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Thema ohne neue Antworten

chronischer Schnupfen

Autor Nachricht
Verfasst am: 07.11.08 [11:13]
katz_1
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 07.11.2008
Beiträge: 3

Hallo

meine Tochter wird in 2 Monaten 4 jahre alt. Sie ist seit sie 9Monate alt ist, ganztags in einer Kindertagesstätte (zuerst Krabbelstube, jetzt KiGa). Und seitdem hat sie fast ununterbrochen Schnupfen. Sie fing in der Krabbelgruppe im September an und kurz darauf ging es los. Die Phasen des heftigen Schnupfens wechselten sich ab mit leichtem "Nase läuft ganz wenig und nur ab und zu", aber es waren kaum Tage dabei, wo ich mit guten Gewissen sagen kann, dass die Nase perfekt frei ist. Damaliger Kinderarzt fand es alles ganz normal.
Jeden Sommer schicke ich sie für 2 Monate zu den Großeltern an die Meeresküste und dort wird es natürlich besser und sogar richtig gut.
Als sie 2 war, und der zweite Winter in der Krabbelgruppe wieder voll mit Nasenproblemen war, sind wir doch mal zum HNO und natürlich hat er gesagt, dass schon Polypen gewachsen sind, Ohrgänge waren ziemlich zu. Doch wollte er nicht gleich operieren, sondern die Tendenz beobachten ob es sich doch über Sommer gut genug verbessert.
Daraufhin haben wir im Sommer eine homöopatische therapie durchgeführt, die sowohl Immunsystem stärken als auch die Rückbildung der Polypen bringen sollte. Wahrscheinlich war das auch der Fall, weil im Sommer - früherem Herbst war die Nase frei und auch nachts hat die Kleine gut geatmet und nicht "geschnarrcht.
Ich fand auch, dass ihr Immunsystem jetzt deutlich gestärkt ist, sie wird eigentlich nicht so leicht krank im Sinne, dass sie richtig erkältet ist mit Fieber und anderen starken Symptomen. Aber der Schnupfen ist doch irgendwie immer da.
Nach dem letzten Sommer vermute ich auch dass die Polypen sich nicht über Sommer rückbildeten. Jetzt ist erst 2 Monate Herbst und sie atmet kaum über die Nase und die Atemgeräusche nachts sind laut, und sie atmet, glaube ich, auch nachts mehr mit dem Mund als früher. Das interpretiere ich so, dass da alles zugewachsen ist mit Polypen.
Sie hatte jetzt im Oktober richtigen starken Schnupfen, und einerseits scheint es weg zu sein aber andererseits, wenn ich ihr mal mit Meereswasser die Nase durchspüle (alle 2-3 Tage), da kommst schon mal was raus, mal eher grün, mal sehr hell, aber schon ein wenig Schleim.
Ich würde sehr gerne die Operation vermeiden. Was meinen Sie, ist es überhaupt noch möglich, oder soll ich doch lieber schleunigst einen Termin machen? (ich war als kind auch ein "Mundatmer" und die ganze Problematik scheint schon sehr erblich zu sein. Bloss, nachdem mir die Polypen entfernt wurden, habe ich jeden Winter Anginas gekriegt - deswegen gefällt mir diese "Lösung" gar nicht. Die Kleine hatte bisher weder Anginas noch ausgeprägte Hustenbeschwerden bei ihren Erkältungen)

Ich wäre Ihnen sehr dankbar für die Meinung, leider habe ich in meiner Stadt (Frankfurt) keinen Kinderarzt gefunden, dem ich vertraue. Vielleicht kennt jemand welchen? icon_smile.gif

Verfasst am: 11.11.08 [01:08]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 298

Liebe katz_1,
ich kann Ihnen zwar keinen Kinderarzt in Frankfurt empfehlen, aber eine kurze Einschätzung zum Schnupfenproblem Ihrer Tochter geben. So, wie Sie es beschreiben, scheint es nicht ein chronischer, also anhaltender Schnupfen zu sein, sondern eher "schon wieder ein Schnupfen". Der eine Infekt ist noch nicht ganz weg, sodass sich die Nasenschmeimhaut völlig regeneriert hätte, da erwischt Ihre Tochter schon den nächsten.

Ganz klar, dass bei so vielen und auch frühen Infekten (Ihre Kleine ist ja seit dem 1. Lebensjahr in der Krippe) die Polypen zu "Höchstform" auflaufen und sich vergrößern. Sie gehören nämlich zum lymphatischen Rachenring und sind für die Infektabwehr zuständig. Sie haben völlig Recht, dass solch vergrößerte Polypen sich nicht über den infektfreien (oder zumindes -armen) Sommer auf Normalgröße zurückbilden können.

Wenn Ihre Tochter jetzt nur noch durch den Mund atmet, weil die Nase völlig verlegt ist, und nachts sehr schnarcht, sollten Sie einen Termin beim HNO-Arzt ausmachen, denn nur dieser kann die Polypen wirklich sehen und beurteilen. Wenn der HNO-Arzt zu einer Entfernung rät, sollten Sie zustimmen, denn bei stark vergrößerten Polypen, weiterhin sehr häufigen Infekten und einer schon versuchten homöopathischen Behandlung wird es dann wahrscheinlich nicht ohne Operation gehen.

Dass Kinder nach einer Polypenentfernung (die werden übrigens nicht ganz entfernt, sondern nur auf Normalgröße zurechtgestutzt!) ständig Angina kriegen, ist übrigens nicht typisch. Das muss bei Ihrer Tochter nicht auch der Fall sein!

Alles Gute und herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.2008 um 01:08.]


Verfasst am: 12.11.08 [22:29]
katz_1
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 07.11.2008
Beiträge: 3

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Könnten Sie vielleicht noch ein Paar Worte über diese geheimnisvollen Polypen schreiben oder vielleicht einen Link empfehlen, wo man das nachlesen kann.

Ich habe versucht mich in die Thematik einzulesen und habe es so verstanden, dass es einmal so eine Art dritte Mandel gibts irgendwo auf der hinteren "Nasen-Rachen-Wand", die wächst und sich auch entzündet bzw vergrößert bei dem Schnupfen.
Und dann können noch überall in den Nebenhöhlen das, was dann an sich "Polyp" genannt wird, entstehen. Dies geschieht, wenn die Öffnungen, durch die Schleim ausgesondert wird, zugehen und dann sammelt sich das Schleim und bildet so ein Säckchen, was man dann Polyp nennt.

Verstehe ich das richtig? Von welchen Polypen redet man dann bei so einem Kind - diese erste Variante oder die zweite?

Auch war immer bei der Beschreibung der Operation davon die rede, dass diese "dritte Mandel" rausgerissen wird. Ist es tatsächlich möglich, sie nur zu kürzen?

Vielen Dank noch mal für Ihre Zeit

Verfasst am: 12.11.08 [23:55]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 298

Liebe katz_1,
als "Polypen" werden zweierlei Veränderungen bezeichnet:
1) Die Adenoide, also die vergrößerte Rachenmandel bei Kindern, heißen im Volksmund Polypen. Das ist aber kein medizinischer Ausdruck.
2) Medizinisch werden Schleimhautwucherungen als Polypen bezeichnet. Solche Polypen können in der Nase bzw. den Nasennebenhöhlen wachsen oder aber auch im Darm.

Bei Ihrer Tochter geht es um Polypen im Sinne von Nummer 1). Bei ihr ist die Rachenmandel vergrößert, denn die Rachenmandel dient der Infektabwehr. Nur kann die zu stark vergrößerte Rachenmandel die Nasengänge, die in den Nasen-Rachenraum einmünden, verlegen (siehe hier: www.hno-gummersbach.de/adenoide4.htm). Und dann schnarchen die Kinder und atmen durch den Mund, weil es durch die Nase ja nicht mehr geht.

Ddie Polypen werden mit einem Ringmesser abgetragen. Das sieht ähnlich aus wie ein Löffel, der in der Mitte ein großes Loch hat. Und der Innenrand des Löffels ist scharf (ähnlich wie bei einem Hobel). Damit fährt der Arzt über die Polypen, die dadurch abgetrennt werden (aber Reste des Gewebes bleiben dabei immer zurück, deswegen können die Polypen bei kleinen Kindern auch wieder nachwachsen). Hier noch etwas zur Operationsmethode: de.wikipedia.org/wiki/Adenotomie

Ich hoffe, Sie sehen jetzt klarer.
Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz


Verfasst am: 14.11.08 [13:50]
miesemuckel
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 02.05.2008
Beiträge: 16

Hallo katz_1,

unser früherer Kinderarzt sitzt zwar nicht in Frankfurt, sondern in Lorsch (südliche Bergstraße), aber den kann ich wirklich sehr empfehlen. Wenn Ihnen der Weg nicht zu weit ist (schätzungsweise 50km, je nachdem, wo genau in FFM Sie leben), dann sollten Sie ihn mal aufsuchen, wenigstens für die sogenannte zweite Meinung vor einer eventuell anstehenden OP. Er heißt Dr. Frey, Tel 06251-57186.

Viel Erfolg und alles GUte!

Verfasst am: 15.11.08 [23:33]
katz_1
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 07.11.2008
Beiträge: 3

Vielen Dank @Frau Schmelz für die Erklärungen und auch @miesemuckel für die Empfehlung - ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren.

Jetzt habe ich mit "Adenoide" rumgesurft und - es ist mal wieder erstaunlich, dass nicht mal die Ärzte sich einig sind. icon_eek.gif
Einer meint (recht agressiv), dass nie im Leben was nachwachsen kann (und wer was anderes behauptet, sei dumm), für die meisten anderen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Adenoide nachwachsen. Dann gibts eine Meinung, dass die sich so gut zurückbilden können wie ein gewachsener Apfel schrumpfen kann (also gar nicht), und wieder andere, die von der Rückbildung sprechen...

Doch hauptsächlich bekomme ich über google eher die Verweise auf die Ärzte-seiten, wo für die Operation "geworben" wird. Ich würde gerne mehr "unabhängige" Informationen nachlesen. Daher wäre ich dankbar, wenn jemand mir internet-seiten empfiehlt mit weiteren Informationen, alternativen Behandlungsmethoden, alternativen Operationsmethoden...

@Frau Schmelz, sie erwähnten in Ihrer ersten Antwort, dass man die Adenoide nicht unmbedingt komplett rausschneiden muss. Habe ich es so richtig verstanden? Kann man auch auf "normale" Größe stutzen so dass die Funktionalität erhalten bleibt?

Was ist diese Lasermethode? Was halten Sie davon?

Glauben Sie, dass Adenoide sich zurück bilden können und Homöopathie gerade da sehr erfolgreich eingesetzt wird? Haben Sie damit Erfahrungen? Gibt es dazu Untersuchungen? Wissenschaftliche Nachweise? Arbeiten?

Immer wieder auf den Seiten der praktizierenden Ärzte wird in Verbindung mit Adenotomie auch darüber geschrieben, dass danach diese Röhrchen im Trommelfell eingesetzt werden. Ist sowas unbedingt notwendig? Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso das gemacht werden muss. Früher wurde das doch nicht gemacht und es heilte irgendwie auch.

Also, wie es immer so ist, je mehr man "weiss", desto mehr Fragen entstehen. Es gibt viele Mütter, deren Kinder operiert wurden. Gibt es welche, die es ohne Operation geschafft haben? Ich habe gehofft auf dieser Seite gerade solche zu treffen, die es "ohne" versuchen..

Ich habe aber auch sehr große Angst falsch zu machen... ob Operation oder keine Operation das Falsche ist?

Verfasst am: 16.11.08 [01:04]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 298

Liebe katz_1,
Adenoide können sich zurückbilden (tun sie sowieso, wenn die ständigen Infekte in der Kindheit ausgestanden sind, und sind deshalb bei Erwachsenen kein Problem) und das kann man durch eine homöopathische Behandlung (Konstitutionstherapie) unterstützen. Das funktioniert aber nicht immer, denn manchmal sind die Polypen einfach schon zu groß und Wunder vollbringen kann die Homöopathie auch nicht!

Wissenschaftliche Arbeiten sind mir dazu nicht bekannt, denn da in der Homöopathie die Mittel immer individuell gewählt werden, ist das Ganze schlecht standardisierbar. Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass es bei macchen Kindern funktioniert und bei anderen nicht, die dann doch noch operiert werden müssen. Da hilft nur ausprobieren. Die homöopathische Behandlung wird Ihrer Tochter nicht schaden (allerhöchstens, wenn es nicht hilft, Ihrem Geldbeutel).

Adenoide werden nie komplett rausgeschnitten, denn ein wenig dieses lymphatischen Gewebes bleibt bei der Operation immer zurück - deshalb können sie ja auch nachwachsen (bzw. sich wieder vergrößern). Ob man die Polypen mit dem Messer oder mit dem Laser rausschneidet, ist für die Menge, wie viel angetragen wird, unerheblich. Der Laser wird quasi als Messer zum Schneiden eingesetzt.

Die bei der Polypenentfernung häufig erwähnten Paukenröhrchen braucht ein Kind nur dann, wenn es einen Paukenerguss hat (Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, oft einhergehend mit wiederholten MIttelohrentzündungen oder Schwerhörigkeit). Wenn bei Ihrer Tochter seitens der Ohren keine Probleme bestehen, braucht sie auch keine Paukenröhrchen.

Wenn Sie sehr unsicher sind, ob eine Operation das richtige für Ihre Tochter ist, können Sie ja noch einmal eine homöopathische Behandlung machen lassen und wenn diese erfolglos bleibt, kann immer noch operiert werden.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 16.11.2008 um 01:07.]




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