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Junge liegt in seinem Bett und kann nicht einschlafen
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So bekämpfen Sie Schlafstörungen bei Ihrem Kind

Ständig müde

Jedes vierte bis fünfte Grundschulkind hat Probleme beim Einoder Durchschlafen. Das ist für entspanntes schulisches Lernen natürlich nicht gut. Gehört Ihr Kind auch dazu? Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag ein paar Anhaltspunkte geben, wie Sie verhindern können, dass sich daraus chronische Schlafstörungen entwickeln. 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

Hat Ihr Kind eine schlechte Phase oder echte Schlafstörungen?

Das kennen alle Eltern: Am Tag vor der großen Geburtstagsparty oder während einer Hitzeperiode ist an frühes Einschlafen nur schwer zu denken. Von einer echten Schlafstörung ist dann auszugehen, wenn ein Kind mehr als einen Monat lang in drei oder mehr Nächten pro Woche weniger als zehn Stunden schläft, tagsüber müde und antriebslos ist und sich schlecht konzentrieren kann.

Mein Tipp! Ein interessantes Ergebnis der Kölner Kinderschlafstudie von 2007, die gemeinsam von der Kinderklinik Porz sowie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Köln durchgeführt wurde, ist, dass viele Eltern von den Schlafproblemen ihrer Kinder nichts mitbekommen. Fragen Sie Ihr Kind deshalb regelmäßig, wie seine Nacht war, wie es in den Schlaf gefunden und ob es etwas geträumt hat.

Mögliche Gründe für die Schlafprobleme Ihres Kindes

1. Licht und Lärm

Die helle Straßenlaterne, die dem jüngeren Bruder Sicherheit gibt, kann Ihr größeres Kind am Einschlafen hindern. Möglicherweise fühlt es sich aber auch unwohl, weil es im Zimmer zu dunkel ist. Teenagergeschwister, die abends noch Musik hören, der Bus, der abends vorbeifährt, oder ähnliche Geräusche sollten in ihrer Bedeutung für das Schlafverhalten ebenfalls nicht unterschätzt werden.

2. Fernsehen vor dem Schlafengehen

In vielen Familien gehört es zum liebgewonnenen Ritual, nach dem Abendessen vor dem Fernseher zu sitzen. Grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie Ihrem Kind täglich eine Folge seiner Lieblingsserie erlauben. Unterschätzen Sie aber nicht die Auswirkungen auf Ihr äußerlich scheinbar ruhiges Kind. Es braucht etwa 60 Minuten, um wieder in den Normalmodus „herunterzufahren“.

3. Action am Nachmittag

Nach den Hausaufgaben sofort zum Fußballtraining, anschließend noch schnell einkaufen, zu Hause warten die Nachbarn zum gemeinsamen Grillen, und vor dem Schlafengehen steht noch der Lesevertrag an. Vielleicht häufen sich bei Ihnen in letzter Zeit solche vollgepackten Tage, die es Ihrem Kind schwer machen, abends problemlos zur Ruhe zu kommen?

4. Nachtschreck oder Alpträume

Etwa 30 % der Kinder bis zehn Jahre haben in der zweiten Nachthälfte Alpträume. Vom Nachtschreck, bei dem die Kinder mit einem Panikschrei aufwachen und kurzzeitig orientierungslos sind, wissen sie nach dem Aufwachen nichts mehr.

5. Pausenhofstreitereien

Möglicherweise erlebt Ihr Kind in der Schule momentan unschöne Dinge, die es belasten. Vielleicht fällt es ihm deshalb schwer, schnell einzuschlafen, oder es wünscht sich, die Nacht bei Ihnen im Bett zu verbringen.

6. Schlafapnoe

Schnarcht Ihr Kind sehr laut? Dann beobachten Sie es ein paar Nächte lang genau: Vielleicht hat es längere Atempausen (Atemaussetzer)? Dann sollten Sie schleunigst einen Arzt aufsuchen.

7. Schlafwandeln

Diese Schlafstörung tritt vor allem im Alter von vier bis acht Jahren auf. Betroffene Kinder sitzen dann aufrecht im Bett oder stehen auf und geistern in der Wohnung umher.

Was können Sie tun, damit die Nächte wieder ruhiger werden?

Die Schlafstörungen Ihres Kindes beeinträchtigen unweigerlich auch das Schlafverhalten seiner Geschwister und Ihr eigenes. Deshalb ist bestimmt der ganzen Familie daran gelegen, wieder einen regelmäßigen Nachtrhythmus zu etablieren.

1. Schlafumgebung kontrollieren

Lüften Sie am besten vor dem Schlafengehen noch mal gut durch! Lassen Sie Ihr Kind außerdem testen, ob es bei offener oder geschlossener Zimmertür besser schlafen kann und ob es ein zusätzliches Nachtlicht braucht. Vielleicht darf Ihr Kind in einem Matratzenstudio auch einmal verschieden harte Matratzen probeliegen?

2. Glotze aus

Schlafforschern zufolge ist die Tiefschlafphase fernsehschauender Kinder in der ersten Nachthälfte sehr unruhig, weil Gehirn, Herz, Lunge und Gefäßsystem auf Hochtouren laufen, anstatt sich zu erholen. Untersagen Sie (zumindest unter der Woche) deshalb nach 18 Uhr das Fernsehen und nach Möglichkeit auch den Gebrauch von Spielekonsolen.

3. Liebgewonnenes Ritual

Gestalten Sie jeden Abend im Großen und Ganzen gleich. Vielleicht hilft es Ihrem Kind, schneller zu entspannen, wenn Sie eines von diesen Hausmittelchen in Ihr Abendritual integrieren:

  • ein Glas heiße Milch mit Honig?
  • eine CD mit Meeresrauschen?
  • Schüßler-Salz Nr. 7, in heißem Wasser aufgelöst zum Trinken?
  • Sandelholz-Tinktur in einer Duftlampe?

4. Hilfe beim Experten holen

Schläft Ihr Kind weiterhin schlecht, sollten Sie unbedingt Ihren Kinderarzt aufsuchen. Jetzt geht es darum, gemeinsam herauszufinden, ob körperliche oder psychische Ursachen hinter der gestörten Nachtruhe Ihres Kindes stecken.

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