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Textverständnis

Lesen lernen und verstehen: Wie Sie das Textverständnis Ihres Kindes trainieren können

Textverständnis fördern

Lesenlernen ist für viele Kinder ein mühsamer und langwieriger Prozess, der nicht immer von Erfolgserlebnissen begleitet ist. Auch wenn Ihr Kind alle Buchstaben erkennt, die Silben zusammenziehen kann und Wörter relativ flüssig entziffert, ist das Leseziel noch nicht erreicht. Der gelesene Text muss auch verstanden werden, Ihr Kind soll ihn hinterfragen und damit arbeiten können. Wie Sie erreichen, dass Ihr Kind die Kompetenz des sinnentnehmenden Lesens spielerisch erreicht, zeigen wir Ihnen in dem folgenden Beitrag.  

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Ohne Übung geht es nicht, das sollte am Anfang unbedingt gesagt sein. Es gibt keinen Zaubertrick, der leseschwachen Kindern dabei hilft, zum Superleser zu werden und selbst den Sinn aus Texten schnell zu erfassen. Mit Geduld, Übung und einigen Faustregeln kann jedoch jedes Kind lernen, kurze und längere Texte bewusst zu lesen sowie die jeweiligen Inhalte zu verstehen. Wichtig ist es zu erkennen, wo die Schwierigkeiten eines Kindes beim Textverständnis liegen. Desinteresse, Konzentrationsschwierigkeiten oder echtes Unvermögen können die Ursachen sein. Jedes Mal ist eine andere Unterstützung notwendig, um das Problem zu beheben. So finden Sie heraus, was Ihrem Kind Schwierigkeiten bereitet (siehe Kasten unten).

Bei Problem A (Textverständnis) hilft Ihrem Kind folgende Lesestrategie

Wenn Ihrem Kind eine Strategie fehlt, den Sinn von Texten zu erfassen, hilft ihm die folgende Anweisung. Gehen Sie die Punkte anfangs gemeinsam durch. Nehmen Sie sich Zeit, um die Strategie einzuüben. Wenn Ihr Kind sich einen Text nach diesem Schema ungefähr zehnmal erarbeitet hat, wird die Vorgehensweise langsam automatisiert.

8-Stufen-Lesestrategie

  1. Überschrift: Lassen Sie Ihr Kind spekulieren, worum es in dem Text gehen könnte.
  2. Lesen: Text zügig durchlesen, dabei aber genau vorgehen, eventuell absatzweise. Größere, vom Sinn her zusammenhängende Absätze können von Ihrem Kind mit einem Satz zusammengefasst werden.
  3. Schlüsselwörter finden: Wichtige, sogenannte Schlüsselwörter unterstreichen. Mit einer auf den Text gelegten Folie und einem Folienschreiber schonen Sie das Buch.
  4. Unklarheiten klären: Unbekannte Wörter und Begriffe markieren und klären. Im Grundschulwörterbuch, im Lexikon oder im Internet recherchieren.
  5. Fotos: Bilder zum Text ansehen. Was könnten sie bedeuten?
  6. Tonfall ausprobieren: Bei Verständnisproblemen noch einmal laut lesen. Dabei unterschiedliche Betonungen ausprobieren.
  7. Zusammenfassen: Kernaussage des Textes in möglichst wenigen Sätzen zusammenfassen.  
  8. Visualisierung: Bei ganzen Büchern erschließt sich der Handlungsablauf sehr anschaulich, wenn Ihr Kind einen Zeitstrahl oder eine Mindmap (Schaubild) anlegt.

Bei Problem B (Konzentrationsschwäche) hilft Ihrem Kind ein Konzentrationstraining

Mit einem Arbeitsblatt zur Konzentration können Sie das sorgfältige Entschlüsseln beim Lesen unterstützen. Legen Sie Ihrem Kind das Blatt vor, und bitten Sie es, den Text erst einmal gründlich zu lesen und dann erst die Anweisungen auszuführen. Unkonzentrierte und ungeduldige Kinder schaffen das nicht. Sie beginnen sofort damit, die einzelnen Anweisungen auszuführen. Stoppen Sie Ihr Kind nicht, sondern warten Sie geduldig ab. Am Ende des Arbeitsblattes wird Ihr Kind merken, dass es sich viel unnötige Arbeit gemacht hat, und künftig etwas sorgfältiger sein. Zur Steigerung des Konzentrationsvermögens empfehle ich Ihnen auch mein umfangreiches Training „Einfach besser Konzentrieren!“, das Sie unter dem Link https://www.elternwissen.com/shop/schule-und-lernen/konzentration.html bestellen können.

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