

Versicherungen für Familien: Welche brauchen Sie wirklich?
Versicherungen für Familien: Welche brauchen Sie wirklich?
» Familien Versicherung
Versicherungen gibt es für Sie und Ihre Familie für oder gegen fast alles. Doch nicht alle Versicherungen für Familien sind wirklich sinnvoll. Es gilt die Grundregel: Je höher das finanzielle Risiko, desto wichtiger ist eine entsprechende Versicherung. Als Beispiele sind z. B. die private Haftpflichtversicherung und die Gebäudeversicherung anzuführen. Bei einem Haftpflichtschaden haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen – und zwar lebenslang. Brennt Ihr Eigenheim, das oft noch nicht einmal abbezahlt ist, bis auf die Grundmauern nieder, lässt sich das Gebäude nicht ohne weiteres ersetzen, weil in der Regel die dazu nötigen finanziellen Reserven fehlen. Beide Versicherungen sind für vergleichsweise wenig Beitrag zu haben.
Versicherungen für Familien: Privat-Haftpflicht
Die private Haftpflichtversicherung gilt unter Experten als die wichtigste Versicherung überhaupt. Diese Versicherung kommt für Schäden auf, die im privaten Umfeld entstehen – in der Freizeit, im Sport oder in der Nachbarschaft. Kommt durch Ihr Verschulden ein anderer zu Schaden, können die Schadenersatzansprüche im Falle einer Invalidität schnell in die Millionen gehen! Die Prämie für eine private Haftpflichtversicherung ist demgegenüber günstig: Versicherungsschutz gibt es schon ab 60 € pro Jahr. Vereinbaren Sie unbedingt unbegrenzte Deckung! Familienangehörige sind automatisch mitversichert. Extra versichern müssen Sie hingegen zusätzliche Risiken wie etwa Hunde oder Pferde sowie Grundstücke oder Immobilien.
Achtung: Kinder unter sieben Jahren können grundsätzlich für Schäden nicht haftbar gemacht werden. Haben Sie als Eltern Ihre Aufsichtspflicht verletzt, wird die Haftpflicht den entstandenen Schaden bezahlen. Kommt die Versicherung jedoch zu dem Schluss, dass Sie Ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind, geht der Geschädigte leer aus. Beispiel: Sie sind bei Freunden zu Besuch und spielen dort mit Ihrem fünfjährigen Sohn und den Kindern Ihrer Freunde im Garten Fußball. Plötzlich schießt Ihr Sohn den Ball in die Terrassentür und die Scheibe geht zu Bruch. Da Sie Ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben (Sie haben Ihren Sohn ständig beaufsichtigt), wird die Versicherung diesen Schaden nicht ersetzen. Hätten Sie selbst den Ball in die Scheibe geschossen, würde die Haftpflichtversicherung anstandslos zahlen.
Lebensversicherung: Versicherung für junge Familien
Stellen Sie sich vor, in einer Familie mit zwei kleinen Kindern stirbt der Vater, der Haupternährer der Familie. Die Mutter kann wegen der Kinder nicht oder zumindest nicht voll arbeiten gehen. Die staatliche Witwenrente ist so niedrig, dass damit oft nicht einmal das Existenzminimum gesichert ist, geschweige denn Kredite getilgt oder Darlehen finanziert werden können.
Deshalb ist eine Risiko-Lebensversicherung gerade für junge Familien so wichtig. Ein 30-jähriger Mann zahlt für eine Versicherungssumme von 100.000 € einen jährlichen Beitrag ab 65 €. Eine Kapital-Lebensversicherung wäre hingegen wesentlich teurer, denn sie ist eine Kombination aus Risiko-Absicherung plus Sparen. Leider ist sie weder für das eine noch für das andere wirklich ideal. Zum Vermögensaufbau gibt es z. B. bei den Banken attraktivere Angebote mit höherer Rendite. Außerdem müssen Sie sich bei einer Kapital-Lebensversicherung lange binden, denn eine Kündigung während der Laufzeit ist meist unrentabel.
Auch mit der Steuerfreiheit für Erträge aus Kapital-Lebensversicherungen (Ertrag = ausgezahlte Summe - eingezahlter Beiträge) ist es inzwischen vorbei. Alle ab 2005 neu abgeschlossenen Lebensversicherungen werden voll versteuert, sofern der Vertrag nicht mindestens zwölf Jahre läuft und erst nach dem 60. Geburtstag des Versicherungsnehmers fällig wird. In diesen Fällen müssen Sie zumindest für die Hälfte der Erträge Steuern zahlen.
Versicherungen für Familien: Auch Kinder-Unfallversicherung abschließen
Eine Unfallversicherung leistet bei Behinderung oder Vollinvalidität infolge eines Unfalls. Sinnvoll ist jedoch nicht nur eine Unfallversicherung für Mutter und Vater, sondern auch für jedes Kind. Einen gesetzlichen Unfallschutz haben Kinder nur im Kindergarten und in der Schule sowie auf den Wegen dorthin. Allerdings sind die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung relativ gering. Eine private Kinder-Unfallversicherung leistet auch bei Freizeitunfällen, etwa, wenn Ihr Kind vom Rad stürzt. Doch das Hauptrisiko für eine Invalidität im Kindesalter sind Krankheiten (z. B. Behinderung infolge einer Gehirnhautentzündung) – und da lässt Sie die reine Unfallversicherung im Stich.
Hier leistet nur eine spezielle Kinder-Invaliditätsversicherung. Diese kann in der Regel erst ab dem ersten Geburtstag des Kindes abgeschlossen werden, zahlt ab einer Behinderung von 50 Prozent und ist teurer als eine reine Unfallversicherung. Für etwa 100 € pro Jahr erhält Ihr Kind im Falle einer Invalidität einmalig 100.000 €. Versicherungen, die bei einer unfall- oder krankheitsbedingten Behinderung über 50 Prozent eine monatliche Rente zahlen, sind deutlich teurer (meist ab 300 € jährlich).
Versicherungen für Familien rund um Haus und Hof
Wenn Sie stolzer Hausbesitzer sind, brauchen Sie unbedingt eine Gebäudeversicherung gegen Brand, Blitzschlag, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Ist Ihr Haus noch nicht abbezahlt, kommen Sie um eine derartige Versicherung gar nicht herum, denn Banken und Bausparkassen verlangen den Abschluss eines entsprechenden Vertrages. Der Beitrag richtet sich nach Art, Größe, Ausstattung und Lage des Hauses sowie Höhe des Selbstbehalts. Für ein Einfamilienhaus mit 125 Quadratmetern Wohnfläche bezahlen Sie meist ab 150 €.
Um das gesamte Inventar Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung gegen Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Hagel, Leitungswasserschaden und Einbruch abzusichern, brauchen sie eine Hausratversicherung. Damit ist alles versichert, was ein Mieter bei einem Auszug mitnehmen würde.
Zusatzverträge wie z. B. eine spezielle Elektronik-, Fahrrad- oder Glasversicherung können Sie sich meist sparen. Fahrräder sind teilweise in der Hausratversicherung mitversichert und die Beiträge der Glasversicherung sind im Vergleich zur möglichen Schadenshöhe viel zu hoch.
| Versicherungen für Familien - Mein Tipp: |
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Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine spezielle Mietrechtsschutz-Police abzuschließen, könnte die Mitgliedschaft im Mieterbund (www.mieterbund.de) eine attraktive Alternative für Sie sein. |
Versicherungen für Familien, die im Krankheitsfall schützen
Eine Krankenversicherung ist unerlässlich. Wenn Sie mehr als 47.250 € Bruttoeinkommen pro Jahr haben (Stand 2006) oder aber Selbstständiger oder Freiberufler (unabhängig von der Höhe des Einkommens) sind, können Sie sich privat versichern. Ansonsten sind Sie automatisch Pflichtmitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Bedenken Sie, dass es bei den privaten Versicherungen keine kostenlose Mitversicherung der Ehefrau und aller Kinder gibt! Es muss dann jedes Familienmitglied selbst versichert werden – das kann bei Familien mit mehreren Kindern teuer werden. Außerdem gibt es gerade rund um die Geburt und in der Elternzeit für Schwangere bzw. Mütter einige Nachteile. Der Beitrag ist abhängig vom Eintrittsalter, dem Geschlecht (Frauen zahlen mehr!) und etwaigen Vorerkrankungen.
Eine Krankenzusatzversicherung für gesetzlich Versicherte bietet bei einem Krankenhausaufenthalt „Luxus“ in Form von Einzelzimmer und Chefarztbehandlung. Wirklich nötig ist das aber nicht. Wenn Sie eine Versicherung für Krankenhaustagegeld abgeschlossen haben, bekommen Sie wirklich erst dann etwas, wenn Sie in die Klinik müssen. Krankentagegeld gibt es hingegen immer dann, wenn Sie krankheitsbedingt nicht arbeiten können. Das ist jedoch nur erforderlich, wenn Sie selbstständig und privat versichert sind. Gesetzlich versicherte Selbstständige können gegen einen etwas erhöhten Beitragssatz die Zahlung von Krankengeld (70 Prozent des Nettoeinkommens) bereits vor der sechsten Krankheitswoche versichern.
Informationen rund um das Thema Versicherungen sowie über Versicherungen mit günstigem Preis-Leistungsverhältnis finden Sie z. B. beim Bund der Versicherten (www.bundderversicherten.de) oder bei der Stiftung Warentest (www.stiftung-warentest.de).















