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Kind ist überfordert

So überfordern Sie Ihr Kind nicht

Erziehungstipps zur Kinderförderung

Auch wenn die Förderung Ihres Kindes wichtig ist: Kinder brauchen Muße – und gelassene Eltern, die Zeit zum Trödeln und Träumen zulassen. Denn das Kind zu fördern ist schön und gut, nur sollte man das Kind dabei nicht überfordern. 

Expertenrat von 

In unserer Gesellschaft sind Leistung, Effizienz und Erfolg gefragt. Deshalb versuchen Eltern – zu Recht –, ihr Kind frühzeitig zu fördern, um ihm für später alle Chancen zu eröffnen. Doch wenn die Kleinen mit ihren Eltern zwischen Schwimmkurs, musikalischer Früherziehung und Malkurs pendeln, kann man es mit zu viel Förderung sehr schnell überfordern.

Ein ausgeglichenes Kind ist das Wichtigste, denn mit zu viel Förderung überfordern Sie Ihr Kind nur

Ihr Kind ist wissbegierig und will die Welt entdecken, deshalb ist es auch an Neuem so interessiert. Bei aller Förderung, die ihm verschiedene Angebote bieten, sollte es aber auch eine unbeschwerte Kindheit erleben dürfen. Ein Zuviel an Förderung bringt Ihrem Kind nichts – denken Sie nur an das afrikanische Sprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Außerdem könnte dadurch ein übertriebener Ehrgeiz entstehen, sodass Ihr Kind nicht mehr mit sich zufrieden ist und es nie „gut genug“ sein kann. Orientieren Sie sich mit allen Förderangeboten daran, ob Ihr Kind Spaß hat und gerne hingeht. Beobachten Sie, ob Ihr Kind ausgeglichen wirkt oder sich eher gehetzt fühlt und freie Zeit zum Trödeln oder Spielen vermisst. Die Schwelle dazu ist sehr unterschiedlich: So kann das eine Kind mit drei Kursangeboten glücklich sein, während einem anderen schon ein Termin pro Woche zu viel ist!

Lassen Sie Ihrem Kind bei seiner Förderung die Wahl

Kaufen Sie Ihrem Kind vielseitiges Spielzeug, bei dem es selbst bestimmen kann, wie es damit spielen will. Statt vorgefertigter Spielsachen, die nur bestimmte Möglichkeiten zulassen und die korrekt bedient werden wollen, sind Legosteine, Holztiere oder Naturmaterialien empfehlenswert. Damit kann jedes Kind spielen, denn dabei gibt es weder richtig noch falsch. So gibt es keinen Druck, dass Ihr Kind etwas noch nicht kann.

Ihr Kind gibt die Richtung vor. Gestalten Sie Ihre Förderung spielerisch und passen Sie das Tempo Ihrem Kind an. Nicht jedes Kind ist gleich wissbegierig, sodass für das eine Kind besser eine kurze und allgemeine Erklärung passt, während das andere immer wieder nachfragt und Details wissen will. Im letzteren Fall dürfen Sie mit Ihren kindgerechten Erklärungen richtig loslegen, während es für eher verspielte Kinder auch in Ordnung ist, als „Biene Maja“ durch die Gegend zu flattern, um sich so dem Unterschied zwischen Biene und Wespe anzunähern.

Ihr Kind braucht unverplante Zeit zum Spielen. Spätestens dann, wenn Ihr Kind zwischen Kindergarten und Turnverein nichts mehr mit sich anzufangen weiß, sollten Sie sein Programm deutlich reduzieren. Es muss wieder lernen, Langeweile auszuhalten, selbst kreativ zu werden und alleine zu spielen.

Überfordern Sie Ihr Kind nicht verbal . Verzichten Sie auf Äußerungen wie „Das solltest du inzwischen aber langsam können!“ oder Vergleiche wie „Nimm dir mal ein Beispiel an der Evi, die kann sich schon die Schuhe binden!“ Regen Sie Ihr Kind besser an, es immer wieder zu versuchen, und freuen Sie sich gemeinsam, wenn ihm etwas gelingt. Sie sollten aber auch schon das intensive Bemühen anerkennen, selbst wenn das Ergebnis noch zu wünschen übrig lässt.

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Kommentare zu "So überfordern Sie Ihr Kind nicht"

  • Barbara schreibt am 15.09.2017

    Als Krippe Erzieherin möchte ich mich zu diesem Thema äußern. Es ist sehr richtig, Eltern immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass sie ihren Kindern auch Zeit und Muse lassen sollen zum Spielen. Meiner Meinung nach können sich darunter aber nur Fachleute konkret etwas vorstellen. Viele Eltern wissen gar nicht mehr, wie und was man spielen kann, sie sind ja schon im digitalen Zeitalter geboren. Aber auch sonst fehlen einfach grundlegende Infos für Eltern!
    Neulich besuchte ich eine Fortbildung für Krippeerzieherinnen, bei der wir Küchenutensilien ( Schneebesen, Kartoffelstampfer, Küchenrollen mit Vorhangringen, Wasser oder Sand in einer Wanne), und Naturmaterial wie eine Kiste voller besonders schöner Steine, Zapfen etc zum Spielen bekamen. Immer eine Erzieherin sollte mit irgendetwas, das sie sich selbst aussuchte, spielen. Eine andere Erzieherin sollte das beobachten und dann störend eingreifen, indem sie Anregungen gab (schau mal, du kannst das auch so und so machen etc). Da ging mir aber ganz schnell ein Licht auf. Es machte tatsächlich Spass, sich das angebotene Material anzusehen, etwas auszusuchen und heraus zu finden, was man damit machen kann. Meine Kollegin griff in mein Spiel ein, noch bevor ich richtig angefangen hatte, zu spielen. Da verging mir die Lust am Spiel, tatsächlich, weil man sich bei einer solchen Fortbildung einfach in die Kinder hineinversetzt.
    Mir wurde klar, wie oft ich in meiner Arbeit selbst eingriff, gut gemeint aber eben störend.
    Es ist wichtig, Kinder ausprobieren zu lassen, so lange wie sie wollen. Es ist immer wieder wie ein kleines Wunder, wie die Kinder dann ganz selbständig ins Spiel finden und sich richtig vertiefen, nichts anderes nehmen sie mehr wahr - das ist Bildung und zwar richtig wertvolle! Das braucht man später im Berufsleben: Ausdauer, Geduld, Freude am Tun, Kreativität, Ideen entwickeln und umsetzen, Erfolgs- und Misserfolgserlebnisse verarbeiten und aushalten etc.
    Eltern stellen viel zu hohe Anforderungen an sich, weil sie denken, sie müssen ihr Kind ständig aktiv fördern. So ist es aber nicht. Eltern können relaxen! Gebt euren Kindern einfach ganz normale Gegenstände aus dem Haushalt (unter 3J.), damit lässt sich viel mehr anfangen als mit gekauftem Spielzeug, das immer schon vorgibt, was man damit machen muss. Selbst Lego war in meiner Jugend kreativer - wir bauten aus lauter einzelnen Steinen Häuser, Ställe, Schiffe etc und mussten herausfinden, wie man schräg und stabil baut. Da hat man sich hinein vertieft und lange ausdauernd gespielt. Schade, dass es jetzt immer diese vorgefertigten Teile gibt - das macht doch keinen Spass und man hat keine Erfolgserlebnisse: wow, das habe ich herausgefunden!
    Ich würde gerne ein Buch zu diesem Thema schreiben, aber auch hier nerven die ganzen Vorgaben: Zeilenabstand, 3x kopieren, Fotos etc. Wenn man das digital nicht kann, kann man leider auch kein Buch schreiben, schade.
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