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Nahrungsmittel-Allergie

Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern: Welche Nahrungsmittel sind gefährlich, wie können Sie wirksam vorbeugen?

Allergie-Risiko senken

Etwa 30 bis 50 Prozent aller Kinder kommen mit einem erhöhten Allergie-Risiko auf die Welt. Durch eine allergenarme Ernährung lässt sich eine Neurodermitis im Kleinkindalter oft verhindern oder deren Auftreten zumindest hinauszögern. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten sollten. 

Expertenrat von 

Studien ergaben, dass bei der Hälfte aller Kinder mit erhöhtem Allergie-Risiko das Auftreten einer Allergie in den ersten drei bis fünf Lebensjahren verhindert werden kann. Dies gilt insbesondere für die Neurodermitis, die in 90 Prozent der Fälle als erste Erscheinungsform auftritt. Weitere allergische Erkrankungen, die meist erst etwas später auftreten, sind das allergische Asthma und der Heuschnupfen. Zur Vorbeugung ist neben einer allergenarmen Ernährung eine rauchfreie Umgebung

Wie hoch ist das Allergie-Risiko Ihres Kindes?

Ihr Kind hat ein erhöhtes Allergie-Risiko, wenn bei mindestens einem Familienmitglied eine allergische Erkrankung wie Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen oder eine Nahrungsmittel-Allergie vorliegt. Je mehr Familienmitglieder an einer Allergie erkrankt sind, umso höher ist das Allergie-Risiko Ihres Kindes.

Wie streng bzw. wie lange eine allergenarme Ernährung eingehalten werden muss, hängt davon ab, wie hoch das Allergie-Risiko Ihres Kindes ist. Ist nur ein Familienmitglied allergisch, besteht nur ein mäßiges Allergie-Risiko. Im folgenden Text werden solche Kinder als Risikokinder bezeichnet. Sind aber zwei oder mehr Familienmitglieder erkrankt, gilt Ihr Kind als Hochrisikokind – so der Sprachgebrauch in den großen Allergie-Studien.

Allergie-Risiko senken: In den ersten 6 Monaten keine Beikost

Die beste Ernährung für Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten ist nach wie vor Muttermilch, da sie optimal zusammengesetzt und von Natur aus arm an möglichen Allergie-Auslösern ist. Außerdem fördert Muttermilch die Entwicklung einer gesunden Darmflora mit überwiegendem Wachstum von Bifidobakterien. Damit beschleunigt sie die Ausbildung der Schleimhautbarriere im Darm und hemmt so den Übertritt von Fremdeiweiß aus der Nahrung.
Geben Sie Ihrem Kind bis zum siebten Lebensmonat keinerlei Beikost! Jedes Löffelchen Karottenbrei oder Saft erhöht das Allergie-Risiko, verbessert die Nährstoffversorgung Ihres Kindes jedoch nicht. Muttermilch enthält alle erforderlichen Nährstoffe.

Wenn Sie nicht stillen können oder wollen, sollte Ihr Kind bei erhöhtem Allergie-Risiko grundsätzlich nur eine hypoallergene Säuglingsnahrung, so genannte H.A.-Nahrung, bekommen. Diese wird von verschiedenen Herstellern angeboten (z. B. Beba H.A., Milumil H.A., Hipp H.A., Aletemil H.A. und andere) und ist im Lebensmittelhandel, in Drogerien und Apotheken erhältlich.

Wichtig
Geben Sie Ihrem Kind gerade in den ersten Lebensmonaten keine Sojanahrung! Dies gilt sowohl bei nachgewiesener Kuhmilch-Allergie als auch für Kinder mit erhöhtem Allergie-Risiko. Bei Fütterung mit einer Sojanahrung entwickeln etwa 25 Prozent der Kinder eine Soja-Allergie, da Soja ein starkes Allergen ist (siehe „Hitliste“). Lassen Sie sich ggf. von Ihrem Kinderarzt beraten, welche hypoallergene Säuglingsnahrung für Ihr Kind geeignet ist.

Hitliste der Nahrungsallergene im Kindesalter

Die folgenden Nahrungsmittel machen 95 Prozent aller Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern aus

  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • Nüsse
  • Soja
  • Weizen
  • Fisch

Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern im Säuglings- oder Kleinkindalter klingen häufig mit zunehmendem Alter ab. Kuhmilch vertrachen 90 Prozent der Betroffenen im Alter von drei Jahren wieder; Soja-Allergien sind in der Regel bei 90 Prozent und Hühnereiweiß-Allergien bei der Hälfte der Kinder mit fünf Jahren abgeklungen.

Auf hochallergene Nahrungsmittel in den ersten Lebensjahren verzichten

Hat Ihr Kind nur ein mäßig erhöhtes Allergie-Risiko und sind im ersten Lebensjahr keine Anzeichen einer allergischen Erkrankung aufgetreten, können Sie nach dem ersten Geburtstag damit beginnen, schrittweise Kuhmilch, Ei, Soja oder Fisch in die Ernährung einzuführen.

Ist Ihr Kind ein Hochrisikokind oder hat es bereits Allergie-Symptome entwickelt, müssen Sie wesentlich vorsichtiger vorgehen. Riskante Nahrungsmittel wie Ei, Fisch, Nüsse, Sojaprodukte, Zitrusfrüchte oder Tomaten, die im Verdacht stehen Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern zu verursachen, sollten Sie dann nach Absprache mit dem Arzt bis zum zweiten oder dritten Geburtstag weglassen.

Ei in die Ernährung einführen: Geben Sie Ihrem Kind anfangs nur ein bis zwei Löffelchen Eidotter (durchgegart, z. B. hartes Ei). Wird dies vertragen, können Sie ihm nach einigen Tagen ein ganzes Eidotter geben. Verträgt es auch das, können Sie ein ganzes Ei samt Eiklar (hier ist das Hauptallergen enthalten!) geben.

Milch in die Ernährung einführen: Beginnen Sie mit Butter. Wird diese vertragen, können Sie schrittweise Sahne, dann Joghurt (natur) und Quark (ebenfalls pur) dazugeben. Werden letztere gut vertragen, können Sie mit Kuh-Vollmilch in kleinen Mengen beginnen und die H.A.-Nahrung schrittweise dadurch ersetzen.

Empfehlenswerte Kochbücher mit Rezepten fürs Baby: „Das Baby-Kochbuch“ (viele Bio-Rezepte!) von Monika Arndt (Dtv 2000; 257 Seiten; 8,50 €) oder „Babybreie selbst gemacht“ von Kordula Werner (Vgs Verlagsgesellschaft; 80 Seiten; 10,90 €)

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