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Therapien bei Sprachstörungen

Sprachstörungen richtig behandeln

Sprachstörungen und Sprechstörungen können gut behandelt werden und gehören in die Hände von erfahrenen Fachleuten. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse beinhalten, dass ein Kind im Falle einer fachärztlich diagnostizierten Sprachstörung eine logopädische Therapie erhält. Lesen Sie hier, wie das vonstatten geht. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Kind eventuell fachärztliche Hilfe benötigt, können Sie dies mit der folgenden kleinen Sprachstörungs-Checkliste überprüfen. Sollten Sie mehr als zwei Fragen mit nein beantworten, ist es sinnvoll, den Kinderarzt hinzuzuziehen. Er wird ausführlichere Tests mit Ihrem Kind machen und Sie im Falle einer möglichen Sprachstörung an einen Logopäden (Sprachtherapeuten) verweisen. Eine Verordnung zur Sprach-, Sprech- oder Stimmtherapie können auch die folgenden Ärzte ausstellen:

  • Hausarzt
  • Phoniater/Pädaudiologe
  • HNO-Arzt
  • Kieferorthopäde

Checkliste für Sprachstörungen: Verstehen und Sprechen (für Kinder ab fünf Jahren):

  • Wird Ihr Kind gut verstanden, nicht nur von der Familie?
  • Kann Ihr Kind alle Laute richtig aussprechen, oder spricht es beispielsweise statt eines „k“ noch ein „t“?         
  • Kann Ihr Kind ohne Wiederholungen, Stottern oder Stammeln einen Text flüssig erzählen?      
  • Kann es Ihnen ein Erlebnis verständlich wiedergeben?
  • Kann es bei seinen Erzählungen auch auf den Ort und die Zeit eingehen (gestern, im Zoo, etc.)?           
  • Verwendet Ihr Kind Fürwörter wie „ich“ oder „du“ beim Sprechen?                   
  • Versteht Ihr Kind die Anweisungen, die Sie ihm geben?   
  • Kann Ihr Kind sich auf eine Unterhaltung konzentrieren?
  • Zeigt Ihr Kind eine Reaktion, wenn es leise von hinten oder von der Seite angesprochen wird?  

Natürlich verläuft die Entwicklung des Spracherwerbs nicht bei jedem Kind gleich, manche können schon früh sehr gut sprechen, und andere haben ihre Fähigkeiten beispielsweise eher im motorischen Bereich. Trotzdem gibt es Anzeichen, die auf eine verzögerte Sprachentwicklung hinweisen. Das muss unbedingt überprüft werden, damit das Kind keine wertvolle Zeit für eine Förderung verliert. Eltern bemerken oft sehr früh, wenn es ihrem Kind nicht gut geht, wenn sie oder andere es nicht verstehen oder wenn es sich beispielsweise zurückzieht. Sie sind meistens gut in der Lage einzuschätzen, was ihr Kind auch sprachlich leisten kann, und sie sind es, die ihre Kinder sprachlich optimal fördern können. Daher ist es ungemein wichtig, dass Eltern die Entwicklung ihres Kindes aufmerksam beobachten und auch bei einer Therapie konstruktiv mitarbeiten.

Wie diagnostiziert der Logopäde eine Sprachstörung?

Logopädinnen und Logopäden arbeiten nicht nur mit Kindern, die Sprachstörungen haben, sondern mit Patientinnen und Patienten aller Altersstufen. Sie untersuchen und behandeln, wenn Störungen beim Sprechen, im Bereich der Sprache, der Stimme oder beim Schlucken auftreten. Logopäden arbeiten auf ärztliche Vorordnung sowohl in Krankenhäusern als auch in freien ärztlichen oder logopädischen Praxen sowie in Sondereinrichtungen für hör- und sprachbehinderte Kinder. Am Beginn einer jeden Behandlung steht ein Test, der die Störung genauer eingrenzt. Es werden die Artikulation, der Redefluss, der Wortschatz, die Grammatik und das Verstehen von Sprache getestet. Erst danach wird die Therapiemethode ausgewählt, mit der das Kind trainiert und lernt. Sehr wichtig ist dabei, die Eltern in die Förderung mit einzubeziehen.

Die logopädische Behandlung unterstützt

  • den Lauterwerb und die Lautanbahnung zur besseren Verständlichkeit, z.B. beim Nuscheln,
  • die Wortschatzerweiterung und hilft beim Erwerb der grammatikalischen Strukturen,
  • die Verbesserung des Sprachverständnisses,
  • die Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten,
  • die Verbesserung des Spielverhaltens, der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit.

Mein Tipp: Schauen Sie doch einmal beim Deutschen Bundesverband für Logopäden vorbei (www.dbl-ev.de). Dort erhalten Sie viele hilfreiche Informationen rund um Sprach- und Sprechstörungen. Auf dieser Internetseite können Sie auch eine Logopädin/einen Logopäden mit einer Suchmaschine in Ihrem Wohnbereich finden.

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