

Prüfungsangst adé: So helfen Spickzettel bei der Vorbereitung
Prüfungsangst adé: So helfen Spickzettel bei der Vorbereitung
» Lerntechniken gegen Prüfungsangst
Natürlich ist das Abschreiben, auch vom Spickzettel, in Klassenarbeiten oder Prüfungen normalerweise nicht erlaubt und sorgt unter Umständen für Notenabzug oder sogar für die Nichtbewertung der ganzen Arbeit. Daher haben Spickzettel auf dem Arbeitstisch oder im Ärmel des Sweatshirts eigentlich nichts zu suchen. Trotzdem ist das Erstellen solcher kleinen Gedächtnisstützen als Lernmethode bei den Vorbereitungen auf eine Prüfung enorm hilfreich. Auch wenn sie während der Klassenarbeit nicht benutzt werden dürfen, geben Spickzettel Ihrem Kind Sicherheit und Selbstvertrauen gegen Prüfungsangst. Wie kommt das?
In Spickzetteln verbergen sich die wichtigsten Informationen
Um einen Spickzettel zu schreiben, muss sich Ihr Kind mit dem Lerninhalt bereits sehr intensiv auseinandergesetzt haben. Schließlich passen auf das kleine Stückchen Papier nicht mehr als die wichtigsten Informationen und Kernaussagen. Und die kann Ihr Kind nur verstehen, wenn es auch die Zusammenhänge kennt. Bei der Vorbereitung muss Ihr Kind sich also intensiv einlesen, die zentralen Aussagen herausfiltern und diese in lesbarer Form auf den Spickzettel aufschreiben. Nur wenn es über den Inhalt wirklich gut Bescheid weiß, kann es den Spickzettel überhaupt lesen und benutzen. Daher sind solche "verbotenen" Hilfen gegen Prüfungsangst eigentlich eine sehr gute Form der Lernmethoden und Lerntechniken.
Spickzettel gegen Prüfungsangst: Klein, kleiner, am kleinsten
Was einen guten Spickzettel ausmacht, ist seine Größe. Je kleiner das wichtige Stückchen Papier ist, desto leichter lässt es sich verstecken. Ihr Kind wird also einen großen Teil der Vorbereitungszeit darauf verwenden, den Spickzettel leserlich und trotzdem so klein wie möglich zu schreiben. Das führt in der Regel dazu, dass die „verbotene“ Hilfe gegen Prüfungsangst nicht nur einmal, sondern mehrfach geschrieben wird, um mit möglichst wenig Platz auszukommen. Durch die wiederholte Beschäftigung mit dem Lernstoff merkt sich Ihr Kind bei dieser Lerntechnik nun sowieso fast alle Informationen. Manche Lehrerinnen und Lehrer nutzen diesen Vorgang und erlauben sogar ganz bewusst die Verwendung eines Spickzettels.
Lernmethoden und Lerntechniken mit dem Spickzettel: Notizen richtig notieren
Beim Verfassen von Spickzetteln oder Notizen geht es darum, die winzigkleinen Merkhilfen mit dem geballten Wissen der nächsten Prüfung zu beschreiben. Natürlich handschriftlich! Klein kopierte Buchseiten oder Mitschriften als Spickzettel sind tabu, denn sie wurden nicht selber erarbeitet und fördern daher auch nicht den Lernprozess als Lernmethode gegen Prüfungsangst. Bei den Spickzetteln gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wichtigsten Informationen aufzuführen. Ihr Kind sollte seinen Spickzettel
- in Stichwörtern bzw. Stichpunkten notieren,
- als Liste formulieren,
- durch Überschriften und Zwischenüberschriften thematisch gliedern,
- durch Zeichnungen verdeutlichen.
Üben Sie gegen die Prüfungsangst regelmäßig, Spickzettel zu schreiben
Beim Schreiben von Spickzetteln lernt Ihr Kind, sich auf die wichtigsten Informationen zu beschränken. Werden sie abgelesen, sollten sich die Randinformationen daraus erschließen. Für viele Grundschüler ist es gar nicht so einfach, diese Kernaussagen auch wirklich zu erkennen. Erst ein falsch beschrifteter Spickzettel verdeutlicht manchem Kind, das es die unwichtigen Lerninhalte notiert hat. Probieren Sie es als Lernmethode aus! Wählen Sie ein aktuelles schulisches Thema und lassen Sie Ihr Kind einen richtigen und einen falschen Spickzettel ausarbeiten. Aber begrenzen Sie unbedingt die Größe der Gedächtnishilfe. Mehr als eine Postkarte sollte es auf keinen Fall sein, damit Ihr Kind gezwungen ist, den Lernstoff zu organisieren und auf die wesentlichen Aspekte zu reduzieren.
Das Falsche gegen Prüfungsangst: Das sollte Ihr Kind beim Spickzettel vermeiden
Stellen Sie sich vor, Ihr Kind schreibt demnächst eine Arbeit zum Thema „Sternwarte“. Es sieht sich seine Aufzeichnungen durch und notiert sich auf einem Spickzettel folgende Informationen:
Falsche Notizen: Beispiel Sternwarte
Nachts kann man in der Sternwarte den Himmel beobachten. Sterne sind nur gut zu sehen, wenn die Luft klar ist. Sternenbeobachter müssen oft nachts arbeiten. Wer die Sterne beobachten will, muss Astronom werden.
Was ist an diesem Spickzettel falsch?
- Es wurde nur Randwissen notiert.
- Der Text ist unstrukturiert und unübersichtlich.
- Es sind keine Grafiken zur Anschaulichkeit enthalten.
- Er enthält ausufernde Sätze statt Stichwörtern.
- Die Wissenslücken werden nicht geschlossen.
- Der Lernstoff ist nicht kurz und knapp zusammengefasst.
Bei jedem schulischen Thema gibt es wichtige Kernaussagen, die bei der Bewertung besonders gewichtet werden. In unserem Beispiel steht zwar nichts Falsches, aber zum Thema Druckerei handelt es sich doch nur um relativ nebensächliches Randwissen. Für eine gute Note würden diese Notizen allein nicht ausreichen.
So sieht der richtige Spickzettel aus:
Die Sternwarte (Observatorium)
Begriffserklärung:
- dort arbeiten Astronomen, die den Sternenhimmel beobachten und Messungen anstellen
Funktionsweise des Teleskops:
- Teleskope fangen das Licht der Sterne ein,
- Radioteleskope fangen die Radiowellen ein,
- auch luftchemische Messungen
Besondere Merkmale:
- Sternwarten sind oft auf Bergen, wegen der klaren Luft
Beispiel:
- berühmte Sternwarte in Bayern: Hoher Peißenberg (Nähe Augsburg)
Was ist an diesem Spickzettel gegen Prüfungsangst besonders gut?
- Es wurde das Kernwissen herausgefiltert und notiert.
- Informationen wurden in kurzen Stichpunkten zusammengefasst.
- Der Text ist durch Überschriften gegliedert.
- Text und Bild sind übersichtlich angeordnet.
Wenn Ihr Kind den Lernstoff für seinen Spickzettel aufarbeitet, wird dieser nach und nach strukturiert sowie in die für Ihr Kind sinnvolle, übersichtliche und nachvollziehbare Form gebracht. Fragen zum Thema kann Ihr Kind dann schon nach einem kurzen Blick auf den Spickzettel beantworten. Bei der Auswahl der Informationen sollte sich Ihr Kind nach folgenden Kriterien richten:
Enthält der Spicker:
- alles was es für die Arbeit wissen muss?
- die Informationen, bei denen Ihr Kind Wissenslücken hat?
- alle wichtige Begriffe, die besonders schwer zu merken sind?
- das zentrale Kern- oder Grundwissen?
- kurze Stichpunkte, die das Wesentliche des Stoffes erfassen?
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