die Proportionen sowie das Verhältnis von Körpergewicht und Körpergröße ständig. Das Längen- und Breitenwachstum erfolgt nicht linear und auch nicht bei jedem Kind gleich. So kann aus einem pummeligen Baby oder Kleinkind durchaus ein schlankes Kindergarten- oder Schulkind werden. Der typische Babyspeck sollte sich im zweiten bis dritten Lebensjahr verlieren

Der BMI (Body-Mass-Index) verrät, welches Gewicht bei Kindern normal ist

In die Beurteilung, ob ein Kind unter-, über- oder normalgewichtig ist, fließen verschiedene Faktoren ein:

  • Körpergewicht
  • Körpergröße
  • Alter
  • Geschlecht

Als verlässlichste Formel zur Beurteilung des Gewichtes gilt derzeit der BMI, der den Fettanteil des Körpers im Vergleichzur fettfreien Körpermasse angibt. Er errechnet sich aus demKörpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße inMetern zum Quadrat.

So berechnen Sie den BMI Ihres Kindes

Einfachste Formel: Körpergewicht in Kilogramm (kg) : Körpergröße inMetern (m) : Körpergröße in m = BMI

Beispiel: Ein 3-jähriges Mädchen ist 92 cm groß und wiegt 13 kg. Rechnung: 13 kg : 0,92 m : 0,92 m = 15,36 Das Kind hat einen gerundeten BMI von 15,4 und ist, wie die BMI-Tabelle auf Seite 9 und die Abbildung oben zeigen, somit normalgewichtig (BMI zwischen 13,9 und 17,6).

Die üblichen BMI-Tabellen gelten für Personen ab 18 Jahren. Danach gilt man als übergewichtig, wenn der BMI größer als 25 ist, und als adipös (fettsüchtig), wenn der BMI über 30 liegt. Für Kinder und Jugendliche gelten jedoch eigene Werte (siehe Tabelle). Bei ihnen verändert sich der normale Körperfettanteil ständig, je nach Alter und Geschlecht.

Mein Tipp

Wenn Sie sich das Rechnen sparen wollen, können Sie Geschlecht, Alter, Körpergröße und -gewicht Ihres Kindes unter www.mybmi.de eingeben. Sie bekommen dort sofort den aktuellen BMI angezeigt sowie eine Risikoberechnung, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht (angegeben als P90) im Alter von 18 Jahren ist. Sie können das Ergebnis speichern durch Drücken des Buttons „Auswertung speichern“. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, weitere Messwerte (frühere oder auch später erhobene) einzugeben und die Entwicklung Ihres Kindes hinsichtlich BMI, Körpergröße und Körpergewicht zu verfolgen. Je mehr Messungen erfasst werden, desto genauer kann die Entwicklung Ihres Kindes beurteilt werden. 

So verstehen Sie die Perzentilenkurven im gelben Untersuchungsheft

Wie beim BMI für Erwachsene gibt es auch für die BMI Werte bei Kindern eine gewisse Streuungsbreite, was Körpergröße und -gewicht angeht. Daher hat man Normwertkurven– so genannte Perzentilenkurven – für Körpergewichtund Körpergröße (wie im gelben Untersuchungsheft auf den letzten Seiten) sowie für den BMI entwickelt (siehe Abbildung oben). Damit werden die erhobenen Messwerte in eine Verteilung von 100 gleich großen Teilen zerlegt. Wird z. B. das Körpergewicht eines Kindes als Perzentile ausgedrückt, bedeutet dies, dass sein Gewicht in Bezug auf das Körpergewicht seiner Altersgenossen angegeben wird. Ein Körpergewicht auf der 50. Perzentile (diese Kurve wird als P50 im gelben Untersuchungsheft bezeichnet) sagt aus, dass 50 Prozent der Kinder gleichen Alters und gleichenGeschlechts leichter oder maximal genauso schwer wiedas betreffende Kind sind, während die restlichen 50 Prozent schwerer sind. Das Gewicht entspricht damit dem durchschnittlichen Körpergewicht. Hier weitere häufig angegebene Perzentilen:

  • P3 (3. Perzentile): Liegen Körpergewicht oder BMI eines Kindes auf der 3. Perzentile, sind 97 Prozent aller Altersgenossen schwerer, es besteht also erhebliches Untergewicht. Liegt die Körpergröße auf der 3. Perzentile, sind 97 Prozent aller Altersgenossen größer. Es besteht somit eine Wachstumsverzögerung bzw. ein Minderwuchs.
  • P10 (10. Perzentile): Liegen Körpergewicht oder BMI eines Kindes auf der 10. Perzentile, sind 90 Prozent aller Altersgenossen schwerer. Das Kind ist untergewichtig. Bei einer Körpergröße auf der 10. Perzentile sind 90 Prozent aller Altersgenossen größer, das Kind ist also relativ klein.
  • P25 (25. Perzentile): Bei Werten auf der 25. Perzentile sind 75 Prozent aller Altersgenossen schwerer (bezogen auf Körpergewicht oder BMI) bzw. größer (bezogen auf die Körpergröße). Das Kind ist damit eher leicht bzw. eher klein, aber trotzdem völlig normal entwickelt. P75 (75. Perzentile): Bei Werten auf der 75. Perzentile sind 75 Prozent aller Altersgenossen leichter (bezogen auf Körpergewicht oder BMI) bzw. kleiner (bezogen auf die Körpergröße). Das Kind ist somit eher kräftig bzw. eher groß, aber normal entwickelt.
  • P90 (90. Perzentile): Liegen Körpergewicht oder BMI eines Kindes auf der 90. Perzentile, sind 90 Prozent aller Altersgenossen leichter. Das Kind ist übergewichtig. Bei einer Körpergröße auf der 90. Perzentile sind 90 Prozent aller Altersgenossen kleiner, das Kind ist also relativ groß.
  • P97 (97. Perzentile): Liegen Körpergewicht oder BMI eines Kindes auf der 97. Perzentile, sind 97 Prozent aller Altersgenossen leichter. Das Kind ist adipös (fettsüchtig). Bei einer Körpergröße auf der 97. Perzentile sind 97 Prozent aller Altersgenossen kleiner, es besteht ein Hochwuchs.

Die Perzentilenkurve zeigt den Entwicklungstrend an

Auch wenn den meisten Eltern die Aufzeichnung von Körpergewicht und -größe sowie BMI in Perzentilenkurven erst mal ein „Buch mit sieben Siegeln“ ist, zeigt sich deren Vorteil, sobald Abweichungen von der Norm auftreten. Ihr Kindwird jedes Mal gemessen und gewogen, wenn Sie zum Kinderarzt gehen. Größe und Gewicht werden in die Kurve imgelben Untersuchungsheft eingetragen. So kann der Kinderarzt beurteilen, ob sich Ihr Kindnormal entwickelt. Hier ein Beispiel: Ihr Baby war bei der Geburt durchschnittlich groß und durchschnittlich schwer (Körpergröße sowie -gewicht auf der 50. Perzentile). Sie stillen es voll, und es entwickelt sich in den folgenden Monaten wie erwartet: Seine Messwerte für Größe und Gewicht liegen weiterhin auf der 50. Perzentile. Als Sie mit der Beikost beginnen, beginnt es von seiner Wachstumskurve abzufallen und liegt zunächst noch auf der 25. Perzentile, später gar nur noch auf der 10. Perzentile. Jetzt besteht der dringende Verdacht aufeine Gedeihstörung, und Ihr Kinderarzt wird intensiv nach der Ursache dafür suchen. Im vorliegenden Beispiel könnte beispielsweise eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) vorliegen. Das Baby nimmt nicht mehr richtig zu, sobald es mit der Beikost glutenhaltiges Getreide bekommt. Für Gedeihstörungen ist typisch, dass zunächst die Gewichtszunahme ausbleibt. Erst später verlangsamt sich auch das Wachstum. Die Perzentilenkurve zeigt jedoch auch an, wenn Ihr Kind zu schnell zunimmt. Es ist beispielsweise normal, wenn Babys, die relativ groß und schwer auf die Welt gekommen sind (Körpergröße sowie -gewicht auf der 75. Perzentile), im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung mit Körpergröße und -gewicht auf der 75. Perzentile bleiben. Hellhörig sollten Sie jedoch werden, wenn bei den folgenden Messungen das Körpergewicht immer schneller zunimmt und Ihr Kind immer näher an oder gar über die 90. Perzentile rutscht.

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Wichtig!

Auch wenn Ihr Kind zu schnell zunimmt und die Gefahr von Übergewicht droht, sind Diäten im Kindesaltertabu. Natürlich sollten Sie dann mehr Obst und Gemüse sowie weniger fett- und zuckerhaltige Speisen anbieten, doch sollte Ihr Kind keinesfalls hungern! 

Behalten Sie das Gewicht Ihres Kindes im Blick

 Beobachten Sie Ihr Kind regelmäßig, um festzustellen, obes eventuell Über- oder Untergewicht hat. Dabei helfen Ihnen

  1. der optische Eindruck,
  2. der Vergleich mit anderen Kindern, die genauso großsind, und
  3. die regelmäßige wöchentliche oder 14-tägige Kontrolle des Gewichts sowie gelegentliches Messen der Körpergröße.

Notieren Sie sich die Messwerte und nehmen Sie diese Notizen mit zum Kinderarzt. Momentaufnahmen – das heißt ein- oder zweimaliges Wiegen und Messen – geben keine verlässlichen Auskünfte, ob Ihr Kind zu dick oder zu dünn ist. Die Messungen müssen über mindestens sechs Monate durchgeführt werden, um kurzfristige Entwicklungsschübe nicht überzubewerten. Der Arzt kann die Messwerte dann in die Perzentilenkurve für Körpergröße und -gewicht eintragen.

 

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