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ADHS Diagnose bei Kindern
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ADHS: Vorsicht vor einer Turbo-Diagnose!

ADHS richtig erkennen

ADHS ist weder eine erfundene Modekrankheit noch ein fataler Erziehungsfehler. Besonders Schulkinder leiden unter der Störung, die nicht immer leicht zu diagnostizieren ist. Das Interesse an dem echten Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität (ADS), so die korrekte Bezeichnung, ebbt nicht ab. Fachliches Know-how und Erfahrung sind notwendig, um betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu erkennen. Lesen Sie, welche Schritte für eine gesicherte Diagnose notwendig sind und was Sie dann tun können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wenn Kinder unter Konzentrationsproblemen leiden, unaufmerksam und störrisch sind oder sich für den Unterricht nicht interessieren, befürchten viele Eltern ADHS bei Ihrem Kind. Probleme mit Konzentration und ADHS gehen oft einher. Auch von Erziehern und Erzieherinnen oder von Lehrkräften wird die Vermutung auf die bekannte Störung immer öfter geäußert, obwohl ADHS schwer zu erkennen ist. Und sogar unter Ärzten gibt es einige, die mit der Verschreibung von Methylphenidat (u. a. bekannt als Ritalin) möglicherweise zu schnell bei der Hand sind und eine gewissenhafte ADHS-Diagnose ausbleibt. Regionale Häufungen von ADHS, unlängst von der Barmer Ersatzkasse in einer Studie aufgedeckt, lassen hier vereinzelt auf Diagnosefehler schließen. Verschaffen Sie sich Sicherheit!

ADHS ist zunächst nur eine Vermutung

ADHS ist keine Fantasie-Krankheit, sondern ein belastendes und einschneidendes Verhaltensproblem, bei dem Betroffene auf jeden Reiz unmittelbar und impulsiv reagieren. Oft ist das völlig unangemessen. Die Störung ist in aller Munde, ist Thema in Talk-Shows, wird in Filmen (Kopfüber) oder Dokumentationen (Zappelphilipp und Traumsuse) und Serien (Die Simpsons) verarbeitet. Betroffene Kinder fallen auf, kämpfen mit Lernproblemen, bringen ihre Eltern und Geschwister an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Trotzdem können alle diese Verhaltensauffälligkeiten auch andere Ursachen haben. Ohne eine gesicherte ADHS-Diagnose von Fachleuten bleibt eine Vermutung unbestätigt. 

Das sind die 2 Gesichter von ADHS bei Kindern

Obwohl die Grundsymptome des unkonzentrierten und impulsiven Verhaltens gleich sind, unterteilt sich das Syndrom in zwei unterschiedliche Ausprägungen, die allerdings auch zusammen auftreten können.

  1. Bei ADS spricht man vom „Träumer“, der stundenlang zufrieden in seiner eigenen Welt lebt. Er stört nicht, solange er keine Aufgaben oder Anforderungen erfüllen muss. In der Schule bekommt das Kind wenig mit und fällt durch seine stille Art lange nicht auf. Erst bei  Leistungsüberprüfungen zeigen die schlechten Noten, dass die Lerninhalte nicht  aufgenommen wurden. Auch die Hausaufgaben dauern, wie alle gezielten Anforderungen, sehr lange.

  1. Bei ADHS kommt zu der Aufmerksamkeitsproblematik und der Impulsivität noch die  körperliche und innere Unruhe, die Hyperaktivität, hinzu. Diese Kinder geraten ständig in Konflikte mit anderen, können nicht still sitzen oder lange schweigen. In Gruppen oder Gemeinschaften sind sie kaum zu integrieren, weil sie sich nur schwer an Regeln halten können. Gemeinsam ist beiden Formen, dass die betroffenen Kinder kaum stabile Freundschaften haben, sich unverstanden und ungeliebt fühlen sowie an den Anforderungen der Leistungsgesellschaft verzweifeln.

Achtung! AD(HS ist nicht leicht zu erkennen

Einzelne Komponenten Syndroms ADHS finden sich bei fast jedem Kind, deshalb ist die Vermutung auf die Störung häufig. Doch nur wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum bestehen und nicht durch andere Störungen, Krankheiten oder Auslöser verursacht sind, sollte an ADHS gedacht werden.

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