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Thema ohne neue Antworten

Konsequenzen helfen manchmal nichts

Autor Nachricht
Verfasst am: 29.10.08 [19:17]
Kaggen
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 10.06.2008
Beiträge: 10

Hallo

Unsere bald 5-jährige Tochter hat ein ziemliches Temperament. Gerne reizt sie Grenzen aus und stellt uns auf (Gedulds)-proben. Dabei scheinen ihr logische Konsequenzen manchmal einfach egal zu sein.

So nahm ich sie schon im Schlafanzug zur Schule weil das morgendliche Anziehen schon zu lange ein Kampf war, oder ich fuhr mit ihrem Bruder ohne sie zu einem Fest weil sie sich lieber im Haus versteckte als mitzukommen. (Ihr Papa musste dann das "Getobe danach" aushalten). Solche Konsequenzen bewirken bei ihr meist eher ein totales Verweigern als dass sie etwas daraus lernen würde.

Was ich auf keinen Fall möchte, ist dass sie mit diesen Aktionen mehr Aufmerksamkeit kriegt als ihr grösserer Bruder. Oder dass sie in die Rolle der "Bösen" schlittert. Beides ist manchmal bereits der Fall.

Ich denke, manchmal ist es bei ihr auch Langeweile. Sie bräuchte wohl eine Nachbarschaft voller Kinder und Turnmöglichkeiten und die haben wir nicht. Es ist für mich aber auch nicht jeden Tag möglich, mit ihr einen Ausflug zu machen oder Freunde besuchen. Wir wohnen im Ausland und Spielplätze um die Ecke gibt es hier nicht.

Haben sie vielleicht einen Tipp? Ist dies vielleicht auch einfach "nur eine Phase"?
Herzlichen Dank

Verfasst am: 01.11.08 [00:52]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 298

Liebe Kaggen,
ein ähnliches Verhalten wie Ihre Tochter hat auch meine Tochter Hanna im Alter von 3 bis 6 Jahren oft gezeigt - auch ein kleiner Dickkopf, der genau weiß, was er will... Da haben logische Konsequenzen oft auch nicht funktioniert.

Hanna konnte z.B. auf der obersten Treppenstufe im ersten Stock sitzen und vehement verlangen, das man sie hinunter trägt. Auf meine Ansage, dass sie mir zu schwer sei und außerdem selber gehen könne, bockte und brüllte sie nur. Sie blieb oft bis zu 45 Minuten oben sitzen, obwohl unten im Wohnzimmer eine Fernsehsendung lief, die sie gerne sehen wollte (etwa der Sandmann oder die Maus). Statt zu uns zu kommen, tobte sie oben: "Du bist schuld, dass ich jetzt den Sandmann verpasse!" Dass sie selbst "schuld" war, weil sie nur herunterkommen hätte müssen, kam ihr nicht in den Sinn.

Wir konnten dieses Spielchen immer und immer wieder durchexerzieren - es nutzte überhaupt nichts, kein Lerneffekt trotz großer Konsequenz meinerseits. Den Durchbruch brachte dann einfach ein Kompromiss: Ich bot ihr an, sie drei Stufen nach unten zu tragen und die restlichen Stufen müsse sie selber gehen. Und schon klappte alles wie am Schnürchen.

Vielleicht braucht auch Ihre Tochter einfach etwas Entgegenkommen - es muss ja nicht viel sein. Es gibt Kinder mit starker Persönlichkeit, die sich trotz logischer Konsequenzen nicht darauf einlassen können, komplett nachzugeben - lieber wird weiter gebockt...

Nehmen wir das Beispiel Anziehen morgens. Fragen Sie Ihre Tochter schon abends, was Sie denn gmeinsam tun könnten, damit das Anziehen morgens nicht zum Kampf wird. Die Kleider in der richtigen Reiehnfolge als "Anziehstraße" im Kinderzimemr auf den Boden legen? Oder will Ihre Tochter sich nicht anziehen, weil sie etwas anderes anziehen will als sie soll (oft ist die gewünschte Kleidung gar nicht der Witterung angemessen)? Dann können Sie ihr erlauben, dass sie sich so anzieht, wie sie das will, aber für den Weg etwas besonders Warmes drüberzieht und außerdem die passenden Kleider in einer Tasche dabei hat.

Versuchen Sie also herauszufinden, was Ihre Tochter genau will und warum es in der Form, wie Sie es wollen, für sie nicht in Ordnung ist. Finden Sie dann einen Kompromiss, mit dem beide leben können.

Viel Erfolg und gute Nerven!
Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz





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