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Kinderängste – die besten Erziehungstipps gegen die Angst

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Kinderängste – die besten Erziehungstipps gegen die Angst

» Selbstbewusstsein stärken

Kind mit Angst

Auch wenn Sie Ihrem Kind Angst gerne ersparen möchten: Kinderängste sind Bestandteil der normalen seelischen Entwicklung. Trotzdem können Sie einiges tun, damit Ihr Kind nicht übermäßig unter seiner Angst leiden muss und sie überwindet. Plus: Unterstützung durch Homöopathie und Bach-Blüten gegen Kinderängste.

Angst ist ein normales Gefühl und gehört zum Leben. Sie stellt ein wichtiges Signal dar, das vor einer möglichen Gefahr warnt. Ein Kind muss lernen, mit seinen Ängsten umzugehen. Die Erfahrung zu wissen, wie es seine Ängste bewältigen kann, macht es stark! Dies fällt ihm umso leichter, je geborgener es sich innerhalb seiner Familie fühlt. Dadurch kann es leichter Vertrauen in die Welt entwickeln.
Viele Kinderängste wachsen sich von selbst aus, da die Persönlichkeit Ihres Kindes zunehmend stärker und reifer wird. Wie Sie Ihr Kind dabei am besten unterstützen, zeigen unsere praxiserprobten Hilfen und Tipps.

Durch die richtige Erziehung beugen Sie Kinderängsten vor

Fremdeln und der Angst vor Neuem können Sie vorbeugen, indem Sie Ihr Kind schon im Säuglingsalter zeitweise von ein bis drei weiteren zuverlässigen Personen (z. B. Großeltern, Babysitter) mitversorgen lassen. Gewöhnen Sie es lieber langsam, stetig und über längere Zeit an Neues, damit neue Eindrücke es nicht überfluten. Gestehen Sie Ihrem Kind dabei sein eigenes Tempo zu!
Bitte setzen Sie Angst nicht zu Erziehungszwecken ein. Sperren Sie Ihr Kind nicht in sein Zimmer ein – eine kurze Auszeit stellt jedoch kein Problem dar! Vermeiden Sie körperliche Strafen. Verzichten Sie auf Aussagen, die Ihrem Kind Angst machen können, auch wenn manche von Ihnen  Möglicherweise gar nicht so gemeint sind. Beispiele: „Du bringst mich noch ins Grab!“,„Das ist ja zum Davonlaufen!“, „Ich bin schon ganz kaputt von dieser ewigen Plackerei!“,„Dann kommt der ... und holt dich!“
Versuchen Sie, den richtigen Mittelweg zwischen „grenzenloser“ Freiheit und zu viel besorgter Behütung zu finden. Zu viel Freiraum kann auch Angst machen. Für ein Kleinkind kann z. B. ein Laufstall den ersten begrenzten Raum darstellen, den es gefahrlos erforschen und erkunden kann. Mit zunehmender Sicherheit können Sie sein „Reich“ dann erweitern.

Die acht wichtigsten Erziehungstipps gegen Kinderängste

Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit durch viel Körperkontakt, wenn Ihr Kind ihn wünscht und indem Sie für es da sind, wenn es Sie braucht. Und: Trauen Sie ihm die Bewältigung seiner Ängste in dem ihm eigenen Tempo zu!

  1. Liebevolles Verständnis
    Trösten Sie Ihr Kind in Angst auslösenden Situationen und nehmen Sie es in den Arm. Tabu: Lächerlich machen oder gar Strafandrohung (steigert die Angst!). Zeigen Sie Verständnis für seine Ängste und nehmen Sie Anteil, ohne die Angst zu dramatisieren oder herunterzuspielen. Lassen Sie Ihr Kind über seine Ängste reden, drängen Sie es aber nicht dazu. Kindgerechte Erklärungen Angst auslösender Situationen helfen ihm, seine Unsicherheit zu überwinden. Versuchen Sie nicht, Probleme für Ihr Kind zu lösen, sondern ermutigen und unterstützen Sie es, dies mit Hilfe eigener Ideen und seiner Fantasie selbst zu tun! Gibt es einen aktuellen Anlass für die Ängste, wie z. B. einen Todesfall oder die Trennung der Eltern, sollte dieser offen angesprochen werden, da Kinder auf unausgesprochene Ängste ohnehin ganz sensibel reagieren.
  2. Kinderängsten vorbeugen: Eltern sind die Vorbilder
    Angst entsteht auch durch Nachahmung und „Ansteckung“. Je angstfreier Sie als Eltern Ihr Leben gestalten, um so besser gelingt dies auch Ihrem Kind. Haben Sie selbst z. B. Angst vor Spinnen, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch Ihr Kind sich davor fürchtet.
  3. Märchen und Geschichten gegen Kinderängste
    Märchen
    fassen Kinderängste in Worte, zeigen ihm, dass es damit nicht allein ist, und ermöglichen ihm, durch die Identifikation mit dem Helden verschiedene Lösungsstrategien in der Fantasie zuzulassen. Daneben gibt es eine Reihe von Büchern, deren Geschichten sich mit dem Thema Angst befassen. Einen Überblick sowie eine Reihe von Geschichten bieten die Bücher „Märchen gegen Kinderängste“ von Brigitte und Ernst Spangenberg (Herder Freiburg 2001; 141 Seiten; 8,90 €) sowie „Märchen, die Kindern helfen“ von Gerlinde Ortner (DTV 1998; 141 Seiten; 8,00 €). Ab drei Jahren und wegen weiblicher Hauptfigur der Geschichten besonders für Mädchen geeignet sind „Anna zähmt die Monster“ von Doris Brett (Iskopress 2000; 229 Seiten; 21,50 €) sowie „Ein Zauberring für Anna“ von Doris Brett (Iskopress 2002; 246 Seiten; 21,50 €). Speziell für Jungen ab vier bis fünf Jahren eignen sich „Hans vertreibt die Geister“ von B., E. und A. Spangenberg (Kreuz Verlag Zürich 1999; 158 Seiten; 12,90 €) sowie „Jacob, der Angstbändiger" von Erika Meyer-Glitza (Iskopress 1999; 95 Seiten; 13,50 €).
  4. Kinderängste malen
    Beim Malen können Kinder ihre Ängste ausdrücken und zeigen, was sie beschäftigt. Ermutigen Sie Ihr Kind, auch Möglichkeiten und Situationen zu malen, in denen es sich gegen Ängstigendes zur Wehr setzt – sich z. B. in Ritterrüstung zu malen, wie es den bösen Drachen besiegt hat. Dadurch entsteht ein konkretes Bild von Ihrem Kind als Sieger über die Angst.
  5. Rollenspiele gegen Kinderängste
    Die heilenden Kräfte des Spiels können Sie nützen, indem Sie mit Ihrem Kind angstmachende Alltagsszenen spielerisch darstellen (z. B. mit dem Doktorkoffer auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereiten) und dabei ausprobieren, wie es sich alternativ verhalten kann. Gut geeignet sind auch Kasperlefiguren, Puppen oder Tiere als Stellvertreter. Ermutigen Sie Ihr Kind, sofern es das möchte, die Rolle des Bösewichtes oder Gespenstes zu spielen. Dadurch eignet es sich deren bedrohliche Teile an und kann Herr darüber werden.
  6. Rituale gegen Kinderängste
    Rituale geben Ihrem Kind Sicherheit und schaffen Vertrauen. Sie können wie eine Beschwörungsformel Bedrohliches bannen. Singen Sie z. B. mit Ihrem Kind zusammen ein Lied, wenn es Angst hat, oder führen Sie eine Runde „Kuscheln im Bett“ bei Gewitter ein – je nachdem, was Ihnen und Ihrem Kind zusagt.
  7. Entspannung gegen Kinderängste
    Angst führt zu Verkrampfung und Verspannung. Fantasiereisen können Ihrem Kind helfen, sich zu entspannen und ruhig zu werden. Kindgerecht und ab drei Jahren geeignet ist z. B. die Hörkassette „Mia Fantasia und die Zauberschaukel“ von Elke Bräunling und Paul G.Walter (Musikbär-Verlag, ISBN 3928821148; 10,25 €).Ab vier Jahren eignet sich „Träumen auf der Mondschaukel“ von Else Müller (Kösel, als Buch mit 125 Seiten oder als CD je 15,50 €, als Hörkassette 10,50 €).Verplanen Sie den Tagesablauf Ihres Kindes nicht zu sehr, sondern gönnen Sie ihm Zeit für „unverplante“ Beschäftigung und Tagträume. Lassen Sie Ihr Kind nicht mehr als 30 bis 45 Minuten (je nach Alter) pro Tag und möglichst nicht allein fernsehen. Auch Kindersendungen können es ängstigen!
  8. Sport gegen Kinderängste
    Sport stärkt das Selbstbewusstsein und macht Ihr Kind dadurch stark. Gerade ängstliche Kinder haben oft auch ein mangelndes Körpergefühl, das sich durch Sport und viel Bewegung deutlich verbessern lässt. Wichtig ist dabei, dass Ihr Kind Spaß daran hat. Positiv wirkt manchmal schon sanftes Schaukeln in einer Hängematte, das Ihrem Kind Geborgenheit und ein angenehmes Körperempfinden vermittelt.

Mein Tipp:

Beim Elterntelefon des Kinderschutzbundes können Sie sich kostenlos und auf Wunsch anonym informieren und beraten lassen. Die Rufnummer ist 0800/111 05 50. Anrufe werden  entgegengenommen am Montag und Mittwoch von 9 bis 11 Uhr sowie am Dienstag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr.

Entscheidungshilfe: Sie sollten einen Therapeuten aufsuchen, wenn

  • Ihr Kind unter länger anhaltender und/oder panikartiger Angst leidet,
  • Sie das Gefühl haben, dass die Entwicklung oder der Alltag Ihres Kindes beeinträchtigt ist,
  • Ihr Kind unter Beschwerden wie z. B. Bauchschmerzen leidet, für die sich keine körperlichen Ursachen finden lassen,
  • Sie selbst sich im Umgang mit Ihrem Kind unsicher oder ängstlich fühlen.
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