Bevor ein Kind überhaupt in der Lage ist, sich mit den Lerninhalten auseinanderzusetzen, muss es gruppenfähig sein, Regeln einhalten können und seine Aufmerksamkeit für einen gewissen Zeitraum kontrollieren können. Jetzt erst können die Lernvorgänge beginnen, bei denen die unterschiedlichsten Inhalte über die verschiedenen Wahrnehmungskanäle aufgenommen und gespeichert werden. Falls Ihr Kind Schwierigkeiten mit dem Lernen und Konzentrieren hat, können Sie es schon vor der Einschulung mit den folgenden Übungen auf den Ablauf in der Schule besser vorbereiten.
Kinder brauchen Kontinuität und Herausforderungen zum erfolgreichen Lernen
- Gewöhnen Sie Ihr Kind daran, jeden Morgen zur gleichen Uhrzeit aufzustehen. Selbstverständlich können die Zeiten am Wochenende oder in den Ferien anders festgelegt werden als in der Schulzeit. Wichtig ist jedoch, dass Ihr Kind sich an einen Rhythmus gewöhnt, der es ihm erleichtert, pünktlich aufzustehen.
- Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Kind jeden Abend vor dem Schlafengehen aufräumt und sowohl seine Schulsachen als auch seine Kleidung für den nächsten Tag zusammensucht. Je jünger das Kind ist, desto mehr Unterstützung braucht es dabei von seinen Eltern.
- Weisen Sie Ihrem Kind eine verantwortungsvolle Aufgabe im Rahmen der Familie zu, beispielsweise täglich die Post zu holen oder die Fische zu füttern. Sparen Sie nicht mit Lob, wenn es die Aufgabe gut erfüllt.
- Fordern Sie von Ihrem Kind eigenständiges Handeln und selbstständiges Denken. Nehmen Sie ihm nicht alles ab, sondern ermutigen Sie es stets dazu, neue Herausforderungen anzunehmen. Überprüfen Sie jedes „Ich kann das nicht alleine“ daraufhin, ob diese Aussage stimmt. Eine schwierige Rechenaufgabe lösen, eine passende Überschrift finden oder mit dem Zirkel einen Kreis malen – irgendwann kann Ihr Kind diese Aufgaben alleine lösen.
- Setzen Sie festgelegte Ruhezeiten und regelmäßige Hausaufgaben- oder Lernzeiten fest. Hat Ihr Kind einmal keine Hausaufgaben auf, nutzen Sie die Zeit unbedingt zum Vorlesen oder Wiederholen.
Kinder lernen mit allen Sinnen
Eltern und Kinder haben wenig Einfluss darauf, wie der Schulstoff im Unterricht von den Lehrkräften präsentiert wird. Viele Untersuchungen zeigen, dass Kinder und Erwachsene sowohl von unterschiedlichen Präsentationswegen als auch von regelmäßigen Wiederholungsschleifen profitieren. Wird diesen Erkenntnissen schon im Unterricht Ihres Kindes Rechnung getragen, so können Sie sich freuen. Großen Einfluss darauf haben Sie jedoch nicht. Allerdings können Sie dieses Wissen wunderbar für das Lernen zu Hause, zum Beispiel für die Vorbereitung von Klassenarbeiten oder für die Hausaufgaben, verwenden. Versuchen Sie gerade in der Grundschule, den Lernstoff auf unterschiedlichen Wahrnehmungswegen zu vermitteln. Je mehr Lernkanäle (Augen, Ohren, Motorik, Kommunikation) bei Ihrem Kind angesprochen werden, desto leichter bleiben die Informationen hängen.








