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Regelverstöße konsequent behandeln

Welche Grenzen braucht ein Kind?

Erziehungs-Tipps für Regeln und Konsequenzen

Manche Regeln muss Ihr Kind schon im ersten Lebensjahr lernen, doch zu viele Verbote und Grenzen entmutigen es. Unsere Erziehungs-Tipps helfen Ihnen, den richtigen Mittelweg zu finden und Grenzen zu setzen. Plus: Die 10 besten logischen Konsequenzen für den Erziehungsalltag. 

Expertenrat von 

Mit den Begriffen Grenzen, Regeln und Konsequenzen verbinden viele Eltern eine starre, autoritäre Erziehung. Und damit möchte man sein Kind ja keinesfalls traktieren. Daher fällt es Eltern oft schwer, konsequent zu bleiben, wenn ihr Kind bettelt und schmeichelt oder entnervend trotzt und quengelt. Sie befürchten, ihr Kind könnte sich ungeliebt fühlen. Tatsache ist jedoch: Kinder brauchen Grenzen, denn Grenzen geben ihnen das Gefühl, sich besser in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Grenzen sind für Kinder im positiven Sinne Orientierungshilfen. Und es ist die Pflicht von uns Eltern, ihnen diese Orientierung zu geben, indem wir Grenzen setzen. Möglicherweise wäre es Ihrem Kind eine gewisse Zeit angenehm, wenn Sie es immer gewähren ließen, wie es will. Es wird dann aber das Gefühl bekommen, dass es Ihnen gleichgültig ist, was es treibt, oder dass Sie nicht an ihm interessiert sind. Es wird Ihr Nicht-Eingreifen auch als Mangel erleben. Schließlich kann es manchmal eine Erleichterung sein, wenn man gesagt bekommt, wo es langgeht.
Kinder, die nicht in ihre Schranken verwiesen werden und nicht lernen Regeln und Grenzen einzuhalten, entwickeln sich zu kleinen Tyrannen. Das ständige Gequengel und die vermehrte Aufmerksamkeit, die sie fordern, sind jedoch ein Hilferuf nach Halt und Orientierung!

Erziehungs-Tipps für kleine Rebellen:  Grenzen setzen mit liebevollen Konsequenzen

Grenzüberschreitungen sind normal – und das nicht erst in der Pubertät. Während der Trotz- und Quengelphasen probieren Kinder gerne aus, wie weit sie gehen können, und versuchen immer wieder, Grenzen zu übertreten. Das ist völlig normal und kein Anlass zur Sorge. Es ist nur ziemlich nervenaufreibend und anstrengend. Reagiert Ihr Kind nicht auf eine freundlich, aber bestimmt vorgetragene Anweisung – Blickkontakt nicht vergessen! –, hilft es meist nichts, das Anliegen in zunehmender Lautstärke zu wiederholen. Jetzt müssen Sie handeln! Wie, das verrät Ihnen unsere „Top Ten“ der besten logischen Konsequenzen.

10 logische Konsequenzen für den Erziehungsalltag

Mit unseren Erziehungs-Tipps für den Alltag mit Klein- und Kindergartenkindern, können Sie bei den folgenden Verstößen gegen Regeln und Grenzen schnell die logischen Konsequenzen für das Fehlverhalten ergreifen.

Verstoß gegen Regeln und GrenzenErziehungs-Tipps und logische Konsequenzen
1. Ihr Kleinkind geht immer an gefährliche Gegenstände, die sich nicht außer Reichweite bringen lassenWenn ein bestimmtes „Nein!“ (ein- bis zweimal wiederholen) und die schützend davor gehaltene Hand Ihr Kind nicht stoppen, sollten Sie es vom Schauplatz entfernen. Setzen Sie es z. B. für wenige Minuten in seinen Laufstall, notfalls auch wiederholt, wenn es danach gleich erneut testet, wie ernst das Nein gemeint ist.
2. Ihr Kind trotzt bzw. ist wütend auf Sie und schlägt Sie, tritt, kratzt oder beißt.Sagen Sie ruhig, aber bestimmt, dass Ihr Kind damit aufhören soll, weil es Ihnen damit wehtut. Halten Sie seine Hand fest, wenn es Sie schlägt. Nützt das nichts, verlassen Sie den Raum (Tipp: Gehen Sie in die Toilette, da können Sie zusperren, falls Ihr Kind Ihnen folgt) bzw. bringen Sie Ihr Kind für eine Auszeit (nicht länger als drei Minuten) in sein Kinderzimmer. Halten Sie Ihr Kind gerade auf dem Arm, wenn es Sie bedrängt, setzen Sie es konsequent auf den Boden.
3. Ihr Kind bekommt beim Einkaufen einen Trotzanfall, weil es das gewünschte Spielzeug oder die Süßigkeiten nicht bekommt.Erklären Sie Ihrem Kind, bevor Sie ins Geschäft gehen, dass es keine Süßigkeiten/Spielzeug bekommt.
Will es trotzdem in die Spielzeugabteilung, können Sie wiederholen: „Du kannst dir die Sachen gerne ansehen, aber wir kaufen nichts!“ Beginnt Ihr Kind zu schreien, nehmen Sie es fest an die Hand und verlassen Sie notfalls das Geschäft und gehen erst wieder hinein, wenn es sich beruhigt hat. Wälzt es sich schreiend auf dem Boden, klemmen Sie sich das Kind unter den Arm und tragen es hinaus. Hat Ihr Kind sich wiederholt daneben benommen, nehmen Sie es einige Male nicht mehr mit zum Einkaufen oder lassen Sie es eventuell im Auto, wenn Sie in kurzer Zeit wieder zurück sein werden.
4. Ihr Kind trödelt, wenn Sie pünktlich aus dem Haus müssen oder es in den Kindergarten soll.Ist Ihr Kind in ein Spiel oder Buch vertieft, können Sie es jedes Mal, wenn Sie an ihm vorbeikommen, auffordern, das nächste Kleidungsstück anzuziehen. Tut es das nicht, nehmen Sie Ihr Kind so, wie es ist, mit. Notfalls steht es dann im Schlafanzug und einer Tasche mit Kleidung im Kindergarten und muss sich dort anziehen. Ist es für diese logische Konsequenz zu kalt oder bringen Sie es doch nicht übers Herz, dürfen Sie Ihr Kind auch gegen seinen Willen anziehen. Spielplatzbesuche und andere angenehme Dinge müssen leider ausfallen, wenn Ihr Kind nicht fertig ist, bzw. es kann nicht mitgehen.
5. Ihr Kind läuft trotz Verbot auf die Straße oder bleibt mit dem Dreirad, Roller oder Fahrrad nicht auf dem Grundstück.Bringen Sie Ihr Kind ruhig, aber bestimmt ins Haus und schicken Sie seine Freunde nach Hause, wenn es auf die Straße gelaufen ist. Sagen Sie ihm, dass es nach einer halben Stunde wieder hinaus kann, wenn es sich an die Regeln hält. Läuft es wieder auf die Straße, muss es an diesem Tag im Haus bleiben. Hat es mit einem Fahrzeug das Grundstück verlassen, wird das Gefährt für diesen Tag konfisziert. Sind Sie mit dem Buggy unterwegs, muss Ihr Kind in den Wagen und darf nicht mehr selbst laufen, wenn es nicht bei Ihnen an der Hand bleibt.
6. Ihr Kind drückt sich vor dem Zähneputzen bzw. lässt auch Sie nicht putzen.Wenn die Zähne nicht geputzt werden, kann Ihr Kind keine Süßigkeiten essen, da diese ja den Zähnen schaden. Auch gezuckerter Tee und Säfte sind dann tabu, und es gibt so lange nur Wasser zu trinken, bis Ihr Kind seinen Zahnputzstreik beendet hat.
7. Ihr Kind streitet sich mit dem Geschwisterkind oder Freund heftig um ein Spielzeug bzw. hat es diesem bereits aus der Hand gerissen.Dieses Verhalten ist für Kinder unter zwei Jahren normal, da ihnen die sprachlichen Möglichkeiten zur Konfliktlösung fehlen. Versuchen Sie den Streit zu schlichten. Größere Kinder müssen das Spielzeug, das sie dem anderen aus der Hand gerissen haben, zurückgeben. Hört der Streit ums Spielzeug nicht auf, wird das Spielzeug für zehn Minuten entfernt. Eskaliert der Streit weiter, trennen Sie die Streithähne (Freund nach Hause schicken, Geschwister in das eigene Zimmer schicken bzw. auf andere Art räumlich trennen).
8. Ihr Kind möchte zur Essenszeit nicht essen, hat aber prompt nach einer halben Stunde Hunger.Will Ihr Kind nicht zur normalen Essenszeit mitessen bzw. spielt es und kommt gar nicht an den Tisch, können Sie davon ausgehen, dass es nicht hungrig ist. Räumen Sie seinen Teller ruhig, aber bestimmt ab. Sind alle Familienmitglieder mit der Mahlzeit fertig, wird abgeräumt, auch wenn Ihr Kind jetzt plötzlich nach seinem Teller schreit. Gibt es etwas, das Ihr Kind absolut nicht mag, können Sie ihm als Ersatz ein Stück trockenes Brot anbieten. Nachmittags gibt es keine Zwischenmahlzeit, insbesondere keine Süßigkeiten. Wem das zu hart erscheint, der kann die nächste Mahlzeit etwas vorziehen oder dem Kind etwas Obst oder Gemüse anbieten.
9. Ihr Kind matscht mit dem Essen.In den ersten zwei Lebensjahren geht Essen kaum ohne Matschen ab. Einem größeren Kind sollten Sie mit der Bemerkung „Ich sehe, du bist gar nicht mehr hungrig!“ ruhig den Teller wegnehmen, wenn es das Essen neben dem Teller verteilt oder gar die Erbsen durch die Luft fliegen.
10. Ihr Kind räumt nicht auf.Da Kinder bei großer Unordnung überfordert sind, sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind aufräumen und genaue Anweisungen geben (etwa: Räum bitte alle Bücher ins Regal!). Will es dabei nicht helfen, kommt alles, was auf dem Boden liegt, in eine große Kiste, die erst nach einigen Tagen wieder geleert wird. Auch angenehme Dinge wie etwa Fernsehen können nicht stattfinden, wenn die Arbeit, in diesem Fall das Aufräumen, nicht erledigt ist.
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Kommentare zu "Welche Grenzen braucht ein Kind?"

  • Anonym schreibt am 12.04.2010

    Hallo,
    Aber wie ist das bei Schulkindern?
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