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Aggressivität bei Teenagern
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Aggressives Verhalten: So behalten Sie trotz Pubertät den Überblick!

So bekommen Sie aggressives Verhalten trotz Pubertät in den Griff

Nicht nur in der Trotzphase können Kinder extrem anstrengende Verhaltensweisen entwickeln, auch in der Pubertät sind Eltern vor Wutanfällen, Trotzreaktionen und aggressiven Verhaltensweisen nicht geschützt.  

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Hinzu kommen Hormonschübe und die Veränderung des eigenen Körpers, die  erst einmal verarbeitet werden müssen.  Wie Sie auf aggressives Verhalten in der Pubertät am besten reagieren, verrät Ihnen der folgende Beitrag. Das Alter der Kinder beim Eintritt in die Pubertät hat sich in den letzten Jahren weiter nach unten verschoben, und schon in der Grundschule bekommen einige Mädchen ihre erste Periode. Kein Wunder, dass dabei Gefühlsausbrüche, Wortattacken und aggressives Verhalten als Ausdruck von Hilflosigkeit bei Ihrem Kind entstehen können. 

 

Aggressives Verhalten in der Pubertät: So verhalten Eltern sich richtig

Bleiben Sie gelassen, auch wenn es schwer fällt. Obwohl die Angriffe Ihres trotzigen oder aggressiven Kindes für Sie als Eltern extrem belastend sein können und Ihnen vielleicht emotional stark zusetzen, ist es dennoch wichtig, gelassen zu reagieren und sich nicht auf die Ebene Ihres aggressiven und pubertierenden Kindes zu begeben. Reagieren Sie nicht emotional, schreien Sie nicht zurück und versuchen Sie, einen gefühlsmäßigen Abstand zu Ihrem Kind zu halten. Es testet aus, wie weit es mit seinem aggressiven Verhalten gehen kann, und lernt dabei ganz wichtige Verhaltensregeln für sein späteres Umgehen mit anderen Menschen. Gerade wenn sie toben, brüllen und schlagen, brauchen Kinder in der Pubertät, klare Richtlinien, die ihnen vermitteln, was richtig ist und was falsch. Diese Regeln müssen von den Eltern kommen. 

Diese Anti-Aggressions-Regeln helfen Ihnen durch die Pubertät bei aggressivem Verhalten:

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in einer ruhigen Stunde Anti-Aggressions-Regeln für den Umgang fest:

  1. Es wird niemals geschlagen oder gehauen.
  2. Wir beschimpfen uns nicht gegenseitig.
  3. Wer wütend ist, kann sich zurückziehen, um sich zu beruhigen.
  4. Wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, und setzen uns schon nach kurzer Zeit erneut zusammen.

Bei pubertierenden Kindern ist die Vorbildrolle der Eltern besonders wichtig, um aggressives Verhalten zu vermeiden!

Natürlich können Sie von Ihrem Kind nicht verlangen, dass es die Regeln während eines Wutanfalls stets parat hat und anwenden kann. Das ist Aufgabe der Eltern, denn die Kinder lernen ja noch.
Wenn Ihr Kind Sie anschreit: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und die Ursache der Eskalation herauszufinden. Falls Ihr Kind mit aggressivem Verhalten reagiert und sich auf kein vernünftiges Gespräch einlässt, erinnern Sie es an die zusammen festgelegten Regeln. Lenkt es nicht ein, beenden Sie die Situation ohne weitere Diskussion. Lassen Sie sich nicht zum gegenseitigen Anschreien verleiten. 
Es ist wichtig, dass Ihnen bewusst ist, welchen Einfluss Ihr Verhalten auf das künftige Verhalten Ihres Kindes hat. Von Ihnen lernt es, gerade während der Pubertät, mit Frust und Wut umzugehen. Sie sind das Vorbild, dem es folgen wird.

10 bewährte Strategien gegen aggressives Verhalten in der Pubertät

  1. Vermeiden Sie selbst aggressive und trotzige Verhaltensweisen, denn Kinder kopieren ihre Eltern und deren Verhalten.
  2. Reagieren Sie nicht emotional oder wütend. Atmen Sie ruhig durch und zeigen Sie Ihrem Kind, dass es so nicht weiterkommt.
  3. Zeigen Sie Alternativen auf: „Wenn du mir das ruhig sagst und mich nicht anschreist, dann mache ich, was du willst.“
  4. Ignorieren Sie verbale Aggressionen Ihres pubertierenden Kindes, aber schreiten Sie bei Gewalt unbedingt kompromisslos ein. Schlagen, Treten, Kratzen, Beißen und Zerstören von Gegenständen sind nicht akzeptabel.

  1. Sprechen Sie nach dem Abklingen des „Sturms“ mit Ihrem Kind über die Situation und zeigen Sie ihm dann Alternativen auf.
  2. Akzeptieren Sie die Enttäuschung oder Trauer, die hinter dem aggressiven Verhalten steht. „Ich verstehe, dass du wütend bist. Aber glaubst du, so kannst du etwas erreichen?“
  3. Loben Sie Ihr Kind immer, wenn es schwierige Situationen ohne aggressive Verhaltensausbrüche meistert. So verstärken Sie das erwünschte Verhalten.
  4. Klären Sie genau, warum Ihr Kind aggressiv ist. Ungerechte Strafen oder Vorwürfe machen Ihr Kind in der Pubertät nur noch aggressiver.
  5. Bleiben Sie konsequent, damit Ihr Kind weiß, was es darf und was nicht. Verlässliche Regeln sind ein Muss während der Pubertät eines Kindes.
  6. Halten Sie Ihre Versprechen, denn ein oft enttäuschtes Kind wird zu Recht trotzig oder aggressiv.     

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Kommentare zu "Aggressives Verhalten: So behalten Sie trotz Pubertät den Überblick!"

  • Bella schreibt am 14.07.2016

    Hallo
    Ich bin 14 Jahre alt und hab ein sehr starkes akkressiv verhalten (zum Glück bleibt die Familie verschont doch in der schule ist es sehr schlimm) ich weiß in diesen Momenten nicht was los ist aber ich versuche es zu beschreiben also ich blende alles aus außer den Grund warum ich sauer bin und wenn mich jemand festhalten möchte schlage ich um mich ich habe mein eigenen Körper nicht unter Kontroll. Mir hilft in der schule dan das ich mich zurück ziehen kann( ganz wichtig es dürfen keine scharfen Gegenstände dort sein sonst verletzt ich mich selbst !!!!) Hoffe das koNote euch mal die Sicht von den jugendlichen zeigen
  • Julius schreibt am 17.12.2015

    Guten Tag allen die diesen Kommentar lesen.

    Ich bin 15 Jahre alt und auf diese Website gestoßen weil ich wissen wollte ob es Erkenntnisse gäbe woher die Agressionen in der Pubertät resultieren. Da ich gerade selber nach einem echt schönen Tag völlig grundlos ausgerasstet bin. Ich habe alle 3 Monate mal soein Tag wo ich richtig frei drehe. Warum weiß ich ja selber nicht ich probiere meine Familie da möglichst raus zu halten doch das funktioniert nicht immer. Ich selber weiß nicht woraus die agression und Hass, auf die gesamte Menschheit die in diesem Moment da sind, her kommen. Falls Sie dies als Eltern also nicht verstehen, viele Jugendliche verstehen das selber nicht ich hab auch meine Kumpels mal gefragt bei denen ist das genauso. Ich glaube das ganze kann man nicht logisch sehn da in diesen Zeitraum das Gehirn nichtmehr rational denkt. In den meisten Fällen bereut man dannach einfach alles was geschehen ist doch man zeigt es nicht...

    Ich entschuldige mich schonmal für die Rechtschreibung ;)
  • Matthias schreibt am 25.08.2015

    Mein Sohn (15 Jahre) steckt gerade brutal in der Pubertät, die dauert bei ihm jetzt aber schon 2-3 Jahre an...vor kurzem eskalierte die Situation, nach einer kurzen aber heftigen Diskussion nannte er mich eine Missgeburt und einen Hurensohn (seinen eigenen Vater!)...darf so etwas sein? Ich war so geschockt, dass ich mich momentan total zurückgezogen habe, mental geht´s mir nicht gut, sehr zum Leidwesen meiner Familie...ich habe ihn so noch nie erlebt...draußen benimmt er sich anders, zu Hause lässt er alles an d. Familie aus... :(((
  • Manuela schreibt am 08.12.2014

    Bei mir selbst ist es ja noch nicht so lange her dass ich aus der Pubertät raus bin.(ca. 2 Jahre)
    Jetzt hab ich das problem mit meiner Freundin. Sie lässt sich gar nichts sagen geht fast jeden tag saufen und will jetzt auch noch die schule abbrechen. Immer wenn ich versuche sie davon zu überzeugen dass sie nicht so oft Fort gehen soll wird sie sauer und blockt total ab. Ihre Mutter weis sich auch schon nicht mehr zu helfen.
    Bitte hat Irgendjemand ahnung wie ich ihr Helfen kann?
  • Gitta schreibt am 27.05.2014

    Ich kann nicht perfekt deutsch aber ich versuche es gut zu formulieren.
    Ich habe einen 17 jährigen Sohn. Er hängt jeden Tag draußen mit seinen Kumpels.Daraus besteht sein Leben. Realschulabschluss macht er ohne lernen.
    Er hat an nichts Interesse, zu Hause macht er absolut nichts. Er kriegt kein Taschengeld und immer wieder beklaut er uns. Er braucht keine Regeln, sie werden nicht eingehalten. Wenn ich ihn anspreche dann wird er extrem aggressiv. Vor Tage hat er sein Zimmertür zertrümmert.
    Langsam bleibt mir nichts anderes übrig als Ihn auf die Strasse setzten.
    Aber dadurch werde ich meine innere Ruhe nicht wieder bekommen.
    Was soll ich denn tun???
  • Monika schreibt am 27.12.2013

    Zuerst einmal ein Dankeschön für den obigen Beitrag. In bin auch derzeit in einer verzweifelten Lage. Meine Kinder sind schon junge Erwachsene (23 und 26)und ich bekomme jetzt erst zu spüren, was sich eigentlich schon bei anderen einige Jahre früher abspielt. Beide hatten schon ihre Phasen, aber es war noch im Rahmen. Aber jetzt ist es sehr heftig. Wie lange geht so eine Pubertät eigentlich, oder sind hier mehrere Abschnitte ?? Auf meine Phasen kann ich mich nicht mehr so erinnern und bei mir war eine andere Zeit, wo ich überleben musste. Bis jetzt war ich viel am Weinen, weil ich nicht kapieren wollte, warum auf einmal alles so brutal anders ist. Doch jetzt hatte ich mich hier informiert. Bin derzeit selbst in einem argen Trennungsschmerz drinnen. Ich habe keinen Partner jetzt neben mir, der unterstützend an meiner Seite sein kann.Da muss ich allein durch, aber es tut mir sehr weh. Gibt es Hoffnung, dass unser Dasein wieder in einem vernünftigen Rahmen sein kann ??
    Wir waren immer alle füreinander da und es gab ein Gefühl für ein Miteinander. Jetzt ist alles so herzlos, einfach traurig. :-(((
  • siegrid schreibt am 27.12.2013

    leider habe ich ein Kkind in der Pubertät, das sein aggressives verhalten auslebt und da immer ruhig zu bleiben, ist wirklich eine Kunst, jeder sagt, man soll es immer hinterfragen dann heisst es wir seien schuld wegen dem und dem,nur das auch mal sie einmal einen Fehler gemacht hat sieht sie nie ein natürlich hinterfrage ich mich selber stimmt das und suche was ich besser machen kann dann mache ich das und was ist, wieder ein Wutausbruch " Und jetzt"
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