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Aktuelle Informationen zur Schweinegrippe von Dr. med. Andrea Schmelz
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Verfasst am: 11.11.2009 [18:03]
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elternwissen
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 20.03.2009
Beiträge: 5
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Liebe Eltern, aus aktuellem Anlass finden Sie hier die neuesten Informationen von Dr. med. Andrea Schmelz zum Thema "Schweinegrippe" bzw. "Neue Grippe" aus ihrem E-Mail-Newsletter Elternwissen kompakt. Um keine neuen Informationen zu diesem Thema zu verpassen, können Sie den kostenlosen persönlichen E-Mail-Newsletter von Dr. Andrea Schmelz hier direkt anfordern: http://www.elternwissen.com/newsletter/elternbrief.html Wir hoffen, dass Sie und Ihre Familie gesund bleiben! Ihr Elternwissen-Team Elternwissen kompakt vom 13.11.09: Liebe Eltern, die Verunsicherung um die Schweinegrippe nimmt kein Ende. Sicher ist, dass die Erkrankungszahlen deutlich ansteigen. Und jetzt, da es einen Impfstoff gibt, grübeln natürlich viele Eltern, ob sie ihr Kind angesichts dieser Tatsachen nicht doch lieber impfen lassen sollen. Aber ist der Impfstoff auch sicher genug? Nicht gerade hilfreich bei der Entscheidung sind Verschwörungstheorien, die dazu im Internet kursieren. Danach sollen beispielsweise die Impfstoffe „getarnte biologische Waffen“ sein und die Regierungen haben (welche Regierungen, wird nicht erwähnt), unterstützt von der Pharmaindustrie, offenbar nur das Ziel, die eigene Bevölkerung zu dezimieren, den Ausnahmezustand auszurufen und Zwangsimpfungen einzuführen. Da wäre die Pharmaindustrie aber ganz schön blöd, sich auf Jahre hinaus selbst das Geschäft zu vermasseln! Wer soll denn dann all ihre Blutdruckmittel und Blutfettsenker, ihre Antibiotika und Impfstoffe konsumieren, wenn sie einen Großteil der Patienten mit der Schweinegrippe-Impfung „um die Ecke“ gebracht hat! Und auch die Politiker der schurkischen Regierungen würden sich ins eigene Fleisch schneiden! Wer soll denn dann die Steuern bezahlen, aus denen auch die Diäten der Politiker gezahlt werden? Nee, nee, die Bundesregierung hat andere Gründe, zur Schweinegrippe-Impfung zu raten! Wenn nur 15 Prozent der Bevölkerung an der Schweinegrippe erkranken (und es werden sogar bis zu 30 Prozent als möglich erachtet!), dann würde die Notfallversorgung in Deutschland zusammenbrechen, weil dann voraussichtlich 45.000 Intensivbetten für Patienten mit schweren Komplikationen fehlen würden. Und vor so einem „Worst-Case-Szenario“ hat man Angst! ************************************************************************************* Leserbrief: Gegen Schweinegrippe impfen lassen oder nicht? Frage: Liebe Frau Dr. Schmelz, ich wüsste gerne von Ihnen, ob Sie mir dazu raten oder abraten, meinen Sohn (4,5 Jahre) gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Vielen lieben Dank für Ihren Rat Herzliche Grüße Carmen L. Antwort: Liebe Frau L., tja, bei der Impfung gegen Schweinegrippe ist guter Rat teuer. Es gibt momentan nur den Impfstoff Pandemrix, aber die Grippewelle rollt. Der Bundesverband der Kinderärzte empfiehlt die Impfung inzwischen offiziell – auch mit Pandemrix. Da Ihr Sohn vermutlich keine Grunderkrankung (bezügl. Herz, Lunge, Stoffwechsel) hat, sehe ich die Schweinegrippe derzeit als so gefährlich oder auch ungefährlich für ihn wie eine „normale“ Grippe an. Allerdings ist die Ansteckungsgefahr höher (siehe dazu auch hier: http://www.elternwissen.com/working-mom-blog/blog-beitrag/tipp/schweinegrippe-quo-vadis.html) und da er mit 4 Jahren vermutlich in den Kindergarten geht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Schweinegrippe dort irgendwann kursiert. Die Impfung ist derzeit einfach die wirksamste Schutzmöglichkeit gegen Schweinegrippe, denn wie „toll“ das mit dem Abstandhalten und Händewaschen und rücksichtsvoll in den Ärmel husten im Kindergarten funktioniert, weiß wohl jede Mutter… Was die Nebenwirkungen betrifft, so sind bislang neben den bereits zu erwartenden (überwiegend Lokalreaktionen mit Rötung, Schwellung und Schmerz an der Einstichstelle sowie abgeschwächte grippale Symptome wie evtl. Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit) auch einige Allergiezwischenfälle aufgetreten (das kann bei jeder Impfung vorkommen und ist sehr selten). Die aus Schweden gemeldeten Todesfälle nach der Impfung sind nach der Autopsie eindeutig den Grundkrankheiten der Patienten zuzuschreiben gewesen. Die impfenden Kinderärzte bei uns melden, dass der Schweinegrippe-Impfstoff auch von Kleinkindern und Babys gut vertragen werde und schwerwiegende Nebenwirkungen bislang nicht beobachtet worden seien. Es soll im Dezember einen Impfstoff für Schwangere geben, der den saisonalen Grippeimpfstoffen entspricht (nur eben mit Schweinegrippe-Antigen) und weder Wirkverstärker noch Konservierungsmittel enthält. Er befindet sich gerade im Zulassungsverfahren und wird Panenza heißen. Die Bundesregierung hat 150.000 Dosen dieses Impfstoffes bestellt. Falls der Impfstoff dann auch für Kinder über drei Jahren verfügbar wäre, wäre das natürlich eine Alternative. Allerdings kann Ihr Sohn sich bis dahin schon mit Schweinegrippe angesteckt haben. Eine ganz eindeutige Impfempfehlung wie „ja, unbedingt impfen“ oder „nein, auf keinen Fall“ kann und will ich nicht geben. Das hängt eben immer auch von den Umständen ab. Herzliche Grüße Ihre Andrea Schmelz ************************************************************************************* Pflanzlich gegen Schweinegrippe vorbeugen Wenn Sie sich nicht für die Impfung entscheiden wollen, kann die Zistrose (Cistus incanus), eine Pflanze mit hübschen rosenähnlichen Blüten, eine Alternative für Sie und Ihre Familie sein. Es gibt eine ganze Reihe von Zistrosen-Präparaten auf dem Markt, die häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, deren Wirksamkeit also nicht geprüft ist. Für den Extrakt einer speziellen Zistrosen-Unterart (Cistus incanus ssp. tauricus) hingegen gibt es auch Studien zur Wirksamkeit. Unter dem Namen Cystus 052 wurde er in kleinen Studien an der Universität Münster, am Friedrich-Löffler-Institut in Tübingen und an der Charité Berlin untersucht. Der Extrakt enthält hoch-polymere Polyphenole, das sind Gerbstoffverbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Diese hüllen Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien ein und verhindern, dass sie sich an die Zellen der Atemwegsschleimhaut anheften. Die Zahl der eindringenden Keime verringert sich also. So können beispielsweise Grippeviren schon vor einer Infektion blockiert werden. Der Extrakt Cystus 052 ist als „Cystus 052 Infektblocker“ (Firma Pandalis) in Apotheken erhältlich. Der Extrakt ist nur lokal wirksam, das heißt, er muss direkt mit der Schleimhaut in Berührung kommen als Lutschtablette (66 Tabletten für 14,90 Euro, 132 Tabletten für 27,70 Euro) oder Gurgellösung (330 ml für 17,89 Euro). Zur Vorbeugung einer (Schweine)grippe-Infektion sollte man insbesondere bei Kontakt zu vielen Menschen (z. B. in der Schule, im Kindergarten, im Kaufhaus, in öffentlichen Verkehrsmitteln) im Abstand von 60 bis 90 Minuten ein bis zwei Tabletten im Mund zergehen lassen. Nebenwirkungen sind nicht bekannt und der Infektblocker ist auch für Kinder (sobald sie Bonbons lutschen können, also ab etwa drei Jahren), Schwangere und Stillende geeignet und sicher. Kleiner Nachteil: Kinder sind vom Geschmack der Lutschtabletten nicht unbedingt begeistert. Dann hilft es, wenn Sie Ihr Kind gleichzeitig ein leckeres Bonbon lutschen lassen. Es darf nur kein Eiweiß enthalten, denn dann würde es den Vorbeugeeffekt stören. Dafür hat der Cystusextrakt den unschätzbaren Vorteil, dass er physikalisch wirkt und die Erreger einhüllt. Dadurch können sich keine Resistenzen entwickeln und die Wirksamkeit ist auch bei einem mutierten Virus in gleicher Weise gewährleistet. Zusätzlich kann ich Ihnen noch Holunderbeersaft oder -extrakt empfehlen, der ebenfalls antiviral gegen (Schweine)Grippe wirksam ist. Erwachsene oder ältere Kinder können dreimal täglich ein kleines Glas Holundersaft (selbst eingekocht oder so genannter Holunder-Muttersaft aus der Apotheke oder Drogerie) trinken. Kleinere Kinder mögen den sehr säuerlichen Holundersaft oftmals aber nicht. Für sie ist Holunderbeerextrakt besser geeignet. Leider ist Sambucol Sirup nicht mehr erhältlich. Aber unter der Bezeichnung „Holunderbeerextrakt Sirup“ gibt es ein identisches Präparat (250 ml für 24,90 Euro, geeignet für Babys ab sechs Monaten), ebenfalls von der Firma Hecht, die vormals Sambucol vertrieben hat. Die Dosierung ist wie folgt: Kinder unter zwei Jahren erhalten vorbeugend einen Teelöffel Holunderbeerextrakt, bei erhöhter Infektgefahr oder beginnenden Infekzeichen zwei Teelöffel. Kinder über zwei Jahren erhalten zwei bis vier Teelöffel. Elternwissen kompakt vom 11.11.09: Die Grippewelle rollt... Liebe Eltern, inzwischen haben uns die Prognosen der Experten eingeholt, die da schon im Sommer vorausgesagt haben, dass sich die Schweinegrippe in der kalten Jahreszeit rasant verbreiten wird. Müssen Sie aufgrund der gemeldeten Todesfälle an Schweinegrippe beunruhigt sein? Bisland nicht mehr als bei einer „normalen“ Grippewelle, denn nach offiziellen Angaben sterben jedes Jahr infolge der saisonalen Grippe durchschnittlich 8.000 bis 11.000 Menschen in Deutschland. Die wurden bloß nicht so medienwirksam jeden Tag gemeldet… Wenn Sie sich selbst über die aktuellen Erkrankungszahlen informieren wollen, können Sie dies auf der Webseite der „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ (http://influenza.rki.de/) tun. Dort werden die aktuellen Erkrankungszahlen aufgeführt und die Grippeaktivität in den einzelnen Bundesländern wird grafisch dargestellt. Unter www.neuegrippe.bund.de finden Sie offizielle Informationen und Empfehlungen zur Schweinegrippe und auch zur Impfung dagegen. Falls Sie für sich und/oder Ihr Kind eine Impfung in Erwägung ziehen und überlegen, ob Sie die normale Grippeimpfung plus die Schweinegrippe-Impfung brauchen oder ob nicht eine der beiden Impfungen ausreicht, dann ist nach dem jetzigen Stand die Impfung gegen Schweinegrippe sinnvoller als die saisonale Grippeimpfung. Das heißt nicht, dass ich jetzt allen Elternbrief-Lesern und ihren Kindern die sofortige Schweinegrippe-Impfung ans Herz lege. Ob für Ihre Familie eine Impfung sinnvoll ist, sollten Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen. Eine Verpflichtung, an der Impfung teilzunehmen, gibt es in Deutschland nicht. Und das ist auch gut so! Kampf den Grippeviren Abgesehen von der Impfung können Sie im Alltag selbst viel dazu beitragen, dass Sie und Ihre Familie möglichst gar nicht an Grippe erkranken. Welche homöopathischen Möglichkeiten es unter anderem gibt, habe ich schon im Elternbrief vom 21.10.09 erläutert, und dass Händewachen wichtig ist, wissen Sie auch schon. Hier geballt alle Möglichkeiten zur Vorbeugung einer Infektion: 1. Ausreichend Schlaf in einem gut gelüfteten Schlafraum. 2. Mehrmals täglich gut lüften, etwa 3- bis 4-mal für jeweils 10 Minuten das Fenster ganz aufmachen. 3. Täglich Bewegung an der frischen Luft, am besten eine halbe bis ganze Stunde lang. Natürlich gut angezogen, damit die körpereigene Abwehr nicht schwächelt. 4. Ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, z. B. morgens ein Müsli mit Obst, dazu ein Glas Orangensaft. Auch zur Pause im Kindergarten oder in der Schule darf Obst nicht fehlen. Auch sonst sollten mehrmals täglich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. 5. Kneippanwendungen, z. B. Wassertreten in der Badewanne. Erwachsene sollten als Abschluss beim Duschen kurz kalt duschen. 6. Stress vermeiden und für Entspannung sorgen. Nicht zu viel Zeit verplanen, täglich Ruheinseln einbauen (für Kinder, die tagsüber nicht mehr schlafen, zumindest ruhige Beschäftigung wie Vorlesen oder Puzzlen). 7. Halten Sie Abstand von anderen Menschen, insbesondere, wenn diese niesen und husten. Auf Händeschütteln und Begrüßungsküsschen verzichten. 8. Leider lässt sich das Abstandhalten gerade im Kindergartenund in der Schule nicht wirklich realisieren. Hier ist es sinnvoll, dass die Kinder zumindest nicht aus dem selben Becher trinken oder vom Pausenbrot eines anderen Kindes abbeißen. 9. Keine Stofftaschentücher benutzen, sondern nur Papiertaschentücher. Jedes Taschentuch nach einmaliger Benutzung sofort im Abfalleimer entsorgen. 10. Ist kein Taschentuch zur Hand, in die Armbeuge husten oder niesen, damit die Viren nicht an den Händen kleben, von wo aus sie sich rasch verbreiten. Häufiger Türklinken und Lichtschalter feucht abwischen oder besser noch desinfizieren. 11. Erwachsene können darauf achten, sich nicht mehr mit den Händen ins Gesicht zu fassen. 12. Weil die Erreger über die Hände übertragen werden, ist häufiges und richtiges Händewaschen sehr wichtig! Zumindest nach jedem Toilettengang, vor jedem Essen und immer dann, wenn Sie von draußen kommen oder Kontakt zu Menschen gehabt haben. Halten Sie die Hände undter fließendes, möglichst warmes Wasser. Seifen Sie die Hände gründlich 20 bis 30 Sekunden lang ein und vergessen Sie die Zwischenräume zwischen den Fingern und die Fingerkuppen nicht. Danach die Hände gründlich abspülen und mit einem einmalhandtiuch abtrocknen. 13. Falls in Ihrer Familie jemand an Grippe erkrankt ist, helfen folgende Maßnahmen, eine Ansteckung der anderen Familienmitglieder zu vermeiden: Hände nach Kontakt mit dem Erkrankten desinfizieren (auf dem Mittel muss „viruzid“ stehen) Besonders in Bad und Küche auf Hygiene achten. Der Erkrankte sollte in einem separaten Raum schlafen und möglichst nicht zusammen mit den restlichen Familienmitgliedern essen. Abstand zum Erkrankten halten, nicht umarmen oder küssen. 14. Ein Mundschutz hilft Gesunden wenig, um einer Erkrankung vorzubeugen. Er macht hauptsächlich für Erkrankte Sinn, um andere nicht anzustecken. 15. Beim Arzt vorher Bescheid sagen, falls eine Grippe vermutet wird, damit im Wartezimmer nicht andere Patienten angesteckt werden. Frage: Ihr Kind hat Schweinegrippe: Müssen Sie's dem Arbeitgeber sagen? Nein, Sie müssen nicht! Natürlich wäre es zur Vermeidung einer Ansteckung der Kollegen am sichersten, wenn Sie zuhause blieben. Aber das ist wenig praktikabel, weil dann Tausende von nicht erkrankten Eltern vorbeugend daheim bleiben müssten und die Kollegen am Arbeitsplatz die Mehrarbeit möglicherweise gar nicht mehr auffangen könnten, da eventuell auch viele Arbeitskollegen erkrankt sind. Außerdem dürfen Sie nur dann der Arbeit fernbleiben, wenn Sie selbst erkrankt sind oder Ihr krankes Kind pflegen müssen. Wird der fiebernde Nachwuchs aber z.B. von der Mutter gepflegt, darf der Vater nicht vorbeugend zuhause bleiben. Er hätte in diesem Fall keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Es kann jedoch Situationen geben, die eine Ausnahme erfordern. Das gilt z.B. für Pflegeberufe oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, wo ein hohes Risiko der Weiterbreitung des Virus besteht. Da Sie als Eltern sicherlich mit Ihrem kranken Kind zum Arzt gehen werden, muss dieser die Schweinegrippe-Erkranung Ihres Kindes ans zuständige Gesundheitsamt melden. Dieses könnte Sie als Eltern dann in begründeten Fällen unter Quarantäne stellen, sodass Sie nicht mehr arbeiten dürfen. In solchen Fällen wäre es sinnvoll, von sich aus beim Arbeitgeber Bescheid zu sagen, bevor er durchs Gesundheitsamt informiert wird. Weil ich das auch schon gefragt worden bin: Falls bei Ihnen in der Schule Fälle von Schweinegrippe aufgetreten sind, dürfen Sie Ihr Kind nicht zuhause lassen, um einer Ansteckung vorzubeugen. Es darf (und muss) nur daheim bleiben, wenn es selbst krank ist! Beim Kindergarten haben Sie natürlich das Recht, Ihr Kind vorbeugend zuhause zu lassen. Elternwissen kompakt vom 06.11.09: Liebe Eltern, auch wenn Ihr Kind in der Kinderkrippe oder im Kindergarten vielleicht gerade wieder eine Erkältung aufgeschnappt hat, redet niemand über „banale Infekte“ (die heißen unter Medizinern wirklich so!). Obwohl Erkältungen viel häufiger sind als Fälle von Schweinegrippe, findet sich die Schweinegrippe immer wieder in den Schlagzeilen. Ohne, dass ich allzu sorglos klingen möchte (hellsehen kann ich nämlich auch nicht!), glaube ich Sie doch mit den folgenden Fakten etwas beruhigen zu können – sofern Sie Beruhigung überhaupt nötig haben: Der Grund, warum alle Welt so argwöhnisch den Verlauf der Schweinegrippe beobachtet, liegt in der verheerenden Grippepandemie von 1918/19, der „Spanischen Grippe“. Damals war es auch ein neuer Erreger, ebenfalls ein H1N1-Virus, bei dem die erste Erkrankungswelle ebenfalls eher milde verlief, dann aber 25 bis 50 Millionen Todesopfer weltweit verursachte. Dass etwas Ähnliches wieder passieren könnte, ist jetzt die größte Sorge der Mediziner. Lesen Sie deshalb in meinem ersten Beitrag, warum die spanische Grippe so gefährlich war und wo der Unterschied zur Schweinegrippe liegt. Schweinegrippe - genauso gefährlich wie die Spanische Grippe? US-amerikanische Mediziner kommen in der Zeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ zu der Überzeugung, dass es nicht allein das Grippevirus war, das den Menschen so zugesetzt hat. Nein, in vielen Fällen war es auch die Behandlung! Da die Ärzte damals nicht so recht wussten, was sie tun sollten (und irgendwas mussten sie angesichts der Heerscharen von Kranken ja tun!), verordneten sie – gemäß dem Motto „Viel hilft viel.“ – ihren Grippepatienten hohe Dosen von Aspirin. Ein Teil der Todesopfer ist daher wohl an einer Überdosis Aspirin gestorben. Die Autopsieberichte der Grippetoten von damals beschreiben immer wieder Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge der Verstorbenen. Heute wissen wir, dass eine Aspirin-Vergiftung genau das hervorrufen kann. Damals wurde es jedoch der Grippe zugeschrieben. Eine unkritische Einnahme von Medikamenten (egal welchen!) ist also in jedem Fall zu vermeiden! Andere Wissenschaftler fahndeten nach allen noch verfügbaren Autopsieberichten und nach letzten archivierten Gewebeproben: Sie werteten 8.398 Autopsieberichte aus und untersuchten Gewebeproben von 58 Grippeopfern von damals. Es zeigte sich, dass in fast allen Fällen eine schwere hämorrhagische Pneumonie (also eine Lungenentzündung mit Einblutung in die Lunge), in den meisten Fällen aufgrund einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (z. B. mit Pneumokokken), zum Tode geführt hatte. Die Patienten sind also nicht direkt am Grippevirus verstorben, sondern an einer bakteriellen Superinfektion. Und die haben sie sich größtenteils in den überfüllten Lazaretten oder Militärlagern, wo die Patienten wie die Ölsardinen dicht an dicht gedrängt lagen, eingefangen. Immerhin sind heute viele Babys und Kleinkinder gegen Pneumokokken geimpft. Uns stehen morderne Antibiotika zur Behandlung bakterieller Lungenentzündungen zur Verfügung. Und auch die früher üblichen Krankensäle, die einer Ausbreitung der bakteriellen Erreger Vorschub geleistet haben, sind inzwischen glücklicherweis „out“. Wir sind also viel besser gerüstet als damals! Wenn das keine Gründe sind, nicht in „Schweinegrippe-Panik“ zu verfallen… Kinderärzte raten jetzt doch offiziell zur Schweinegrippe-Impfung für Kinder ab 6 Monaten Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt seit Mittwoch, 4.11.09, wegen deutlich steigender Krankheitsfälle nun doch die Impfung gegen Schweinegrippe für Kinder unter drei Jahren. Ab sofort sollten alle Kleinkinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat dagegen geimpft werden. In allen Altersgruppen hätten die Erkrankungen zugenommen, begründete der Verband seine geänderte Haltung. Zuverlässige Studiendaten aus anderen europäischen Ländern zeigten zudem, dass auch sehr kleine Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen könnten. Geimpft werden sollten vor allem Kinder, die ein chronisches Leiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen oder Herzfehler haben. „Sie sollten baldmöglichst geimpft werden“, betonte Verbandspräsident Wolfram Hartmann. Zugleich forderten die Kinderärzte aber erneut schnellstmöglich einen verbesserten Impfstoff ohne Wirkverstärker. Elternwissen kompakt vom 23.10.09: Liebe Eltern, nun geht es also los mit den Impfungen gegen Schweinegrippe, auch wenn vorrangig erst mal „wichtige“ Leute wie Krankenhauspersonal, Rettungskräfte, Feuerwehr usw. dran sind. Der „kleine Mann“ auf der Straße reißt sich sowieso nicht um die Impfung. Und die in den vergangenen Wochen geführte Diskussion über die „Zweiklassenmedizin“ das Vertrauen in die Impfung natürlich auch nicht gerade vergrößert. Sie erinnern sich: Es wurde bekannt, dass sowohl für die Bundeswehr als auch für die Mitglieder der Bundesregierung nicht der Impfstoff Pandemrix (mit einem umstrittenen Wirkverstärker) bestellt wurde, sondern ein Impfstoff der Firma Baxter (Celvapan), der ohne Wirkverstärker und quecksilberhaltiges Konservierungsmittel auskommt. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte auch gleich: „Es gibt keinen besseren oder schlechteren Impfstoff.“ Warum es in Deutschland überhaupt nur schlechte Impfstoffe gibt und wie die Amerikaner das Impfstoff-Problem deutlich eleganter gelöst haben als wir, können Sie in meinem Blog vom 18.10.09 lesen. Dort erfahren Sie außerdem, warum der als verträglichere Alternative hoch gelobte Impfstoff Celvapan (nach den neuesten Informationen, die mir vorliegen) voraussichtlich auch nicht erkennbar sicherer oder nebenwirkungsärmer ist. Damit Sie solche wichtigen Informationen in Zukunft nicht mehr verpassen und immer ganz aktuell informiert sind, finden Sie uns seit kurzem auch auf Twitter. Mehr dazu lesen in meinem ersten Beitrag. Neu: Verfolgen Sie die Elternwissen-News jetzt auch auf Twitter Wenn Sie sich jetzt auf Twitter für unsere Elternwissen-Tweets anmelden, sind Sie immer auf dem Laufenden und verpassen nichts mehr! Auf http://twitter.com/elternwissen haben Sie immer die neuesten Beiträge von www.elternwissen.com im Blick. Und auf http://twitter.com/andreaschmelz gibt es jeweils die neuesten Forenbeiträge und Blogeinträge von Frau Schmelz zu lesen. Folgen Sie Frau Schmelz jetzt auf www.Twitter.com oder über Ihr Handy. So sind Sie rund um informiert und verpassen keine wichtigen Meldungen. |
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Verfasst am: 13.11.2009 [14:09]
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elternwissen
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 20.03.2009
Beiträge: 5
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Update am 13.11.09 |
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Verfasst am: 15.11.2009 [14:23]
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erbse5
Newbie
Dabei seit: 15.11.2009
Beiträge: 1
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Liebe Fr. Dr. Andrea Schmelz, ich habe Fragen zur Schweinegrippe und hoffe, dass Sie mir hier weiterhelfen können... 1. Ich habe von einer Heilpraktikerin, von der ich bisher nur positives gehört habe, Globuli bekommen - diese sollen einer Art Impfung gegen Grippe, auch Schweinegrippe entsprechen. Haben Sie davon schon mal gehört? 2. Cystus 052 Infektblocker enthält laut Zusammensetzung Banane - Wenn man nun eine Bananenallergie hat, sollte man auf die Einnahme dieser Lutschtbl. besser verzichten? Gibt es ein Ersatzpräparat? Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen. |
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Verfasst am: 15.11.2009 [17:38]
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AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
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Liebe erbse5, natürlich kann man mit Globuli gegen Grippe oder Schweinegrippe vorbeugen. Es ist aber keine Impfung und Belege oder Studien über die Wirksamkeit gibt es dafür auch nicht. Trotzdem halte ich es für eine gute und praktikable Methode, zumal es sich bei der Schweinegrippe ja nicht um eine absolut tödliche Erkrankung handelt! Sie finden dazu auch eine Empfehlung von mir unter www.elternwissen.com/gesundheit/kinder-impfen/art/tipp/schweinegrippe-kinder-jetzt-mit-der-schweinegrippe-impfung-schuetzen.html Bei einer schweren Grunderkrankung wie einem beeinträchtigenden Herzfehler oder schwerem Asthma würde ich mich alledings nicht allein darauf verlassen wollen. Es ist richtig, dass Cystus052 Infektblocker Tabletten Banane enthalten (daneben auch Maissirup, Rote Bete und Hagebuttenkernöl). Wenn Sie darauf allergisch sind, sollten Sie darauf verzichten. Sie könnten alternativ auf die Cystus052 Gurgellösung umsteigen, die enthält außer dem Cysturextrakt nur Wasser. Sie hat allerdings das Manko, dass man sie tagsüber schlecht unterwegs dabei haben kann. Es gibt Lutschtabletten auch von anderen Firmen (z.B. von Vitanerton), aber da der Extrakt in Cystus052 patentiert ist, ist in den anderen Lutschtabletten natürlich nicht der Cystus052-Extrakt drin. Und die Studien, die die Wirksamkeit belegen, sind alle mit dem Cystus052-Extrakt gemacht worden. Außerdem ist der Extrakt in anderen Tabletten eventuell nicht hoch genug dosiert. Herzliche Grüße Ihre Andrea Schmelz Hat Frau Dr. Schmelz Ihnen schon einmal bei einem Problem weitergeholfen? Unterstützen Sie bitte Frau Dr. Schmelz und das Elternwissen-Team und werden Sie Fan von Elternwissen.com und empfehlen Sie unsere Seite Ihren Freunden weiter!
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