Liebe Ina,
es ist schon ein erster Erfolg, dass Ihre Tochter den Schnuller nur noch zum Schlafen braucht. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihrer Kleinen den Abschied vom Schnulli schmackhaft machen können:
Erklären Sie Ihrem Kind, warum es Zeit ist, den Schnuller abzugeben. Sagen Sie ihm beispielsweise, dass Sie es besser verstehen, wenn es ohne Schnuller spricht; dass es dann schöner lacht; dass es für den Schnuller doch eigentlich schon zu groß ist; dass seine Zähne ohne Schnuller schöner wachsen... Hilfreich sind auch Bilderbücher, die den Abschied vom Schnuller zum Thema haben, etwa „Ein Bär von der Schnullerfee“ von B. Spathelf u. S. Szesny (Albarello 1997; 32 Seiten; 13,70 Euro). Es gibt aber noch viele weitere Bücher zu diesem Thema.
Lassen Sie Ihr Kind den Schnuller verschenken. Dabei ist es unwesentlich, ob es den Schnuller nun einem Baby aus dem Verwandten- oder Freundeskreis schenkt oder aber für Vogelbabys an einer Schleife in der Nähe des Nestes aufhängt. Der psychologische Effekt dabei ist beachtlich, denn das Baby bzw. die Vogelbabys brauchen den Schnuller jetzt, aber das Kind ist schon so groß, dass es ihn nicht mehr braucht. Loben Sie Ihr Kind gebührend für seine Hilfsbereitschaft! Verknüpfen Sie das Groß-sein möglichst mit einem Privileg. Lassen Sie Ihr Kind z. B. abends 15 Minuten länger aufbleiben.
Phantasiegestalten oder Autoritäten nehmen den Schnuller entgegen. Oft hilft es, wenn Ihr Kind dem Nikolaus, dem Osterhasen oder dem Christkind den Schnuller mitgeben kann. Sehr bewährt hat sich die „Schnullerfee“ (siehe Buch „Ein Bär von der Schnullerfee“), die den Schnuller im Austausch für ein tolles Geschenk mitnimmt.
Tipp: Bitten Sie eine Arbeitskollegin oder Bekannte (die Ihr Kind jedoch noch nicht kennen darf!) als „Schnullerfee“ verkleidet (z. B. mit Hexenhut, Zauberstab und langem Kleid) den Schnuller entgegenzunehmen und dafür ein Geschenk mitzubringen. Die „Schnullerfee“ kann ihren Besuch ruhig auch mehrere Tage im Voraus telefonisch ankündigen. Eine solche „Schnullerfee“ hinterlässt in aller Regel einen bleibenden Eindruck!
Geschenke erhöhen das Durchhaltevermögen. Verlangt Ihr Kind seinen Schnuller zurück, hilft oft der Hinweis, dass der Schnuller doch gegen ein Geschenk eingetauscht wurde. Wollte es den Schnuller nun tatsächlich wiederhaben, müsste es dafür sein tolles Geschenk zurückgeben. Selbst wenn Sie nicht die „Schnullerfee“ bemühen wollen, können Sie schnullerfreie Tage bzw. Nächte am nächsten Morgen mit einem kleinen Geschenk belohnen, etwa einem glitzernden Sticker oder einer anderen kleinen Überraschung.
Rituale erleichtern den Abschied. Sie können den Schnuller z. B. im Beisein der ganzen Familie im Garten oder im Urlaub am Strand vergraben. Ihr Kind darf seinen Nuckel selbst in das Loch hineinlegen. Oder machen Sie einen feierlichen Zug zur Mülltonne und lassen Sie Ihr Kind den Schnuller wegwerfen. Wenn Sie dann noch einige Worte dazu sprechen, wird es eine besonders beeindruckende „Schnullerabschiedsfeier“, die ihren Zweck kaum jemals verfehlen wird!
Bieten Sie anderen Trost an. Bleiben Sie konsequent, wenn Ihr Kind seinen Schnuller abgegeben hat. Natürlich braucht Ihr Kind dann viel Zuwendung. Bieten Sie ihm als Tröster besser sein Lieblingskuscheltier oder eine Schmusedecke bzw. ein Schmusekissen an. Kuscheln Sie zusammen. Beim Einschlafen helfen z. B. Händchenhalten, Kinn oder Bäuchlein streicheln, mit leiser Stimme reden oder singen. Ihr Kind sollte sich keinesfalls in den Schlaf weinen müssen.
Viel Erfolg und herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz
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