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Welche Umgangsformen sind „ein Muss“ – und wie erkläre ich das meinem Kind?

Der Pubertäts-Knigge

In der Pubertät scheinen Jugendliche mitunter alles zu vergessen – manchmal leider auch ihre „gute Erziehung“. Unhöflich, mürrisch oder gar respektlos verhalten sie sich, ganz so, als wären ihnen andere Menschen und ihre Bedürfnisse nun völlig egal. Eltern sind von diesem Verhalten Ihrer Kinder oft entsetzt oder auch peinlich berührt und wissen nicht, wie sie richtig darauf reagieren sollen. Lesen Sie hier, was Sie tun können. 

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

„Man kann es ja kaum glauben“, erzählt die Mutter der 14-jährigen Marie, „aber manchmal denkt man doch wirklich, das kann nicht dein Kind sein. Also, meine Marie, die ist jetzt dreizehn, was die sich seit einiger Zeit leistet, das ist unfassbar.“ Wie die mit ihr und ihrem Mann reden würde, das wäre „rotzfrech“. Und dann platzt es aus ihr heraus: „Die kommt an den Frühstückstisch, keinen Morgengruß, nur ein beleidigtes Gesicht, keinen Abschiedsgruß, an einen Kuss braucht man gar nicht erst zu denken.“ Und dann ginge das so weiter. Wenn sie aus der Schule nach Hause käme, sähe sie als Erstes ihr beleidigtes Gesicht und dieses „muffelige, was gibt es zu essen?“ Die Wörter „bitte“ und „danke“ wären aus dem Wortschatz ihrer Tochter verschwunden. Und – Marie mache nicht einmal vor ihrer Oma und ihrem Opa Halt. Obwohl sie beide sehr mag, hätten sie nun auch unter der Unhöflichkeit ihrer Enkeltochter zu leiden. Die Mutter sieht ratlos aus: „Was können die dafür, dass meine Tochter eine pubertierende Zicke ist!“

Ihr pubertierendes Kind testet: „Wie weit kann ich gehen?“

Wie dieses Fallbeispiel zeigt, können Sie von Eltern häufig sehr ähnliche Klagen über ihren pubertierenden Nachwuchs hören. Die Heranwachsenden schmeißen Umgangsformen, die sie sich in der Kindheit angeeignet haben, mit einem Male über Bord und tun ganz so, als hätten sie nie eine elterliche Erziehung, die auf Höflichkeit und Dankbarkeit abzielt, erlebt. Viele Eltern sind dann verunsichert, wissen nicht, woher dieses Verhalten ihrer Kinder rührt und fragen sich, ob sie vielleicht Schuld daran haben. Doch seien Sie beruhigt! Die Verletzung von Umgangsformen hat normalerweise nichts mit Ihrem Fehlverhalten als Vater oder Mutter zu tun. Ihr pubertierendes Kind bricht aus, es testet und reibt sich an Grenzen. Dabei will Ihr Kind ausprobieren, wie alltagstauglich das Handwerkszeug ist, das Sie ihm mit auf den Weg gegeben haben. Dabei begibt sich Ihr Kind dann auch in das Land jenseits der Grenze von Höflichkeit und Dankbarkeit. Ihr Kind will nämlich nicht nur dieses Land erkunden, es möchte tatsächlich in Erfahrung bringen, welche Konsequenzen es hat, wenn es Grenzen überschreitet und verletzt.

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