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Verärgerte Mutter diskutiert mit Tochter
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Welche Strafmaßnahmen sind in der Pubertät noch erlaubt?

Grenzen setzen & Regeln vereinbaren

Teenager sind manchmal eigen. Vorbei die Zeiten, in denen sie brav an Mamas Rockzipfel hingen und ihren Anweisungen folgten. Nun haben sie ihren eigenen Kopf, den sie oft auch durchsetzen wollen – manchmal auch gegen Mamas und Papas Willen. Gehorsamkeit und schulischer Fleiß gehören nicht unbedingt zu ihren Lieblingstugenden. Viele Eltern respektieren das und begleiten ihre Kinder mit liebevoller Geduld durch diese aufwühlende Lebensphase. Doch was tun, wenn Ihr Teenager sich nicht mehr an Regeln hält, Verabredungen nicht einhält oder sich anderweitig „danebenbenimmt“? Um es gleich zu sagen: Von Bestrafungen halten wir nicht so besonders viel. Lesen Sie hier, warum viele Strafmaßnahmen eher kontraproduktiv sind und was Sie tun sollten, wenn Ihr Kind sich aufmüpfig verhält oder von Ihnen aufgestellte Regeln ignoriert. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Teenager machen Eltern mit ihrem Verhalten oft hilflos: Was tun, wenn der 14- Jährige einfach die Hausaufgaben nicht macht oder die 13-Jährige mehr Zeit vor dem Spiegel verbringt als mit Vokabellernen? Und wie soll man reagieren, wenn der Jugendliche erst um 23 Uhr statt um 22 Uhr nach Hause kommt und womöglich noch eine Bierfahne hat? Es gibt hierfür keine Faustregel. Eltern müssen ihren eigenen Weg finden, wie sie auf dieses Verhalten reagieren wollen. Prüfen Sie in einer solchen Situation immer, bevor Sie „aus dem Bauch heraus“ irgendwelche Strafmaßnahmen verhängen: Was möchte ich meinem Kind zu diesem Thema eigentlich genau sagen? Was ist meine Botschaft? Erst wenn Sie diese Fragen für sich geklärt haben, sollten Sie entscheiden, wie Sie weiter vorgehen wollen. In den meisten Situationen ist ein klärendes Gespräch mit deutlichen Ansagen in einem freundlichen Ton viel nachhaltiger wirksam als eine Bestrafung.

4 Gründe, warum Strafen meistens nutzlos oder sogar schädlich sind

1. Strafen sind Ausdruck von klaren Machtverhältnissen:

Der Schwächere wird vom Stärkeren bestraft. Es ist klar, wer das Sagen und wer zu gehorchen hat. Da Jugendliche sich aber genau aus diesem Machtverhältnis herausentwickeln müssen, sind Strafen tendenziell entwicklungshemmend und demütigend.

2. Strafen werden von Jugendlichen oft als wahllos und willkürlich erlebt.

Warum darf ein Teenager z.B. nicht zum Sport gehen, nur weil er in Mathe eine 4– geschrieben hat? Hier besteht keinerlei Bezug zwischen der „Tat“ und der „Strafe“.

3. Bestrafungen werden von den Jugendlichen eher als Ausdruck der Hilflosigkeit ihrer Eltern erlebt denn als Ausdruck elterlicher Souveränität.

„Gib mir doch Hausarrest, wenn euch nichts Besseres einfällt, mir doch egal. Bleib ich halt heute in meinem Zimmer, morgen mach ich eh‘ wieder, was ich will!“ Teenager wollen ihre Eltern eher selten provozieren, aber eine Bestrafung kann für einen provokanten Teenager durchaus zum Erfolgserlebnis werden. Schimpfen und Strafen können die Eltern-Kind-Beziehung empfindlich stören. Vertrauen und Verständnis sollten auch in der Phase der Pubertät die Grundlagen der Eltern-Kind-Beziehung sein. Trotz aller Auseinandersetzungen brauchen Teenager Eltern, die ihnen wohlwollend begegnen und ihnen zugetan sind.

4. Strafen hindern Kinder eher daran, die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

So grotesk das klingen mag: Wenn Sie sich als Eltern z.B.so über die schlechten Zensuren Ihres Kindes ärgern, dass Sie deswegen eine Strafe verhängen, muss Ihr Teenager sich nicht wirklich mit dieser Zensur auseinandersetzen. Es wird sich dann eher über die aufgebrummte Strafe aufregen und sich hinter seinen Ärger zurückziehen und möglicherweise sogar Trotzverhalten entwickeln („Wenn die sich so doof verhalten, brauche ich mir auch keine Mühe zu geben, ist mir doch egal. Jetzt mach ich erst recht nichts mehr für die Schule!“).Eine echte und konstruktive Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema („Wie kommt es, dass ich diese Note geschrieben habe? Hätte ich das vielleicht bessergekonnt, wenn ich mehrgelernt hätte?“etc.) bleibt dann leider aus.

Mein Tipp:

Sollte Ihr Teenager sich dauerhaft renitent verhalten, sich sozial stark zurückziehen, seine Hobbys aufgeben und sich in der Schule zunehmend verweigern, dann sollten Sie – statt ihn zu bestrafen – lieber eine Familienberatung aufsuchen. Hier wird dann nach den tieferen Ursachen für das Verhalten Ihres Kindes geforscht und Sie bekommen Ideen, wie Sie ihm am besten helfen können. Sollte Ihr Teenager nicht mitkommen wollen, lohnt sich meistens auch ei

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