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Grundsätze bei Trennungen

Wie Sie Kinder Trennungen erleichtern

Es mehr als 100.000-mal pro Jahr: Eine Familie zerbricht – die Eltern trennen sich. Weil Kinder beide Elternteile lieben, gibt es für sie kaum etwas Schlimmeres. Doch die Kleinen kommen besser mit dieser schwierigen Situation zurecht, wenn Mutter und Vater nach der Trennung einige Grundsätze beachten! 

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Versuchen Sie bei Trennungen folgende Grundsätze zu beherzigen

Es gibt kein Allheilmittel für den richtigen Umgang mit Trennungen, die folgenden Ratschläge können Ihrem Kind ihre Verarbeitung jedoch erleichtern:

  • Leben Sie so viel Normalität wie irgend möglich weiter.
    Ihr Kind braucht seine vertraute Umgebung, braucht seine Freunde, seine Rituale, an denen es sich bisher orientiert hat. Das gibt ihm Halt und Sicherheit.
  • Beide Elternteile bleiben regelmäßig erreichbar
    Zieht eine Bezugsperson aus, dann braucht Ihr Kind die Gewissheit, dass es diese Person, sei es Vater oder Mutter, auch verlässlich wiedersieht. Feste Bezugszeiten sind hier sehr wichtig.
  • Nehmen Sie Ihrem Kind das Gefühl, es sei für die Trennung verantwortlich
    Wie gesagt, nicht die Eltern, sondern die Partnerschaft wird durch eine Trennung beendet. Dafür sind nicht die Kinder verantwortlich. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass ihm Vater und Mutter – wenn auch an getrennten Orten und zu unterschiedlicher Zeit – weiterhin erhalten bleiben.

  • Akzeptieren Sie die heftigen Gefühle Ihres Kindes
    Diese Gefühle können von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein. Wenn Sie Ihrem Kind die Trennung von Mutter und Vater zumuten, müssen sie auch seine Gefühlsausbrüche aushalten. Diese können von Angst und Verunsicherung über eine wortlose Trostlosigkeit bis hin zu Wut und Zorn reichen. Ihr Kind darf und muss seine Emotionen – und das durchaus über längere Zeiträume hinweg – ausleben können. Der Trauerprozess ist nicht schnell abgeschlossen, er zieht sich über Wochen, Monate und Jahre hin. Größere Gefühlsschwankungen sind dabei normal.
  • Fragen Sie Ihr Kind nicht über die Befindlichkeiten des ehemaligen Partners aus
    Ihr Kind steht nicht im diplomatischen Dienst. Ihre Kinder sind keine V-Leute, über die man Informationen erhält, sondern sie sind eigenständige Persönlichkeiten, die sich bemühen, ihren eigenen Weg zu finden.
  • Bringen Sie sich und Ihr Kind nicht in Loyalitätskonflikte
    Ihr Kind kann auch den Partner, der ausgezogen ist, über den Sie als Mutter/Vater ungehalten sind, lieb haben. Halten Sie sich daher mit allzu heftigen Bemerkungen zurück. Lassen Sie sich andererseits aber auch nicht von Ihrem Kind gegeneinander ausspielen. Gut ist es, wenn beide ehemaligen Partner klar und konsequent bleiben. Das erfordert eine Menge Selbstdisziplin.
  • Reden Sie nicht schlecht über Ihren Ex-Partner
    Auch wenn es Eltern aufgrund von verletzten Gefühlen und starken Emotionen schwerfällt: Bedenken Sie immer, dass Kinder oft am meisten unter der Trennung leiden und Machtspielchen oder gemeine Worte die Situation nur verschlimmern.
  • Schließlich: Sorgen Sie gut für sich selbst
    Denn Ihren Kindern können Sie nur dann Halt und Geborgenheit geben, wenn Sie sich auch selbst gehalten und geborgen fühlen.

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Kommentare zu "Grundsätze bei Trennungen"

  • Werner schreibt am 04.03.2014

    Eltern sollten sich, Vor allem in sehr langen Beziehungen die sie gemeinsam mit Kindern verbracht haben, klar darüber sein welche Verantwortung damit verbunden ist? Sich selber, dem Partner und dem Kind gegenüber. Nicht selten wird zu schnell das gesamten Leben dieser Familie geopfert nur um scheinbare egoistische Ambitionen nach neuer Liebe , scheinbar neuem Glück, nach zugehen. Die Wertverluste für unser Leben und das unserer Kinder sind in unserer Gesellschaft enorm gestiegen.Gerade sich dafür einzusetzen, dass eine Beziehung auch in schwierigen Zeiten Bestand hat, dafür zu kämpfen, auch mit guter Beratung, wird selten in Anspruch genommen! Es scheint mit dem Begriff"Wegwerfgesellschaft." einherzugehen, als wenn das neue uns dann wohl glücklicher macht, am Ende wohl nicht.
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