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Kind überlegt beim schreiben
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Fortsetzungsgeschichte: Die besten Tipps und Übungen

Übungen für die Fortsetzungsgeschichte

Anders als beim Bericht kommt es bei der Fortsetzungsgeschichte als Aufsatz stark auf Fantasie und Vorstellungskraft Ihres Kindes an. Fakten können, müssen aber nicht Bestandteil der Fortsetzungsgeschichte sein. Viel wichtiger ist es, die Weiterführung einer Handlung spannend und interessant zu gestalten, damit der Leser durch die Fortsetzungsgeschichte gefesselt wird. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Eine angefangene Geschichte als eine Fortsetzungsgeschichte zu Ende zu schreiben bedeutet, sich in die Handlung für den Aufsatz hineinzuversetzen und mit gleichen Stilmitteln eine logische und passende Weiterführung zu schreiben. Die Fortsetzungsgeschichte kann entweder von einem Autor alleine oder auch von mehreren Autoren gemeinsam gestaltet werden. Eine bereits vorliegende Einleitung für die Fortsetzungsgeschichte, also der Anfang einer Geschichte, wird dabei von einer Person oder von mehreren nacheinander weitererzählt. Im Internet gibt es eine Reihe von interaktiven Seiten für den Aufsatz, auf denen auch Kinder gemeinsam eine Geschichte entwickeln, z.B. auf der Internetseite des Kinderbuchautors Thomas Brezina (thomasbrezina.com).

Was muss Ihr Kind bei der Fortsetzungsgeschichte beachten?

Natürlich liegt der Reiz einer Fortsetzungsgeschichte darin, den Hauptteil mit dem Höhepunkt und das Ende ganz individuell gestalten zu können. Ganz gleich welche Weiterführung sich der Erfinder des Anfangs gedacht hat, Ihr Kind kann die Fortsetzungsgeschichte als Aufsatz inhaltlich so gestalten, wie es möchte. Trotzdem muss es auf grundlegende Kriterien für diesen Aufsatz achten, die wie in allen Aufsatzformen auch hier die Qualität des geschriebenen Textes ausmachen.

  1. Die Erzählperspektive bei der Fortsetzungsgeschichte einhalten, also nicht von der am Geschehen teilnehmenden Ich-Form plötzlich zum neutralen Betrachter von außen wechseln.
  2. Die Erzählzeit bei der Fortsetzungsgeschichteeinhalten, also nicht von der Vergangenheit zur Gegenwart wechseln.
  3. Der Einleitung der Fortsetzungsgeschichteeinen Hauptteil mit Höhepunkt und auch einen Schluss folgen lassen.
  4. Unterschiedliche Satzanfänge und beschreibende Adjektive in der Fortsetzungsgeschichtenutzen, damit die Geschichte flüssig gelesen werden kann.
  5. Sich stilistisch bei der Fortsetzungsgeschichte an der Einleitung orientieren, also nicht einen bayrischen Bauern plötzlich hochdeutsch sprechen lassen.
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Die Länge einer Fortsetzungsgeschichte ist jedoch nicht automatisch vorbestimmt, wie es die bekannten Fakten bei einem Bericht beispielsweise sind. Natürlich kann es sein, dass der Lehrer die Textmenge auf z.B. eine Seite beschränkt, weil er sie dann besser mit den Berichten anderer Schülerinnen und Schüler vergleichen kann. Theoretisch kann Ihr Kind jedoch einen angefangenen Faden auch seitenlang weiterspinnen, wenn es sich eine spannende Geschichte vorstellen und mit einigen Verzweigungen schildern kann. Probieren Sie es mit den folgenden Geschichtenanfängen doch einmal aus. Lassen Sie Ihr Kind einen der drei Anfänge auswählen und dann fortsetzen – entweder mündlich im Kreis von Zuhörern oder schriftlich als Autor einer eigenen Geschichte.

Kann Ihr Kind hier „weiterspinnen“?

  1. Samuel geht im Wald mit seinem Hund Sina spazieren. Es ist ein warmer Sommertag, und der weiche Boden fühlt sich unter seinen Füßen angenehm und warm an. Sina ist gut erzogen und zieht nicht an der Leine, die Samuel locker in der Hand hält. Plötzlich …
  2. Marie und Sarah besuchen mit ihren Eltern einen Freizeitpark. Alle Attraktionen wie die Achterbahn, die Riesenrutsche oder die Eisenbahn sind jeweils einem Märchen zugeordnet. Im Zauberwald treten sie gespannt in das Haus der Hexe von Hänsel und Gretel ein. Die Tür öffnet sich knarrend, und Marie steckt ihren Kopf vorsichtig hindurch. Sie kann nicht glauben, was sie sieht …
  3. Julia und David treffen sich nachmittags gerne auf dem Spielplatz hinter dem Haus. Als sie im Sandkasten buddeln, macht Julia eine Entdeckung. Sie ruft: "David! Sieh mal was ich gefunden habe..."
Mein Tipp
Sehen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind einen Kinderspielfilm an (oder hören Sie gemeinsam ein Hörbuch) und überlegen Sie, welcher Teil die Einleitung darstellt, welcher den Hauptteil mit Höhepunkt und welcher den Schluss. So lernt Ihr Kind, nicht nur Geschichten und Texte auf ihre Struktur hin zu analysieren, sondern auch Filme und erzählte oder vorgelesene Geschichten

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