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Erziehungsregeln

Erziehungsregeln erleichtern die Kindererziehung

Erziehungsregeln

Klare Regeln und Grenzen in der Erziehung sind wichtig und machen den Familienalltag leichter. Und trotzdem dürfen – und sollen – Sie manchmal die eine oder andere Erziehungsregel über den Haufen werfen. Wie Sie Regeln bei Ihrem Kind durchsetzen und wann Sie besser eine Ausnahme machen, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Expertenrat von 

Erziehungsregeln: Kurze, knappe Anweisungen wirken am besten

Damit Ihr Kind wirklich versteht, was Sie von ihm wollen, sollten Sie ganz klar formulieren, was Sie von ihm erwarten. Wenn Sie am Morgen erreichen wollen, dass sich Ihr Kind anzieht, wirkt ein „Zieh dir das Unterhemd und die Unterhose an“ wesentlich besser als ein „Nun trödel doch nicht so!“. Schimpfen Sie nicht „Wie sieht es denn hier schon wieder aus!“, wenn Ihr Kind aufräumen soll. Geben Sie ihm besser ganz konkret den Auftrag „Bitte räum die Lego-Steine in die Kiste“. Sprechen Sie mit ruhiger, fester Stimme. Gehen Sie vielleicht auch in die Hocke, um auf Augenhöhe mit Ihrem Kind zu sein. Wenn Sie Blickkontakt halten und es vielleicht zusätzlich an der Schulter berühren, können Sie sicher sein, dass Ihre Anweisung auch bei Ihrem Kind angekommen ist. Bitte vermeiden Sie viele Worte und lange Erklärungen. Das verwirrt Kinder eher. Kinder verstehen kurze, knappe Anweisungen am besten. Um sicherzugehen, dass Ihr Kind zugehört und Sie auch verstanden hat, können Sie es bitten, Ihre Anweisung mit eigenen Worten noch einmal zu wiederholen: „Also, was sollst du tun?“

Mein Erziehungstipp 
Falls Ihr Kind nicht reagiert oder – bei älteren Kindern – zu diskutieren beginnt, können Sie „kaputte Schallplatte“ spielen. Sie wiederholen Ihre Anweisung mit ruhiger fester Stimme und genau dem gleichen Wortlaut bis zu dreimal, ohne auf eine eventuelle Widerrede Ihres Kindes einzugehen. Dann jedoch müssen den Worten Taten folgen.

Wie reagieren Eltern am besten bei Verstößen gegen Erziehungsregeln?

Wenn Ihr Kind wiederholt gegen eine Erziehungsregel verstößt, ist es Zeit für eine logische Konsequenz. Das heißt, Ihre Reaktion sollte in einem klaren, möglichst unmittelbaren Zusammenhang mit dem Fehlverhalten Ihres Kindes stehen. Läuft Ihr Kleinkind beispielsweise an der Straße weg, muss es in den Buggy. Bevor Sie eine logische Konsequenz einsetzen, sollten Sie sie rechtzeitig ankündigen. Dann weiß Ihr Kind, womit es rechnen muss, und hat noch die Möglichkeit, sich kooperativ zu verhalten. Ganz wichtig: Sie sollten keine Konsequenzen ankündigen, die Sie später nicht wirklich einhalten können. Verzichten Sie also auf Drohungen wie „Dann nehme ich dich nie mehr mit“ oder „Dann lasse ich dich nächstens zuhause“. Ihr Kind merkt sehr schnell, ob Sie wirklich ernst machen (können), und wird sich von solchen Drohungen nicht mehr beeindrucken lassen. Natürlich hat es seinen Preis, konsequent zu sein. Vielleicht wird Ihr Kind schreien, kämpfen oder sich wütend auf den Boden werfen. Bleiben Sie dann möglichst ruhig und freundlich im Ton, aber in der Sache konsequent. Wenn Ihr Kind z. B. tobend am Boden liegt, können Sie es in diesem Augenblick mit Erklärungen nicht erreichen. Reden Sie dann also bitte nicht auf Ihr Kind ein! Verlassen Sie vielleicht kurz den Raum und kommen Sie alle ein bis zwei Minuten zurück, um Ihrem Kind ein Friedensangebot zu machen. Wenn es sich beruhigt hat, wird es dieses dankbar annehmen. Es gibt besonders willensstarke Kinder, die hartnäckig austesten, wie weit sie gehen können. Sie sind eine echte Herausforderung für ihre Eltern. Doch gerade diese Kinder brauchen eine klare Linie. Bei ihnen dauert es meist länger, bis sie eine Regel akzeptiert haben. Nicht selten müssen sie eine Lernerfahrung fünf- bis zehnmal machen, bis die Regel akzeptiert ist. Hier gilt die Devise: Nicht zu früh aufgeben!

Erziehung: Ausnahmen bestätigen die (Erziehungs-)Regel

Eltern sind keine „Erziehungsroboter“, die immer alles 150-prozentig im Griff haben müssen. Auch Spontaneität gehört zur Erziehung dazu! Sie dürfen Ausnahmen machen und Regeln über den Haufen werfen, wenn Sie Folgendes beachten:

  • Machen Sie Ausnahmen erst dann, wenn Ihr Kind sich an die Regel halten kann.
  • Sagen Sie klar, dass es sich um eine Ausnahme handelt. Es muss auch nicht immer eine logische Begründung für die Ausnahme geben. Vielleicht gibt es eine Ausnahme, „weil heute Mittwoch ist“ oder „weil die Sonne scheint“. Sie können dann augenzwinkernd hinterherschicken: „Das gibt es jetzt aber nicht jedes Mal, wenn die Sonne scheint!“
  • Ausnahmen sollten wirklich Ausnahmen bleiben. Gehen Sie deshalb sparsam damit um. Bevor es zu viele Ausnahmen gibt, sollten Sie lieber die Regel abschaffen, die ständig außer Kraft gesetzt wird. Dann ist es sinnvoller, wenn Sie von Fall zu Fall entscheiden und Ihr Kind lernt, dass Sie manchmal Ja und manchmal Nein sagen – aber das gilt dann auch!
  • Hören Sie auf Ihren Bauch! Fragen Sie sich selbst vor einer Ausnahme: Erlaube ich das, weil ich meine Ruhe haben oder mein schlechtes Gewissen beruhigen will? Oder möchte ich meinem Kind einfach nur eine Freude machen – und zwar ohne jede Gegenleistung?
  • Bei manchen Regeln darf es keine Ausnahmen geben. Immer dann, wenn es um die Sicherheit Ihres Kindes (z. B. an der Hand gehen beim Überqueren der Straße, im Autositz angegurtet bleiben) oder um Rücksicht auf andere geht (anderen nicht wehtun oder etwas wegnehmen), sollten Sie ganz konsequent bleiben.
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