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Kleiner Junge am Notebook
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Lernen mit dem Computer: So gestalten Sie es richtig

Lernmethoden für den PC

Die einen verteufeln ihn, und die anderen loben ihn über den grünen Klee – das Lernen mit dem Compter. Lesen Sie hier, worauf Sie beim Lernen am PC unbedingt achten sollten, damit Ihr Kind mit dieser Lernmethode wirklich leichter lernen kann. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Das Lernen mit dem Computer birgt auch schon für Grundschüler Chancen, denn gerade in diesem Alter werden beim Lernen am PC die Basisfähigkeiten zum Gebrauch von Computern gelegt. Generell können die kleinen Arbeitnehmer von morgen auf das Wissen, welches sie sich durch Lernen mit dem Computer aneignen, kaum noch verzichten. Textverarbeitung und Bildbearbeitung, die Nutzung des Internets mit seinen Suchmaschinen beim Lernen am PC oder der Gebrauch ausgewählter Lernsoftware helfen Schülerinnen und Schülern, vielfältige Informationen zu entdecken und diese in unterschiedlichster Form zu verarbeiten. Viele Kinder können mit dem Computer viel leichter lernen. Schon Grundschüler sollten daher gezielt auf das Lernen am PC und  auf die Herstellung verschiedener Lernprodukte mit Softwareprogrammen angeleitet werden. Sie können beispielsweise neben dem Lernen am PC mit der entsprechenden Unterstützung eines Erwachsenen...

  • selbst eine Geschichte am Computer schreiben,
  • diese mit Grafiken versehen,
  • im Internet nach Informationen zu einem bestimmten Thema suchen,
  • ein Plakat erstellen,
  • ein Foto bearbeiten,
  • eine E-Mail schreiben,
  • in ausgesuchten Chatrooms mit Freunden kommunizieren.
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Gute Noten durch Lernen mit dem Computer

Wenn Ihr Kind sich schon früh daran gewöhnt, am PC zu lernen und ihn nicht nur zum Spielen nutzt, steigen seine Chancen auf gute Noten in der Schule durch Lernen mit dem Computer. Wer jedoch nur spielt und den Computer als reines Freizeitvergnügen betrachtet, der profitiert nicht von den digitalen Medien als Lernmethode. Die PISA-Studie hat u. a. gezeigt, dass die Leistungsunterschiede von Schülerinnen und Schülern stark differieren, je nachdem, wie häufig mit dem Computer lernen. Gerade im Fach Mathematik sind dabei Leistungsunterschiede von ein bis zwei Schuljahren festgestellt worden. Allerdings gibt es gravierende Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in besagtem Bezug auf das Lernen am PC. Besonders komplexe Aufgaben wie das Programmieren oder das Erstellen von Präsentationen liegen Mädchen anscheinend nicht besonders. Dieses Phänomen ist weltweit erkennbar, aber in Deutschland ist der Geschlechtsunterschied besonders ausgeprägt, was möglicherweise auch immer noch an der „geschlechtstypischen“ Erziehung liegen kann.

So arbeitet Ihr Kind richtig

Beachten Sie die folgenden drei Faktoren, um Ihrem Kind schon in der Grundschule eine solide Basis für den Umgang mit Computern beizubringen. Die Lernsituation: Ebenso wie bei der Arbeit mit Heft und Buch muss auch der Computerarbeitsplatz ruhig und störungsfrei sein (ein heller, gut belüfteter Raum, in dem der PC seinen festen Platz auf einem dafür vorgesehenen Tisch hat). Da sich Haltungsschäden bei längerer Arbeit am Bildschirm auch schon bei Kindern einstellen, sollten Sie unbedingt auf einen guten Schreibtischstuhl und die richtige, gerade Körperhaltung achten. Lassen Sie Ihr (Grundschul-) Kind nicht länger als 30 bis 45 Minuten am Monitor arbeiten, da es seine Augen nicht überanstrengen soll.

Mein Tipp
Der Augenabstand ihres Kindes zu einem 15-Zoll-Monitor sollte wenigstens 50 cm betragen. Je größer der Monitor, um so größer muss der Abstand sein. Um die Tastatur bedienen zu können, sollte Ihr Kind seine Arme nicht zu weit nach vorne ausstrecken müssen. Je näher die Ellenbogengelenke beim Schreiben am Körper sind, um so weniger Muskelarbeit muss der Schultergürtel leisten. Ein höhenverstellbarer Schreibtischstuhl zum Mitwachsen sollte selbstverständlich sein.

Die Lernkultur: Binden Sie die Nutzung des Computers zum Lernen und zur Informationsbeschaffung regelmäßig in Ihren Alltag ein. So sieht Ihr Kind schon früh, welchen Nutzen ein PC haben kann und erlebt ihn nicht nur als Spielmedium. Gestalten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Einladungen für seinen Geburtstag, lassen Sie sich das aktuelle Kinoprogramm anzeigen oder suchen Sie Informationen über das nächste Urlaubsziel. Nutzen Sie den Computer als Informationsmedium, dann wird auch Ihr Kind ihn nicht für ein Spielzeug halten. Ganz besonders motivierend ist es übrigens für Ihr Kind, wenn es seinen Eltern am Computer etwas beibringen kann. Und der IT-Bereich eignet sich besonders dafür, um das Verhältnis zwischen den allwissenden Eltern und den lernbedürftigen Kindern gründlich umzukehren! Die Lernbiografie: Lernen ist kein einseitiger Prozess, sondern es wird getragen von Fragen und Antworten, vom Austausch mit anderen, von der Mediennutzung, aber auch von Interesse, Neugier und Wissbegier. Wenn Ihr Kind von Anfang an erfährt, dass Lernen Spaß macht, wird es auch den Computer in sein Repertoire der Lernmethoden als einen wichtigen Baustein aufnehmen. Achtung: Am PC wie in allen anderen Lernsituation gibt es Lern-Killer, die Sie unbedingt vermeiden sollten. Druck, Stress und Ärger, Praxisabstinenz und eine nicht funktionierende Kommunikation sind in jedem Lernkontext zu vermeiden.

Mein Tipp
Greifen Sie ab und zu ein aktuelles Schulthema auf und recherchieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind im Internet. Es fällt vielen Kindern leichter, komplizierte Sachverhalte zu verstehen, wenn sie bildlich dargestellt werden. www.blinde-Kuh.de ist eine gute Suchmaschine speziell für Kinder.

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