Im Haushalt gibt es jede Menge Elektrogeräte, Kabel und auch Steckdosen, die Ihr Kind gefährden können. So bohren Kleinkinder z. B. aus Neugier mit den Fingern oder einer Nadel in einer Steckdose, aber auch defekte Elektrogeräte oder brüchige Kabel stellen eine große Gefahr dar. Beugen Sie durch eine Kindersicherung für alle Steckdosen vor!
Das passiert im Körper, wenn Ihr Kind einen Stromschlag erleidet
Haushaltsstrom von 230 Volt (Achtung: Elektroherde arbeiten meist mit Starkstrom von 400 Volt) führt zu Muskelverkrampfungen, so lange der Strom durch den Körper fließt. Hält Ihr Kind stromführende Metallteile in den Händen, verkrampfen sich die Hand- und Armmuskeln derart, dass es sie nicht mehr loslassen kann! Erst durch Abschalten des Stroms löst sich die Verkrampfung! An der Stromeintritts- sowie an der -austrittsstelle entstehen Verbrennungen, die so genannten Strommarken. Fließt der Strom durch das Herz, können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen entstehen. Meist tritt ein Kammerflimmern ein, bei dem sich die beiden Herzkammern unkontrolliert etwa 300-mal pro Minute zusammenziehen. Die Pumpfunktion des Herzens ist dabei so stark gestört, dass sie nicht mehr ausreicht, den Körper mit Blut zu versorgen. Daher kommt das Kammerflimmern praktisch einem Herzstillstand gleich und muss auch entsprechend behandelt werden.
Welche Sicherheitsmaßnahmen Sie unbedingt beachten sollten, wenn Ihr Kind einen Stromschlag erleidet
1. Berühren Sie Ihr Kind keinesfalls, so lange es „unter Strom“ steht!
2. Unterbrechen Sie den Strom: Gerät ausschalten, Stecker ziehen oder Sicherung herausdrehen/ausschalten, sofern sich der Sicherungskasten innerhalb weniger Minuten erreichen lässt. Denken Sie daran, dass möglicherweise auch Gerät bzw. Stecker unter Strom stehen könnten – Sicherung ausschalten ist daher immer am sichersten!
3. Lässt sich der Strom nicht innerhalb kurzer Zeit abschalten, müssen Sie Ihr Kind unter Einhaltung der folgenden Sicherheitsvorkehrungen von der Stromquelle entfernen:
- Berühren Sie Ihr Kind nur mit nichtleitenden Gegenständen aus Holz, z. B. Besenstiel, Holzstuhl, Brett/Latte, Holzleiter.
- „Isolieren“ Sie sich selbst, z. B. durch Schuhe mit dicken Gummisohlen (etwa Gummistiefel) und/oder indem Sie sich auf ein trockenes Holzbrett oder eine dicke, trockene Zeitung stellen. Feuchtigkeit immer vermeiden, da sie die Leitung des elektrischen Stroms verbessert! Sonst nichts berühren, z. B. Wand, andere Personen oder Gegenstände.Versuchen Sie, Ihr Kind mit dem Holzgegenstand schnell und gezielt von der Stromquelle wegzuschieben oder an der Kleidung wegzuziehen. Oder versuchen Sie, die Stromquelle, etwa ein defektes Kabel, vom Kind zu entfernen.
Wichtig: Stromschlag an einer Hochspannungsanlage (über 1.000 Volt) ist zwar selten, aber besonders gefährlich! Der Strom kann bei Annäherung über mehrere Meter überspringen. Sie selbst können in diesen Fällen nichts tun, als den Notruf (Elektrounfall mit Hochspannung) durchzugeben. Die Rettungsleitstelle sorgt dann dafür, dass der Strom abgeschaltet wird.
Abb. 23
Abb. 23: Kann eine Stromquelle – wie hier das Kabel – nicht vom Stromkreis genommen werden, muss sie beispielsweise mit einem Besenstiel vom Kind entfernt werden.










Erste Hilfe bei Elektrounfällen
Wer hat nur diesen Schwachsinn verzapft?
Hängt ein Kind an Spannung kommt es auf Sekunden an und nicht auf Minuten! Kann man nicht den Stecker ziehen, dann bleibt keine Zeit um einen Besen oder ähnliches zu holen oder sogar in den Keller zu gehen, um den Strom abzuschalten. Man schaltet dabei eventuell das notwendige Telefon ab. Hier muß man voll ins Risiko gehen und das Kind von der Spannungsquelle lösen.Einen eventuellen Stromschlag wird man als Erwachsener eher aushalten, als ein Kind. Wie kann man Eltern so verunsichern. Da würde es dann welche geben, die rennen wirklich in den Keller und lassen ihr Kind an 230Volt zappeln. Nach so langer Zeit, die dann vergeht, braucht man keinen Notarzt mehr, sondern ein Beerdigungsinstitut. Was nach einem Notruf zu tun ist, ist möglicherweise eine Herzmassae, bei einem Kleinkind nicht unproblematisch. Darüber und die richtigen Maßnahmen sollte berichtet werden.
e-mail gleichen Inhalts ging an die Redaktion (info@elternwissen.com)
Hans Peukert, Elektroingenieur i.R.