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Let's talk English: Lerntipps für Ihr Kind

Englisch-Übungen für die Grundschule

Ende der 90er Jahre wurde Englisch in der Grundschule probeweise in einigen Bundesländern eingeführt. Mit Erfolg: Mittlerweile wird in der Grundschule nahezu flächendeckend Englisch gelernt. Lesen Sie, wie Sie Ihr Kind beim Englischlernen unterstützen können. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Der Unterricht von Englisch ab der Grundschule basiert auf der neurophysiologischen Erkenntnis, dass das kindliche Gehirn besonders sprachlernfähig ist und ein Zweitsprachenerwerb ab etwa zehn Jahren deutlich beschwerlicher wird. Sinnvoll ist dieser frühe Englischunterricht aber nur, wenn er dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst ist und sich an ihrer Erlebniswelt orientiert. So haben Grammatik- und Rechtschreibübungen für Englisch in der Grundschule nichts verloren, auch Lesen und Schreiben der neuen Sprache stehen als Lernziele im Hintergrund. Englischunterricht ist hier vielmehr an den natürlichen Spracherwerb angelehnt: So wie ein Kind seine Muttersprache erlernt, kann es auch an eine fremde Sprache herangeführt werden. Schüler der dritten und vierten Klasse sollen hauptsächlich kommunikative Fähigkeiten entwickeln – und zwar mit möglichst viel Spaß und Experimentierfreude.

Englisch lernen durch Zuhören

Der erste Englischunterricht besteht fast ausschließlich aus spielerischen, musischen und kreativen Elementen. Worin die Schüler intensiv geschult werden, ist die Fertigkeit des Hörverstehens: Sie lernen die fremdsprachlichen Lautbilder kennen und prägen sich diese durch häufiges Wiederholen ein. Deshalb nimmt das „story-telling“ – also das Erzählen kleiner Geschichten von Lehrer bzw. Lehrerin – einen festen Platz ein. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Kind berichtet, es habe wieder „nur“ Geschichten gehört. „Story-telling“ ist deshalb sinnvoll, da es den Schülern eine rezeptive Haltung ermöglicht; d. h. sie können gespannt (oder entspannt) zuhören und innerlich mitgehen, müssen aber sprachlich nicht selbst aktiv werden. Sie speichern das Gehörte dennoch ab und können es später für ihre eigene Sprachproduktion wieder abrufen. Außerdem lernen sie, Sinnzusammenhänge zu erfassen, auch wenn sie  vielleicht nicht jedes einzelne Wort auf Anhieb verstehen.

Englisch lernen durch Selbersprechen

Neben dem Hörverstehen ist das Sprechen besonders wichtig – und zwar zunächst das imitierende Sprechen. An die englische Aussprache gewöhnen sich Kinder am leichtesten

  • beim Singen von Liedern, die oft im Unterricht ritualisiert sind (Begrüßungs-, Abschieds- und Geburtstagslieder) oder in ein aktuelles Themenprojekt eingebunden werden oder
  • beim Bilden einfacher Sätze, oft in Verbindung mit kleinen szenischen Dialogen.

Englisch lernen durch Gesten und Bewegungen

Im frühen Englischunterricht wird darauf geachtet, sprachliche Elemente möglichst häufig mit Aktion und Bewegung zu kombinieren, da so erwiesenermaßen das Lernen erleichtert wird. Englischlehrer verdeutlichen deswegen ihre Aufforderungen oft mit den entsprechenden Gesten (z. B. sagen sie „sit down“ oder „open your book“ und tun dies gleichzeitig selbst, damit alle verstehen, was gemeint ist).

Viele von ihnen kennen traditionelle englische Kinderspiele, und fast alle arbeiten zumindest phasenweise multimedial: Neben den altbewährten Musikkassetten und Videos gibt es interaktive Computerprogramme und PC-Spiele, die sinnvoll in den Unterricht integriert werden können und es dem Schüler ermöglichen, in seinem individuellen Tempo zu lernen. Und ganze Klassen pflegen mittlerweile E-Mail-Freundschaften zu gleichaltrigen „native speakers“ – zweifelsfrei eine sinnvolle Möglichkeit, neu erworbene englische Grundkenntnisse auszuprobieren und anzuwenden!

Im Englischunterricht der Grundschule sollen die Kinder bis Ende der 4. Klasse lernen:

  • einfache Fragen, Aufforderungen und Anweisungen zu verstehen,
  • kurze Texte und Szenen zu vertrauten Themen zu verstehen,
  • die fremdsprachlichen Laute möglichst fehlerfrei wiederzugeben,
  • einen Reim oder ein Lied selbstständig aufzusagen,
  • sich selbst vorzustellen,
  • einfache Fragen zu stellen,
  • einfache Fragen zu beantworten,
  • englische Begriffe aus ihrer Alltagswelt zu lesen,
  • Wörter, die sie vom Hören kennen, im Schriftbild wiederzuerkennen und sie den passenden Bildern zuzuordnen,
  • Bildunterschriften oder Sprechblasen zu deuten,
  • einzelne alltägliche Wörter schreiben und sie den passenden Bildern zuordnen zu können.

Zu Hause können Sie Englisch spielerisch weiter üben

Benennen Sie z. B. Dinge, die Sie gerade in der Hand haben, zählen Sie laut „one, two, three …“ oder überlegen Sie mit Ihrem Kind, wie die Wochentage, Körperteile, Farben oder Tiere heißen. Wenn Ihr Kind schon einfache Sätze formulieren kann, können Sie mit ihm das dialogische Sprechen üben. Schaffen Sie sich eine kleine Handpuppe an oder basteln Sie selber eine (ein alter Strumpf mit zwei Knopfaugen und einer angenähten Zunge reicht schon). Wichtig ist, dass sie einen englischen Namen bekommt und auch ausschließlich Englisch versteht und spricht. Mithilfe dieser Figur können Sie nun auf kindgerechte und lockere Art mit Ihrem Kind „conversation“ machen.

Wenn Ihr Kind Spaß am Schauspielern hat, können Sie mit ihm kleine Rollenspiele veranstalten, z. B. Ihr Kind spielt einen Star, den Sie interviewen. Daraus lässt sich auch prima ein Ratespiel entwickeln: Ihr Kind denkt sich eine Figur aus Film, Comic oder Buch aus und Sie müssen ihren Namen erraten. Dabei dürfen Sie nur Fragen stellen, auf die es mit „Yes“ oder „No“ antworten kann. Anschließend können Sie die Rollen natürlich tauschen.

10 Tipps, mit denen Sie Ihr Kind optimal unterstützen

  • Drängen Sie Ihr Kind nicht dazu, Englisch zu sprechen. Sorgen Sie lieber dafür, dass es viel Englischsprachiges hört und so mit dem Lautbild vertraut wird. Irgendwann wird es von allein Lust bekommen, etwas nachzusprechen oder mitzusingen.
  • Sagen Sie nie: „Das ist falsch!“ Im frühen Englischunterricht werden kleinere Fehler zu Gunsten des Kommunikationsflusses toleriert. Außerdem kann das ein Kind dauerhaft entmutigen.
  • Nehmen Sie Fehler mit Humor und üben Sie sich im „korrigierenden Echo“: Wiederholen Sie, was Ihr Kind sagte (oder meinte), in korrekter Form.
  • Erklären Sie Ihrem Kind keine grammatikalischen Strukturen oder Satzzeichenregelungen, weil das verwirrend sein könnte. Für solche abstrakten Zusammenhänge sind Grundschüler zu jung.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Kind etwas beibringen, etwa ein englisches Lied oder Spiel, das es aus der Schule kennt: Wenn es sieht, dass auch Sie nicht alles auf Anhieb fehlerfrei können, wird das seine Motivation eher erhöhen, als wenn Sie immer alles perfekt vormachen!
  • Integrieren Sie das Englischüben möglichst unauffällig in den Alltag. Ihr Kind lernt nebenbei, und Sie müssen sich nicht extra Zeit nehmen. Machen Sie die englische Sprache zum Thema, wann immer es geht.
  • Durchforsten Sie die deutsche Sprache und entdecken Sie gemeinsam die vielen englischen Begriffe, die wir dauernd benutzen (z. B. „cool“, „boy group“ oder „top“). Spaßeshalber können Sie ja mal versuchen, eine passende Übersetzung zu finden! („Jungengruppe“ hört sich eben einfach nicht „cool“ an.)
  • Singen Sie mit Ihrem Kind viele englischsprachige Lieder wie z. B. „Incy wincy spider“ oder „Twinkle twinkle litte star“. Texte und Melodien finden Sie im Internet (z. B. www.kinderreime.net). Sie können natürlich auch die Englischlehrerin Ihres Kindes um die Noten der Lieder bitten, die sie im Unterricht benutzt.
  • Lauschen Sie englischsprachigen Popsongs bewusster und versuchen Sie, gemeinsam mitzusingen. Hierbei geht nicht darum, den Text zu verstehen, sondern ihn lautlich zu imitieren. Das schult Gehör und Aussprache und kann auch richtig lustig sein.
  • Halten Sie beim Einkaufen gemeinsam Ausschau nach englischen Produktnamen: Warum ist die Cola „light“? Wieso heißen Cornflakes „Cornflakes“? Und was genau ist ein „bubble gum“?
  • Voraussetzung ist natürlich, dass Sie selbst im Englischen hinreichend sicher sind; mit dem Weiterreichen schlechter Aussprache oder falscher Vokabeln wäre dem Kind nicht gedient.

Bücher zum Englischlernen

Bücher sind ein wunderbares Hilfsmittel, wenn es darum geht, eine Fremdsprache zu erlernen.

Schaffen Sie ein englisches Bildwörterbuch an, in dem Ihr Kind selbstständig stöbern und nachschlagen kann, wenn es einen ganz bestimmten Begriff sucht.

Lesen Sie einfache englische Geschichten vor. Im Buchhandel gibt es eine große Auswahl davon. Beliebte deutsche Bilderbücher gibt es mittlerweile auch oft in englischer Sprache, wie z. B. „Kleine Raupe Nimmersatt“/„The Very Hungry Caterpillar“, Philomel Books, ca. 5 ?, oder „Der kleine Eisbär“/ „Little Polar Bear“, North-South Books, ca. 6 ? . Auch können Comics in Englisch Ihr Kind für die Sprache begeistern.

Spiele zum Englischlernen

Zahlreiche (teure) Spiele zum Englischlernen gibt es zu kaufen. Doch es gibt auch günstigere Möglichkeiten: 

Basteln Sie mit Ihrem Kind ein Kombi-Memory: Auf ein Pappkärtchen malen Sie einen Gegenstand, auf ein anderes schreiben Sie den zugehörigen  englischen Begriff. 

Basteln Sie Buchstabenkärtchen (auf jedes Pappkärtchen kommt ein Buchstabe bzw. eine Lautkombination wie „sh“). Spielen Sie damit Scrabble oder lassen Sie Ihr Kind einfach so experimentieren.

Auch „Schwarzer Peter“ („Odd man out“) lässt sich leicht selber herstellen: Sie benötigen dafür ein ausrangiertes Kartenspiel, das Sie jeweils zweimal mit demselben Motiv bekleben. Eine Karte wird schwarz angemalt. Das Spiel läuft nach den gewohnten Spielregeln, nur dass derjenige, der eine Karte zieht, sie benennen muss.

Andere Medien zum Englischlernen

Natürlich können Sie auch auf andere Medien zurückgreifen: Kassetten mit englischen Liedern und Computerprogramme gibt es in allen Variationen im Handel zu kaufen, und im Internet finden sich zahlreiche englischsprachige Kinderseiten mit Spielen, Songs und „online-stories“ (z. B. www.learnenglish.org.uk/kids/). 

Mein Tipp: Wenn Ihr Kind Filme liebt: Oft sind DVDs mehrsprachig aufgenommen, warum nicht einfach mal die englische (Original-)Version laufen lassen? 

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