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überfüllte und überladene Schrankkommode
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Anti-Chaos-Tipps zum konzentrierten Lernen Teil 1

Konzentration

Viele Eltern kennen das folgende Szenario: Sie kommen von der Arbeit nach Hause und im Flur fliegen die Schultasche und ein paar Turnschuhe rum, in der Küche kleben Nutella- und andere Essensreste rund ums Spülbecken, im Bad trocknen noch die letzten Pfützen des morgendlichen „Wirbelsturms“ und im Zimmer Ihres Nachwuchses hätten Sie denselben zwischen seinen Chaosbergen fast übersehen. 

Expertenrat von 

Das freundliche „Hallo mein Schatz, wie war dein Tag?“, bleibt dann schnell mal im Hals stecken oder weicht einer Grundsatzpredigt über die Bedeutung von Ordnung. Leider merken aber auch viele Eltern, dass solche Predigten außer Streit keine spürbaren Folgen haben. Hilf- und ratlos sind angesichts solcher Chaostendenzen allerdings nicht nur Sie als Eltern, sondern auch Ihr pubertierendes Kind – vor allem dann, wenn sich sein Chaos negativ auf seine Konzentrationsfähigkeit und schulische Leistungen auswirkt. Die folgenden fünf Tipps sollen Ihnen und Ihrem Kind daher helfen, zumindest für den schulischen Bereich ein wenig Ordnung und Struktur zurückzugewinnen.

Manche Pubertierende hinterlassen wo sie gehen und stehen eine Spur der Verwüstung. Völlig umkrempeln können Sie solche Chaostypen nicht, aber vielleicht können Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter dabei unterstützen, wenigstens das Lernumfeld und das Lernen selbst so zu gestalten, dass konzentriertes Arbeiten möglich ist. Damit Sie es als Eltern dabei jedoch nicht übertreiben, sollten Sie sich vorab ehrlich die folgende Frage beantworten:

Wer hat hier tatsächlich das Problem?

Bin ich vielleicht übertrieben ordnungsliebend? Sehe nur ich das Chaos oder was meinen die anderen Familienmitglieder? Findet mein Kind trotz Chaos alle seine (Schul-)Sachen und arbeitet es konzentriert und ist organisiert? Diese Fragen sind wichtig, denn einerseits können Sie sich Streitereien oder übertriebenes Engagement sparen, wenn Ihnen der objektive Blick verrät, dass Ihr Kind im vermeintlichen Chaos perfekt arbeiten kann. Andererseits sehen Sie aber nun vielleicht auch, dass Ihr Kind ebenfalls unter seinem Chaos leidet, weil es z.B.

  • benötigte Zettel oder Arbeitsmaterialien nicht mehr findet,
  • beim Lernen unkonzentriert ist, weil es sich von herumliegenden Dingen ständig ablenken lässt,
  • wichtige Hausaufgaben oder Termine für Klassenarbeiten vergisst oder
  • zunehmend inhaltlich auf dem Schlauch steht, weil das Chaos auf dem Schreibtisch den Überblick im Kopf nicht mehr zulässt.

Auch wenn Ihr Kind vermutlich kaum zugeben wird, dass es ein Ordnungsproblem hat, so sollten Sie ihm in dieser Situation doch helfend unter die Arme greifen. Folgende Tipps und Ideen für pubertierende „Chaoten“ haben sich hier bewährt:

Tipp 1: Ein Platz zum Arbeiten – ein Platz zum Entspannen

Oft ist der Schreibtisch zugleich der Ort, an dem Ihr Kind seine Hausaufgaben erledigt und lernt, aber auch Computer spielt, zeichnet, Zeitschriften liest und liegen lässt oder den Chemiebaukasten auspackt. Besser ist es, hier eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Freizeitbereich im Zimmer Ihres Kindes zu schaffen. Richten Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter eine Arbeitsecke mit Schreibtisch, Bücherregal, Ablagen etc. ein, so dass alle Schulmaterialien beim Lernen griffbereit sind. Wenn diese Ecke ordentlich bleibt, hilft das der Konzentration bereits sehr und Ihr Kind muss nicht ständig vor dem Lernen aufräumen.

Unser Rat: Eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen

Ob Arbeits- oder Entspannungsbereich – wichtig ist, dass sich Ihr Kind in seinem Zimmer wohl fühlt. Je lieber sich Ihr Kind an seinem Arbeitsplatz aufhält, umso leichter und besser kann es sich auch konzentrieren und lernen. Fragen Sie daher Ihr Kind, was es noch für Ideen und Wünsche für sein Zimmer hat, z.B. eine neue Wandfarbe, Pflanzen, eine zusätzlich Lampe oder Umstellen der Möbel etc.

Tipp 2: Ordnung und System in Regal und Schultasche

Damit Ihr Kind einen großen Schritt in Richtung „besseren Überblick“ gehen kann, benötigt es für seine Arbeitsmaterialien einen Platz und ein Ordnungssystem. Dabei sollten Sie auf keinen Fall die Aufräum- oder Einrichtungsarbeiten für Ihr Kind übernehmen. Wichtig ist, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter selbst festlegen können, wie ihr Wohlfühl-Arbeitsplatz und ihr zukünftiges Ordnungssystem aussehen sollen. Gerade in der Pubertät benötigt Ihr Kind die Freiheit, seinen eigenen Raum selbst gestalten zu können. Nehmen Sie Ihrem Kind also das Ruder nicht aus der Hand, aber achten Sie darauf, dass folgende Regeln eingehalten werden:

Jedes Schulfach eine Farbe:

Aus der Grundschulzeit kennt Ihr Kind diese Zuordnung noch, doch irgendwann in der Mittelstufe, wenn die Lehrer dieses Farbsystem nicht mehr fortführen, haben manche Schüler nur noch einen Schreibblock oder eine Mappe für alle Fächer. Zettelwirtschaft, inhaltliches Durcheinander, das Chaos ist hier vorprogrammiert. Farbige Hefteinschläge, farbige Ordner oder farbige Register für Sammelordner sind hier mögliche Alternativen, die Sie mit Ihrem Kind besprechen können.

Ein Regal für Ordner, Ablagen und Bücher:

Am besten in einem Regal neben dem Schreibtisch sollte Ihr Kind Platz schaffen für ein Ordnungssystem. Für jedes Schulfach sollte hier ein farbiger Ordner eingerichtet werden. So kann Ihr Kind zum Beispiel am Ende einer Schulwoche alle losen Zettel in die richtigen Ordner einsortieren. Zusätzliche, beschriftete Ablagen für Deutsch, Mathe, Englisch etc. helfen Ihrem Kind unter der Woche, seine Hefte, Arbeitsblätter oder wichtige Notizen am richtigen Ort schnell ablegen zu können. 

 

weitere nützliche Tipps im zweiten Teil des Artikels

 

 

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