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Thema ohne neue Antworten

Sucht auf Süßes

Autor Nachricht
Verfasst am: 01.01.09 [20:08]
Huebsche
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 23.04.2008
Beiträge: 17

Hallo,

ich weis bei meiner großen Tochter nicht mehr weiter. icon_frown.gif

Seit Carolin 2 Jahre alt ist, ist sie verrückt nach Süßigkeiten.
Früher fand ich es ja nicht ganz so schlimm. Sie hat aber die Schokolade wie Brot gegessen. Also von Genussmittel keine Spur.
Mit ca. 5 Jahren war sie schon ganz schön kräftig für ihr Alter und auf der Größen/Gewichtstabelle aus dem gelben U-Heft war sie im 'schweren Sektor'.
Ich habe ab diesen Zeitpunkt ungefähr angefangen die Süßigkeiten einzuteilen und sie auch angehalten sich mehr zu bewegen.

Aber die Süßigkeitenfrage hat sich zu einer echten Herausforderung für mich entwickelt. Es gibt Phasen da reicht ihr ein kleines Stück Schokolade oder ein paar Gummibärchen am Tag. Dann gibt es wieder Tage wo sie geziehlt auf Suche geht und alles plündert was süß ist. (Nutella mit dem Löffel aus dem Glas essen z.B.)

Mittlerweile ist sie fast 10 Jahre. Dadurch das sie weiterhin viel Sport treibt (schwimmen, Rad fahren, reiten, Jujutzu) und auch ordentlich gewachsen ist, geht das Verhältnis Gewicht/Größe. Sie ist jetzt ca. 1,48 m und wiegt um die 40 kg.
Sie bekommt für die Woche ihre Süßigkeitenration. Wenn diese alle ist bekommt sie nix mehr.
Ansonsten ernähren wir uns so gesund wie möglich. Carolin isst auch viel Obst, so dass sie ja auch hier ihr süßes bekommt.

Es ist fast so, als ob sie süchtig ist nach den Süßigkeiten.
Ihr Vater hat Diabetis II und spritzt sich auch schon.
Kann das irgend wie damit zusammen hängen?

Als Carolin 7 Jahre war, habe ich Sie beim Kinderarzt durchchecken lassen. Der hat aber nix gefunden.

Mit ihren fast 10 Jahren ist sie, meines Erachtens, schon voll in der Vorpubertät. Ihr Verhalten ist ziemlich unausgeglichen und teilweise richtig aggresiv bzw. launisch. Hängt das vielleicht auch damit zusammen?
Momentan weis ich wirklich nicht weiter. Falls es wirklich was organisches ist, kann Carolin ja nur indirekt dafür. Dies müßte ja aber auch behandelt werden.

Wie kann ich dieser Süßigkeitensucht entgegenwirken? Bzw. gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten? (Bachblüten, Schüßlersalze)

Hat jemand die gleichen Erfahrungen bei seinen Kindern?

Bin für jeden Tipp dankbar.

LG aus Sachsen von
Katrin icon_biggrin.gif


Jeder Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag.

Verfasst am: 02.01.09 [12:19]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1255

Liebe Katrin,
eine handfeste organische Ursache für eine „Sucht auf Süßes“ gibt es nur in den seltensten Fällen, etwa, wenn jemand immer wieder unter einer Unterzuckerung (z.B. durch einen Insulin produzierenden Tumor oder eine im Verhältnis zum Bedarf zu hohe Insulindosierung) leiden würde.

Bei Menschen, die zu Übergewicht neigen (aber nicht speziell bei besonderem „Süßhunger“), gibt es allerdings durchaus eine organisch nachweisbare Mit-Ursache. Bei ihnen funktioniert das Belohnungszentrum im Gehirn schlechter als bei Schlanken, da sie eine verminderte Anzahl bestimmter Rezeptoren für den Botenstoff Dopamin aufweisen. Dopamin wird beim Essen im Gehirn freigesetzt und vermittelt ein gutes Gefühl. Um das gleiche angenehme Gefühl nach der Nahrungsaufnahme zu erreichen wie Schlanke, müssen Menschen mit Neigung zu Übergewicht mehr essen – und das macht natürlich dick! Leider gibt es dafür aber keine Behandlungsmöglichkeit.

Wie Sie schreiben, leidet Carolins Vater unter Diabetes Typ II. Da ist zu vermuten, dass auch er zu Übergewicht neigt bzw. Übergewicht hat und diese Veranlagung ist durchaus vererbbar. Ob jemand mit dieser Veranlagung dann tatsächlich übergewichtig wird, liegt aber wieder am Lebensstil. Wenn Ihre Tochter viel Sport macht, kann das natürlich vorbeugen, ebenso wie eine gesunde Ernährung.

Da Ihre Tochter in Bezug auf die Süßigkeiten nicht einsichtig sein wird, gibt es wirklich nur die Möglichkeit, eine bestimmte Menge zuzuteilen. Leider wird durch diese Rationierung Süßes noch viel interessanter…

Dass Ihre Tochter jetzt mit 10 Jahren schon sehr auf die Pubertät zugeht, hat mit ihrem Gewicht zu tun. Je schwerer ein Mädchen ist, umso eher kommt es in die Pubertät. Ich war mal auf einer Fortbildung, da wurde eine Untersuchung vorgestellt, bei welchem Körpergewicht Mädchen durchschnittlich das erste Mal ihre Regel bekommen, Das war, wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere, irgendwo zwischen 43 bis 46 Kilogramm. Sehr schlanke Mädchen erreichen dieses Gewicht natürlich später als die „kompakt gebauten“ und bekommen dadurch auch später die erste Periodenblutung.

Wenn Sie alternative Methoden ausprobieren wollen, um das Verlangen nach Süßigkeiten bei Ihrer Tochter in den Griff zu bekommen, sollten Sie sich an einen entsprechend arbeitenden Kinderarzt oder Heilpraktiker halten. Mit einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung ließe sich womöglich etwas erreichen. Das kann man aber nicht in Eigenregie machen.

Herzliche Grüße und alles Gute im neuen Jahr!
Ihre
Andrea Schmelz




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