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So kommunizieren Sie richtig mit Ihrem pubertierenden Kind

Handeln statt reden

Es ist eine paradoxe Situation: Oft bemühen sich Eltern mit ihrem Kind, gerade während der Pubertät, eine partnerschaftliche Beziehung zu pflegen, und versuchen, die Bedürfnisse und Wünsche der Heranwachsenden zu respektieren. Gleichzeitig nehmen aber Kommunikationsstörungen zwischen Eltern und Kindern in der Pubertät stark zu. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Kontakt zu Ihrem Kind (wieder) herstellen und richtig mit ihm kommunizieren.  

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Manchmal beobachte ich, dass Eltern es schlicht und einfach verlernt haben, mit ihren Töchtern und Söhnen zu reden. Sie „labern“ und nehmen nicht zur Kenntnis, was ihr pubertierender Nachwuchs ihnen sagen will. Viele Jugendliche sind – auchwenn es vielleicht manchmal so scheint – nicht grundsätzlichabgeneigt, mit ihren Eltern zu reden. Oft haben sie aber schlichtkeine Lust dazu, denn an dem Gesprächsverhalten ihrer Elterngefällt ihnen zu Recht einiges nicht. So kritisieren Sie, dass

  • Eltern nicht richtig zuhören. Sie konzentrieren sich nicht auf das, was der Heranwachsende vorträgt, sondern haben vorgefasste Antworten im Kopf und wollen nur ihre eigeneMeinung loswerden;
  • Nachfragen der Eltern häufig einem Verhör gleichen. Eltern bohren nach, wollen alles wissen und spüren nicht die Grenzen, die der Heranwachsende setzt. Je intensiver Eltern mit ihren Fragen in den Heranwachsenden eindringen, umso schneller macht er dicht und zieht sich zurück;
  • Eltern sie bekehren wollen. Heranwachsende wollen die Diskussion, die Auseinandersetzung. Wenn sie aber das Gefühl haben, bekehrt zu werden, oder man von ihnen verlangt, sofort Einsicht zu zeigen, gehen Heranwachsende auf Konfrontationskurs;
  • Eltern oft indirekt kritisieren. In vielen elterlichen Kommentaren und Bewertungen erkennen Jugendliche verdeckte Vorwürfe. Sie fühlen sich weder an- noch ernstgenommen. Sätze wie „Fürchterlich! Bei diesen Freunden gehst du ein und aus!“ oder „Das hätte ich von dir nicht gedacht!“ lassen Offenheit und Vertrauen nicht entstehen.
  • Eltern, wenn sie sich sorgen, mehr an sich selbst denken. Jugendliche haben das Gefühl, dass elterliche Sorgen mehr ihrem eigenen Ruf als dem Kind gelten („Was sagen wohldie anderen, dass ich dieses Kind habe?“). Jugendliche wollen Anteilnahme und Mitgefühl, aber keine überzogen übertriebene Fürsorge.
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