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Kleines Mädchen spielt Superheldin
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5 neue Motivationstipps für Ihr Kind

Starke Eltern – starkes Kind

Ohne Motivation geht beim Lernen gar nichts, das ist ein offenes Geheimnis in der Pädagogik. Kinder zu motivieren ist also ein Ziel, das Lehrer und Eltern gemeinsam anstreben sollten. Wenn ein Kind motiviert ist, lernt es fast von selbst. Das gilt in allen Bereichen, nicht nur beim Unterrichtsstoff. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Kind mit diesen fünf Tipps unterstützen und seine Motivation stärken. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

In der Theorie klingt das immer ganz einfach, aber was bedeutet das eigentlich für die Praxis? Der Aufbau der Motivation beginnt mit dem ersten Lebenstag Ihres Kindes. Immer, wenn es etwas versucht und ein Erfolgserlebnis hat, steigt seine Motivation Neues auszuprobieren. Anfangs werden Kleinkinder für ihre Neugier und die zahlreichen Versuche ausgiebig gelobt. Später ändert sich allerdings das Verhalten der Umgebung. Die Ansprüche an die Kinder steigen, daher werden sie nicht mehr für jeden kleinen Erfolg gelobt. Das ist schade, denn so wird auch die Motivation weniger „angekurbelt“.

Probieren Sie diese fünf Tipps aus:

1.      Lassen Sie Dinge geschehen.

2.      Sehen Sie die Einzigartigkeit/Stärken Ihres Kindes.

3.      Greifen Sie positive Aspekte auf.

4.      Verdeutlichen Sie den Gesamtzusammenhang.

5.      Stellen Sie den Spaß in den Vordergrund.

Im folgenden Beispiel möchte ich Ihnen verdeutlichen, wie Sie diese Motivations-Tipps ganz praktisch umsetzen. Bestimmt ist die Unordnung im Kinderzimmer oder sogar im Wohnzimmer auch bei Ihnen ein Dauerthema. Natürlich muss ein Kind auch aufräumen lernen, aber manchmal kann die Aufforderung: „Hier sieht es ja wie auf einem Schlachtfeld aus, räum sofort deine Sachen auf!“ seine Motivation ausbremsen.

Warum ein Lego Schlachtfeld nicht nur Unordnung bedeutet

Vor kurzem besuchte ich meine Freundin, deren achtjähriger Sohn Max das Wohnzimmer mit seinen neuen Legosachen belegt hatte. Das Kinderzimmer war ihm dafür zu klein. Entnervt stand meine Freundin inmitten des Chaos. Wie sollte sie nun saugen oder aufräumen? Kurz vor einem Wutanfall bremste ich sie entspannt aus: „Lassen wir ihn doch 2 Stunden Lego bauen und trinken unseren Kaffee in der Küche. Anschließend räumen wir drei schnell zusammen auf.“ Darauf ließen Max und seine Mutter sich ein.

Max hat beim Bauen eine Menge gelernt

Während wir unseren Kaffee tranken und die Ereignisse der letzten Wochen besprachen, spielte Max konzentriert mit seinen Legosachen. Mithilfe der Anleitung schaffte er es, ein merkwürdiges Star Wars Raumschiff ganz alleine aufzubauen. Stolz präsentierte er uns nach 2 Stunden das Ergebnis. Warum hat das positive Auswirkungen auf seine Motivation?

So wirken die 5 Motivationstipps – und strahlen positiv auf das Lernen aus

Tipp

Auswirkungen

1.      Lassen Sie Dinge geschehen.

Max fühlt sich mit seinen Bedürfnissen ernst genommen, das steigert sein Verantwortungsbewusstsein. Er wird nun auch schwierige Passagen bei der Bauanleitung versuchen alleine zu bewältigen.

2.      Sehen Sie die Stärken Ihres Kindes.

Max weiß, dass Spielzeug normalerweise nicht ins Wohnzimmer gehört. Aber seine Mutter vertraut ihm, dass er nach der vereinbarten Zeit aufräumt. Dieses Vertrauen möchte er nicht enttäuschen, sein Selbstbewusstsein wächst daran.

3.      Betonen Sie die positiven Aspekte.

Beim Bauen mit Lego lernt Max viel. Besonders lehrreich ist das Lesen und Umsetzen des Bauplanes. Aber er muss auch genau hinsehen, um die richtigen Teile zu finden und zusammenzusetzen.

4.      Verdeutlichen Sie sich den Gesamtzusammenhang.

Max fasst Zutrauen in seine Fähigkeiten. Die nächste Bedienungsanleitung (Waschmaschine, Fernbedienung, Smartphone) wird er sich vermutlich zutrauen. Das wirkt sich auf sein Lernverhalten aus. Wer sich mehr zutraut, versucht es auch bei schulischen Aufgabenstellungen erst mal alleine.

5.      Stellen Sie den Spaß in den Vordergrund.

Obwohl die Ordnung wichtig ist, darf der Spaß für eine Weile in den Vordergrund treten. Spaß und Humor sind die besten Freunde der Motivation, Ordnung ist es nicht.


Auch Sie profitieren von den Tipps

Mit diesem Motivationstipps unterstützen Sie nicht nur Ihr Kind, sondern Sie erleichtern sich auch selber die Erziehung. Versuchen Sie alles etwas entspannter zu sehen. Was ist schon ein wenig Unordnung, wenn Ihr Kind dafür einen tollen Nachmittag erlebt und Erfolgserlebnisse hat? Und ist ein gemütliches Kaffeetrinken mit der Freundin nicht wichtiger als ein sauberer Teppichboden? Ich meine schon.

Mein Tipp: Motivation überträgt sich auf andere Lebensbereiche

Wenn Ihr Kind regelmäßig Erfolgserlebnisse hat und sich als fähig und kompetent erlebt, wird es das auf alle anderen Lebensbereiche übertragen. Das Bauen mit Lego und ist natürlich ein tolles Training für den Mathematikunterricht und das Basteln fantasievoller Schmuckarmbänder fördert die Feinmotorik. Aber auch das Verstehen von Sachtexten wird dadurch gefördert. Erfolgreich gelöste Aufgaben wirken sich immer positiv auf die Motivation aus. Auch in der Schule wird Ihr Kind sich mehr zutrauen, wenn es in der Freizeit erfolgreich ist.

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