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Erziehungstipps für starke Kinder: So stärken Sie Ihr Kind

Erziehungstipps für starke Kinder: So stärken Sie Ihr Kind

» Selbstvertrauen fördern

Selbstebewusstsein ängstlicher Kinder stärken

Ihr Kind ist schüchtern oder ängstlich, findet nur schwer Freunde oder lässt sich im Sandkasten kampflos alles abnehmen? Hier finden Sie Rat, wie Sie ihm am besten helfen können und sein Selbstvertrauen fördern.

Sie können Ihr Kind zwar nicht komplett „umkrempeln“, doch mit unseren Erziehungstipps für starke Kinder können Sie allmählich das Selbstvertrauen fördern.
Wie gut Ihr Kind sich behaupten kann, wie draufgängerisch, kontaktfreudig oder mutig es ist, liegt zu einem großen Teil in den Genen und nicht nur in der Erziehung. Wenn Ihr Kind sich häufig ängstlich verhält oder wenn es schüchtern ist, bedeutet das also nicht, dass Sie etwas falsch gemacht hätten. Mit der richtigen Erziehung können Sie Ihr Kind das Selbstvertrauen ihres Kindes fördern.

Sieben magische „Mut-Mach-Sätze“ für selbstbewusste Kinder

Gerade wenn mal wieder etwas nicht geklappt hat, braucht Ihr Kind Ermutigung und muss spüren, dass Sie es ihm beim nächsten Versuch doch zutrauen. Dazu sollte Ihr Kind die folgenden Sätze möglichst oft zu hören bekommen:

  1. „Ich liebe dich und freue mich, dass du da bist.“ – egal, was Ihr Kind auch gerade angestellt hat...
  2. „Ich bin immer für dich da. Ich helfe dir, wenn du mich brauchst.“
  3. „Du bist stark. Du schaffst das.“ – auch oder gerade dann, wenn Ihr Kind soeben an etwas gescheitert ist
  4. „Ich verstehe dich.“ – oder zumindest versuchen Sie es
  5. „Erzähle mir mehr. Was du tust und wie du fühlst, interessiert mich.“ – hören Sie aufmerksam zu und halten Sie Blickkontakt, wenn Ihr Kind spricht
  6. „Ich bin so stolz auf dich!“ – das können Sie zusätzlich auch damit ausdrücken, dass Sie Bilder und Basteleien Ihres Kindes ausstellen, sein Foto immer bei sich haben, peinliche Begebenheiten nicht weitererzählen
  7. „Ich vertraue dir!“ – geben Sie Ihrem Kind sofort die nächste Chance, falls es Ihr Vertrauen gerade enttäuscht hat

Spezielle Erziehungstipps für starke Kinder

Erziehungstipps für Kinder, die sich alles gefallen bzw. wegnehmen lassen

  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass auch Sie sich nicht alles gefallen lassen. Wenn z. B. im Restaurant die Suppe kalt serviert wird, sollten Sie höflich, aber bestimmt um eine warme Suppe bitten, statt leise vor sich hinschimpfend die kalte Suppe zu essen. So lernt Ihr Kind am besten, dass es offen sagen darf, was ihm nicht passt, dabei aber nicht ausfallend werden sollte. Dieses Wissen hilft erheblich das Selbstvertrauen zu fördern
  • Üben Sie zu Hause mit Ihrem Kind, wie es für sich selbst eintreten kann. Ihr Kind will etwas anderes als Sie? Prima, dann können Sie es ermutigen, Ihnen darzulegen, warum ihm etwas so wichtig ist und wie Sie einen Kompromiss finden können, bei dem jeder zu seinem Recht bekommt.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind anfangs in schwierigen Situationen. Selbstbewusste Kinder hin oder her, den richtigen Umgang mit anderen Kindern muss Ihr Kind erst lernen. Nicht alle Kinder sind so sanftmütig, dass sie Spielzeug mit anderen teilen oder geduldig an der Schaukel warten, bis sie an der Reihe sind. Wird Ihrem Kind auf dem Spielplatz gerade etwas aus der Hand gerissen oder wird es rüde von der Schaukel geschubst, sollten Sie hingehen und dem anderen Kind sagen, dass Sie sein Verhalten nicht richtig finden. Gleichzeitig können Sie gemeinsam mit den Kindern einen Kompromiss aushandeln, etwa beim Spielzeug ein Tauschgeschäft vorschlagen. Weiß Ihr Kind, dass es zuverlässig von Ihnen unterstützt wird, wird es sich selbst eher trauen, seine Interessen durchzusetzen. Außerdem lernt es von Ihnen, wie es sich in solchen Situationen verhalten kann.

Erziehungstipps für Kinder, die schüchtern sind und schwer neue Freunde finden

  • Erwähnen Sie nicht immer wieder, dass Ihr Kind schüchtern sei. Das würde Ihr Kind noch mehr entmutigen und verstärkt seine Schüchternheit noch, da es das „Etikett“ Schüchternheit ja ganz „offiziell“ trägt – aber schließlich wollen Sie ja sein Selbstvertrauen fördern! Wenn fremde Erwachsene fragen „Ach, er/sie ist wohl recht schüchtern?“, sollten Sie etwa folgendermaßen antworten: „Nein, er/sie ist nicht schüchtern. Wenn er/sie dazu bereit ist, wird er/sie schon mit Ihnen sprechen.“
  • Nehmen Sie Ihr Kind zu Verwandten und Freunden mit oder besuchen Sie gemeinsam eine Gruppe. Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie Ihrem Kind, wie Sie neue Kontakte knüpfen. Besuchen Sie Freunde (am besten solche, die selbst Kinder haben), gehen Sie in eine Spielgruppe oder nehmen Sie Kursangebote wahr, etwa musikalische Früherziehung oder Mutter-Kind-Turnen, denn soziale Kontakte sorgen für selbstbewusste Kinder.
  • Kommen Sie frühzeitig in die Gruppe. Egal, ob es sich um eine Spielgruppe oder den Kindergarten handelt, Ihr Kind kommt leichter mit anderen in Kontakt, wenn es als eines der Ersten anwesend ist und nicht unvermittelt zu einer Gruppe tobender Kinder dazustößt.
  • Drängen Sie Ihr Kind nicht. Lassen Sie ihm Zeit, andere erst einmal – vielleicht sogar aus sicherer Entfernung – zu beobachten, bevor es sich langsam nähert und anfangs vielleicht nur neben, aber noch nicht mit den anderen Kindern zu spielen. Und falls es momentan überhaupt keinen Kontakt mit unbekannten Kindern oder Erwachsenen aufnehmen möchte, dann müssen Sie dies als Entscheidung Ihres Kindes akzeptieren.
Erziehungstipps für starke Kinder:

Bitten Sie fremde Personen, Ihr Kind nach einer aufmunternden Begrüßung und ein bis zwei netten Sätzen nicht weiter zur Kontaktaufnahme zu drängen, wenn Ihr Kind nicht darauf eingegangen ist. Falls es zu einem späteren Zeitpunkt dazu bereit ist, kann es immer noch etwas sagen oder zumindest Blickkontakt aufnehmen.

  • Weniger ist mehr. Ist Ihr Kind schüchtern, sollten Sie es nicht mit mehreren Kindern auf einmal überfordern. Dann ist es besser, Situationen herzustellen, in denen Ihr Kind mit nur einem Kind zusammenkommt. Um das Selbstvertrauen zu fördern, laden Sie einen möglichen Spielkameraden, an dem Ihr Kind schon einmal Interesse gezeigt hat oder von dem Sie annehmen, dass Ihr Kind damit zurecht kommen wird (z. B. gleiche Interessen, eher ruhiges Kind), zu sich nach Hause ein. Als „Herrscher über das Kinderzimmer“ hat Ihr Kind einen deutlichen Heimvorteil und wird sich sicherer fühlen.
  • Ein „tierischer Freund“ kann das Selbstvertrauen fördern. Vielen unsicheren Kindern, die sich schnell abgelehnt fühlen, hilft die Beziehung zu einem Tier. Von diesem fühlen sie sich akzeptiert und bedingungslos geliebt, was das Selbstvertrauen sehr fördern kann. Natürlich müssen alle in der Familie mit dem Tier einverstanden sein und Sie können von Ihrem Kind auch nicht erwarten, dass es sich stets voll Begeisterung und ohne Ihre Hilfe um sein Tier kümmern kann.
  • Lassen Sie los. Trauen Sie Ihrem Kind trotz aller Schüchternheit zu, dass es Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen kann. Sie können sein Selbstvertrauen fördern, wenn Sie es spüren lassen, dass Mama oder Papa an es glauben, ohne es dabei aber zu drängen.
  • Ihr Kind hat kein Interesse an Gleichaltrigen? Manche Kinder spielen gerne alleine und sollten nicht ständig gezwungen werden, mit anderen zu spielen. Vielleicht ist Ihr Kind aber sehr reif für sein Alter. Dann könnte es sein, dass es mit Gleichaltrigen aufgrund anderer Interessen wenig anfangen kann. Versuchen Sie es in diesem Fall einmal mit Kontakten zu jüngeren oder älteren Kindern. Es kann sein, dass es sich in der Rolle als Beschützer und „Lehrer“ eines jüngeren Kindes wohler fühlt oder aber mit einem etwas älteren Kind besser spielen kann. Ist Ihr Sohn z. B. fußballbegeistert, liegt es natürlich nahe, ihn bei einem Fußballverein anzumelden, weil er dort Kinder mit denselben Interessen kennen lernt.

 Erziehungstipps für Kinder, die ängstlich sind

  • Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst! Selbst wenn Ihrem Kind objektiv keine Gefahr droht (z. B. von einem Gespenst im Kinderzimmer), erlebt es seine Angst als real und bedrohlich und braucht daher Ihren Schutz. Ruft Ihr Kind voll Angst nach Ihnen, sollten Sie ihm schnell beistehen. Lachen Sie Ihr Kind niemals aus und tun Sie seine Angst nicht einfach ab, etwa mit einem „Blödsinn, da ist doch kein Gespenst!“
  • Rituale geben Ihrem Kind Sicherheit und schaffen Vertrauen. Sie können wie eine Beschwörungsformel Bedrohliches bannen. Singen Sie z. B. mit Ihrem Kind zusammen ein Lied, wenn es Angst hat oder führen Sie eine Runde „Kuscheln im Bett“ bei Gewitter ein – Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Seien Sie ein gutes Beispiel, denn manche Angstreaktionen sind erlernt. Kleinkinder in den ersten beiden Lebensjahren haben z. B. weder Angst vor Spinnen noch vor Schlangen. Wenn Sie jedoch vor jeder Spinne auf den nächsten Stuhl flüchten und das Tier dann schnell mit dem Staubsauer wegsaugen, kommt Ihr Kind zu der Überzeugung, dass so eine Spinne ja wohl schrecklich gefährlich sein muss, wenn Mama sich so davor fürchtet.
  • Sprechen Sie über Ängste. Ihr Kind sollte wissen, dass jeder Mensch manchmal Angst hat und dass das sogar sinnvoll ist, weil sie vor Gefahren warnen kann. Auch Erwachsene fürchten sich manchmal. Oft hilft es Ihrem Kind, wenn Sie von früher erzählen, z. B. wovor Sie sich als Kind gefürchtet haben und was Ihnen damals geholfen hat.
  • Lesen Sie oft Märchen vor. Denn darin werden Ängste kindgerecht thematisiert und am Ende siegt immer das Gute. Auf diese Weise kann Ihr Kind seine Ängste verarbeiten.
  • Kuscheltiere sind prima Beschützer. Der Lieblingsteddy gibt Ihrem Kind z. B. an den ersten Tagen im Kindergarten Sicherheit. Aber der Teddy könnte auch nachts als Wachtposten neben dem Bett sitzen und gefährliche Monster verjagen. Wenn Sie zusätzlich eine Geschichte um die geheimen Kräfte und früheren Heldentaten dieses „Schutztieres“ ranken lassen, verstärkt das dessen Wirksamkeit ganz ungemein.
  • Helfen Sie Ihrem Kind, selbst aktiv gegen seine Angst vorzugehen. Fragen Sie es, was ihm helfen würde, die Angst auslösenden Situationen leichter zu bewältigen. Greifen Sie, wenn möglich, seinen Vorschlag auf und setzen Sie ihn um. Gegen Monster unter dem Bett könnte z. B. eine „magische“ Taschenlampe helfen, deren Lichtstrahl Geister vertreibt. Vielleicht könnte es das Monster selbst in eine Schachtel locken, etwa mit einem Bonbon, um es dann aus dem Zimmer zu bringen. Auch Fantasiegestalten oder ein Schutzengel können Ihrem Kind Sicherheit geben. Fragen Sie außerdem immer nach, was Sie tun könnten, damit Ihr Kind keine Angst mehr haben muss.
  • Lassen Sie Ihr Kind malen, was ihm Angst macht. So kann es sich mit seinen Ängsten besser auseinandersetzen. Ermutigen Sie Ihr Kind, Möglichkeiten und Situationen zu malen, in denen es sich gegen Angstauslöser zur Wehr setzt. Es sich z. B. in Ritterrüstung malen, wie es den bösen Drachen besiegt hat. Dadurch entsteht ein konkretes Bild von Ihrem Kind als Sieger über die Angst.
  • Üben Sie den Umgang mit ängstigenden Situationen im Rollenspiel ein. Besorgen Sie z. B. einen Doktorkoffer und spielen Sie gemeinsam „Arzt und Patient“, wenn ein Krankenhausaufenthalt bevorsteht. Ermutigen Sie Ihr Kind, sofern es das möchte, die Rolle des Angstmachers (z. B. Bösewicht, Gespenst) zu spielen. Damit kann es sich die bedrohlichen Anteile solcher Gestalten zu Eigen machen, so dass diese weniger bedrohlich werden. Vielleicht erfahren Sie durch ein Rollenspiel auch überhaupt erst, wovor sich Ihr Kind fürchtet. Ihr Kind mag z. B. plötzlich nicht mehr in den Kindergarten gehen. Beim Spiel mit seinen Puppen oder Teddys kann es Ihnen erzählen, wie sich diese im Kindergarten fühlen. Dabei könnte dann z. B. herauskommen, dass es ein oder zwei Kinder gibt, die es auslachen oder sogar angreifen, wenn die Erzieherin nicht präsent ist.

10-mal mehr Selbstvertrauen für Ihr Kind

Sensiblen Kindern, die sich sofort beleidig oder gar verängstig zurückziehen, die nicht auf andere Kinder zugehen können und immer an Mamas Rockzipfel hängen, fehlt es oft am Selbstbewusstsein. Die folgenden Tipps sind für alle Arten von „Sensibelchen“ wichtig, doch profitiert jedes Kind von dieser Unterstützung:

1. Lieben Sie Ihr Kind, wie es ist! Machen Sie Ihre Liebe nicht von Leistungen oder Wohlverhalten Ihres Kindes abhängig. Nehmen Sie Ihr Kind an, wie es ist, auch – oder gerade dann – wenn es Ihren Vorstellungen nicht entspricht, weil es z. B. ein so genanntes Schreibaby ist oder weil es extrem dickköpfig ist. Und vergessen Sie nie: Wenn Ihr Kind etwas nicht kann, so gibt es doch auch viele Dinge, die ihm gut gelingen.

Mein Tipp für selbstbewusste Kinder:

Sehen Sie die vermeintlich schlechten Eigenschaften Ihres Kindes doch in einem neuen, positiven Licht – dann fällt Ihnen das Annehmen viel leichter! Ihr Kind ist nicht stur, sondern eben willensstark. Es ist nicht unordentlich, sondern kreativ. Es ist keine „Quasselstrippe“, sondern kommunikativ.

2. Zeigen Sie Ihre Liebe ganz deutlich, z. B. durch viel Körperkontakt (umarmen, schmusen, gemeinsam toben) und zusammen verbrachte Zeit. Interessieren Sie sich für das, was Ihrem Kind gerade besonders wichtig ist. Sagen Sie ihm auch immer wieder, wie sehr Sie es lieben und warum es so einzigartig ist.

3. Haben Sie Respekt vor Ihrem Kind. Achten Sie die Gefühle Ihres Kindes und akzeptieren Sie in weniger wichtigen Dingen auch mal das eine oder andere „Nein“. Dies gilt besonders für „erzwungene Zärtlichkeit“: Kein Kind sollte dazu gezwungen werden, Küsschen zu geben, wenn es das nicht selbst möchte. Lassen Sie Ihr Kind sooft wie möglich selbst entscheiden oder beziehen Sie es in Ihre Entscheidungen mit ein, z. B., wohin der nächste Sonntagsausflug geht. Und: Belügen Sie Ihr Kind niemals, das würde das Vertrauensverhältnis empfindlich stören!

4. Seien Sie mutig! Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu. Auch wenn Sie es dann nicht unter Kontrolle haben: Erlauben Sie ihm schon im Krabbelalter, sich so weit, wie es sich traut, von Ihnen zu entfernen (natürlich nur in kindersicherer Umgebung!), ohne dass Sie es zurückholen. Halten Sie es am Spielplatz nicht davon ab, Klettergeräte zu erklimmen, die Ihnen zu gefährlich erscheinen. Bleiben Sie anfangs lieber in der Nähe, um Ihr Kind notfalls unterstützen zu können. Trauen Sie ihm – je nach Umgebung – ab fünf bis sechs Jahren zu, auch mal alleine zum Bäcker zu gehen.

5. Lassen Sie Ihr Kind seine eigenen Erfahrungen machen. Schlüpft Ihre 4-jährige Tochter öfter mal verkehrt in die Schuhe, können Sie zunächst abwarten, ob sie selbst merkt, dass es „andersherum“ viel bequemer wäre. Stellt sie es nach zwei bis drei Minuten nicht selbst fest, können Sie immer noch fragen: „Wie würde es sich wohl anfühlen, wenn du die Schuhe mal andersherum anziehen würdest? Würde das deinen Füßen besser gefallen?“

6. Verlangen Sie nicht zu viel! Viele Eltern erwarten zu viel von ihren Kindern. Perfektionismus und zu hohe Erwartungen produzieren aber nur Misserfolge und damit Entmutigung. Sehen Sie also z. B. großzügig darüber hinweg, wenn Ihr Kind beim Hausputz hilft und das Ergebnis nicht perfekt ist oder irgendwo auf dem Boden eine Wasserpfütze entstanden ist. Verkneifen Sie es sich möglichst, im Beisein Ihres Kindes nachzubessern, z. B. die Fensterscheibe noch mal nachzupolieren oder das mühevoll gemachte Bett selbst richtig glatt zu streichen.

7. Stehen Sie zu Ihren Gefühlen! Wenn Sie innerlich vor Wut kochen, sollten Sie sich nicht dazu zwingen, freundlich zu lächeln. Das verwirrt Ihr Kind nur. Es darf ruhig merken (und kann das auch gut aushalten!), wenn es Sie richtig auf die Palme gebracht hat. Natürlich sollten Sie es nicht beschimpfen, doch dürfen Sie Ihren Ärger ausdrücken, am besten in der Ich-Form: „Ich ärgere mich, wenn hier schon wieder alles rumliegt, obwohl ich vorhin gerade erst aufgeräumt habe!“

8. Ermutigen und loben Sie Ihr Kind! Gerade, wenn Ihr Kind unsicher oder ungeschickt ist und Ihrer Meinung nichts „Rechtes“ zusammenbringt, braucht es Ihre Ermutigung. Ihr Lob muss aber immer ehrlich gemeint sein. Loben Sie also z. B., wenn Ihnen die Bastelei oder das Bild nicht gefällt, den Eifer, mit dem Ihr Kind bei der Sache war. Sprechen Sie prinzipiell möglichst positiv, z. B. „Ich finde es gut, dass du ...!“ statt „Das war nicht schlecht ...“

9. Hören Sie gut zu! Ihr Kind sollte Ihnen alles sagen dürfen, was es bedrückt. Das wird es jedoch nur dann tun, wenn es sich sicher sein kann, dass Sie ihm zuhören. Auch wenn Ihnen manche Probleme Ihres Kindes eher lächerlich vorkommen: Ihrem Kind ist es bitter ernst! Unterbrechen Sie es nicht, wenn es darüber berichtet. Sagen Sie ihm, dass Sie verstehen können, wie es sich fühlt. Bieten Sie keine vorschnellen Lösungen an. Fragen Sie lieber: „Was, meinst du, könnten wir dagegen tun?“ Haben Sie gerade einmal keine Zeit, um sich Ihrem Kind sofort zu widmen, sollten Sie ihm genau sagen, wann Sie ihm zuhören können, etwa: „Wenn ich das Telefonat beendet habe, setzen wir uns zusammen aufs Sofa und dann erzählst du es mir!“

10. Kritisieren Sie nur falsches Verhalten, aber nie Ihr Kind! Setzen Sie am besten „Ich-Botschaften“ ein, etwa: „Ich möchte nicht, dass du deine Schwester schlägst – auch nicht, wenn sie deinen Turm umgeworfen hat.“ statt „Immer musst du gleich hauen! Du bist eine richtiger Streithammel!“

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Nettes aus Kindermund :)

Sprudel-Pferd: Ich unterhielt mich mit unserer Tochter Lisa (5 Jahre) über Pferdefutter. Sie wollte wissen, was denn die Folge falscher Fütterung wäre. Ich antwortete, dass dann das arme Pferd wohl eine Kolik bekäme, das führe zu großen Schmerzen. Am Abend erzählte Lisa meinem Mann, dass man Pferde immer richtig füttern müsse, denn sonst bekämen sie „Kohlensäure“.