Kommentare:
© Klaus-Peter Adler - Fotolia.com

Das richtige Lernteam

Mit wem Ihr Kind gut harmoniert

Bis Schüler im gemeinsamen Lernen Erfahrungen gesammelt haben und dann großen Nutzen daraus ziehen, dauert es mitunter eine Weile. Statt aber das gemeinsame Lernen mit Gleichaltrigen gleich ganz zu lassen, lohnt es sich, genauer hinzusehen und zu überlegen, warum das Zusammenlernen zu Hause noch nicht gelingt. Die Gründe hierfür können ganz verschieden sein 

Expertenrat von 
  • Das gemeinsame Lernen zu Hause wird durch keinen Lehrer organisiert oder angeleitet. Sich nachmittags selbst zu organisieren und selbst zu disziplinieren fällt vielen Schülern zunächst verständlicherweise nicht leicht. Das zu lernen, ist aber eine wichtige Aufgabe und Herausforderung für Ihr Kind!
  • Zudem ist das gemeinsame Lernen mit Mitschülern geprägt von den (oft negativen) Erfahrungen aus der Schule. Hier hat Ihr Kind schon früh Erfahrungen gemacht, mit wem es gut, aber auch mit wem es nicht gut arbeiten kann:
  • Schmarotzer und Abschreiber, Querulanten und Dauernörgler, Bestimmer und Selbstdarsteller etc . motivieren natürlich nicht zur Zusammenarbeit. Beim gemeinsamen Lernen zu Hause mit Freunden und Klassenkameraden kann sich Ihr Kind jedoch „sein“ optimales Team zusammenstellen.

Bevor Ihr Kind nun aber für das nächste gemeinsame Lernen gleich auf den besten Freund oder die beste Freundin zurückgreift, sollte es einen Moment lang überlegen, ob die bei den auch als Arbeitsteam zusammenpassen.

Wer lernt mit wem? Das richtige Arbeitsteam zusammenstellen

Manchmal passen Schüler, die ein ähnliches Arbeitsverhalten haben, gut zusammen, manchmal ergänzen sich unterschiedliche Typen besser. Im Folgenden stellen wir Ihnen vier Arbeitstypen mit ihren Stärken und Schwächen vor. Bedenken Sie dabei, dass die meisten Schüler nicht ein Typ in „Reinform“, sondern Mischtypen sind.

Der entschlossene Arbeitstyp

Mögliche StärkenMögliche Schwächen
ist selbstbewusstist rechthaberisch
bearbeitet Aufgaben schnell und entschlossenerledigt Aufgaben zu schnell und zu oberflächlich
ist recht unabhängig von der Meinung andererist eigensinnig und wenig teamfähig
übernimmt Verantwortungist leichtsinnig
ist risikobereithört anderen nicht zu

Der ideenreiche Typ

Mögliche StärkenMögliche Schwächen
versteht leicht neue Inhalteist unordentlich und unorganisiert
ist sehr kontaktfreudighat unrealistische Ziele und Vorstellungen
ist begeisterungsfähighat zu viele Dinge gleichzeitig im Kopf und bringt die Dinge oft nicht zu Ende
kann Freunde mitreißen und motivierenfindet Freunde und Freizeit wichtiger als Schule und Lernen
ist immer offen für Neuesregt sich leicht auf und fühlt sich schnell persönlich angegriffen


Der zuverlässige Typ

mögliche Stärkenmögliche Schwächen
hat Ausdauer bei bekannten und gewohnten Aufgabenist unentschlossen und langsam
ist nett und freundlichkann unter Druck nicht arbeiten
akzeptiert Regelnist wenig flexibel und blockiert oft Neues
ist kooperativkann sich nicht durchsetzen
kann sehr gut zuhörengeht Konflikten aus dem Weg

Der genaue Typ

mögliche Stärkenmögliche Schwächen
arbeitet genau und regelgetreuist oft zu pingelig
kann sich gut selbst disziplinierenerledigt Aufgaben zu langsam
ist ordentlichist besserwisserisch
denkt nach, bevor er handeltkann sich nur schwer entscheiden, eine Aufgabe zu beenden
ist vorsichtigist zu kritisch mit sich selbst

Ihr Kind sollte nun überlegen,

welchem Typ bzw. welchen Typen es selbst am meisten ähnelt,

mit welchem Klassenkamerad/welcher Klassenkameradin es aufgrund seiner bzw. ihrer Verhaltensweisen vermutlich am besten zusammen lernen kann,

welche Schwierigkeiten beim gemeinsamen Lernen auftreten könnten und wie es diese in den Griff bekommen möchte, z. B.:

  • Zwei ideenreiche Typen lernen zusammen. Um nicht die Zeit komplett zu verschwätzen, wird ein Wecker gestellt, der regelmäßig wieder ans Arbeiten erinnert.
  • Zwei genaue Typen lernen zusammen. Um sich nicht in Details zu verlieren, hilft ein exakter zeitlicher und inhaltlicher Fahrplan.
  • Ein entschlossener und ein zuverlässiger Typ arbeiten zusammen. Damit nicht nur der Entschlossene den Ton angibt und der Zuverlässige die ganze Arbeit machen muss, erarbeitet jeder ein Thema und stellt es dem jeweils anderen vor.

Unabhängig von der Zusammensetzung des Arbeitsteams helfen klare Regeln und Absprachen, den Verlauf des gemeinsamen Lernens positiv zu unterstützen:

Das gemeinsame Lernen organisieren

Die folgenden Tipps helfen aus unterschiedlichen Gründen allen Typen, beim gemeinsamen Lernen konzentrierter und organisierter zur Sache zu gehen:

Einen zeitlichen Rahmen festlegen

Damit sich Ihr Kind zeitlich nicht verzettelt, sollte die Dauer der gemeinsamen Arbeitszeit vorab festgelegt werden (z.B. zwei Stunden). Steht nicht „unendlich“ viel Zeit zur Verfügung, fällt es in der Regel leichter, sich aufs Arbeiten zu konzentrieren.

Die Themenmenge muss überschaubar sein

Wenn sich der Lernstoff zu allzu hohen, scheinbar „unbezwingbaren“ Bergen aufstaut, frustriert das nur. Die Gefahr, dass Schüler dann gar nicht zum Lernen kommen, sondern auch gemeinsam eher Vermeidungs- als Lernstrategien verfolgen, ist groß. Daher ist es sinnvoll, wenn Schüler pro Arbeitstreffen nur ein oder zwei überschaubare Themenbereiche bearbeiten.

Den Ablauf des gemeinsamen Lernens strukturieren

Möchte sich Ihr Kind zusammen mit einem Freund oder einer Freundin z. B. auf die nächste Klassenarbeit in Biologie vorbereiten, macht es Sinn, diese umfangreichere Arbeitszeit zu nächst vorzuplanen. Drei Tage á zwei Stunden gemeinsames Lernen könnten dann folgendermaßen strukturiert sein:

1. Tag: Beide Schüler haben jeweils einen Themenbereich zu Hause vorbereitet und tragen ihn sich nun gegenseitig vor. Anschließend klären und beantworten sie Fragen und sichern ihre Ergebnisse beispielsweise auf Karteikarten oder in Schaubildern. Weitere Themen werden untereinander aufgeteilt.

2. Tag: Zunächst werden die Themen vom ersten Tag wiederholt. Anschließend werden die neuen Themenbereiche wie am ersten Tag aufgearbeitet.

3. Tag: Idealerweise dient dieser Tag nur der Wiederholung in Form von gegenseitigen Erklärungen der Inhalte. Sinnvoll ist es, wenn zusätzlich Fragen überlegt und ausgearbeitet werden, die in der Klassenarbeit vorkommen könnten.

Diesen Artikel weiterlesen?
mehr erfahren...

Als Leser des "Pubertäts-Überlebensbriefes" erhalten Sie hier noch 3 Tipps, wie Sie als Eltern unterstützend einwirken können.

Diesen Artikel freischalten

Dies ist ein Premium-Inhalt auf Elternwissen.com, der nur Abonnenten unserer monatlichen Eltern-Ratgeber angezeigt wird.

Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen möchten, können Sie hier ein 30-tägiges Test-Abonnement abschließen.

Bitte wählen Sie Ihr Wunsch-Produkt aus:

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

Geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Passwort ein:

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Das richtige Lernteam"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Lernen und Motivation" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Lernen und Motivation" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?