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Klassenelternsprecher sollten auf die Probleme der Kinder eingehen können

Elternsprecher: Die richtige Aufgabe für Sie?

Schule und Eltern: Klassenelternsprecher

Wenn Ihr Kind in die Schule kommt, müssen Sie als Eltern es zwar stundenweise in die Verantwortung anderer Personen geben, aber trotzdem stehen Ihnen als Klassenelternsprecher Einflussmöglichkeiten zur Verfügung. Bereits am ersten Elternabend können Sie entscheiden, ob die Aufgabe als Klassenelternsprecher Ihres Kindes etwas für Sie ist. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Eltern und Schule sind rechtlich betrachtet gemeinsam verantwortlich für die Erziehung von Schulkindern. Die Mitwirkung von Eltern in der Schule, z.B. als Klassenelternsprecher ist daher kein freiwilliges Angebot, sondern eine Verpflichtung. In verschiedenen Gremien wird dem Rechnung getragen. Für die Mitwirkung von Eltern in der Schule hat jedes Bundesland ein eigenes Konzept erstellt, wonach die Mitwirkung der Eltern auf schulischer und überschulischer Ebene, durch Aufgaben wie Klassenelternsprecher, in unterschiedlichem Umfang und in vielfältiger Ausgestaltung in den Landesverfassungen sowie in den Schulverfassungs- und Schulgesetzen geregelt ist.

Generell gilt aber, dass die Aufgaben bei der Elternmitwirkung innerhalb der Schule auf zwei Ebenen erfolgen kann: auf der unteren Ebene in der Klasse des Schulkindes (Klassenelternsprecher, Klassenpflegschaft) und auf der oberen Ebene für die Schule insgesamt (Schulelternbeirat, Elternvertretung). Danach folgen außerhalb einer bestimmten Schule die regionale Ebene (Elternrat auf Stadt-, Kreis- oder Gemeindeebene) und schließlich die Ebene des Bundeslandes (Landeselternrat, teilweise auch schulartspezifische Elternvertretungen). Ihre Aufgaben und Einflussmöglichkeiten auf die schulische Entwicklung steigen, je höher Sie in der Pyramide klettern.

  • Landeselternrat
  • Elternrat auf Kreisebene
  • Schulelternbeirat / Elternvertretung
  • Klassenelternsprecher / Klassenpflegschaft

Auf Bundesebene haben sich die Landeselternräte zum Bundeselternrat zusammengeschlossen, um die Elternschaft über Entwicklungen im Bereich der Bildungspolitik zu informieren und Eltern in schulischen Fragen zu beraten.

  • Klassenelternsprecher, Klassenpflegschaft (von den Eltern einer Schulklasse gewählte Klassenvertretung, bestehend aus zwei Personen)
  • Elternbeirat, Schulpflegschaft (gewählt von den Klassenelternsprechern/der Klassenpflegschaft einer Schule)
  • Elternrat (Vertreter auf Stadt-, Kreis-, Gemeindeebene)
  • Landeselternrat (Vertreter aller gewählten Elternbeiräte der Schulen eines Landes)
  • Bundeselternrat (Vertreter aller gewählten Elternvertreter der Länder)

Je nach Bundesland tragen diese Gremien unterschiedliche Bezeichnungen der Aufgabe, und es können ihnen unter Umständen neben den Eltern auch Lehrer- oder Schülervertreter angehören. Ebenso können Eltern nicht nur als Klassenelternsprecher Aufgaben übernehmen, sondern auch in schulische Fachkonferenzen gewählt werden, um dort ihren Einfluss auf die Schule geltend zu machen (z.B. auf die Anschaffung von Schulbüchern). Die grundlegende Aufgabe der Elternvertretung besteht dabei in der Unterstützung der Schule bei der Verwirklichung der Erziehungsziele sowie in der Durchsetzung der Interessen von Eltern und ihren Kindern.

Aufgaben der Klassenelternsprecher

Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer hat den Klassenelternsprecher über alle grundsätzlichen, die Klasse gemeinsam interessierenden Fragen zu unterrichten und ihm die notwendigen Auskünfte zu erteilen.

Der oder die Klassenelternvertreter / in hat folgende Aufgaben:

  • Kontakt zwischen den Lehrkräften der Klasse und den Eltern zu pflegen,
  • Vorschläge der Eltern zu beraten und der Schule zu unterbreiten,
  • der Elternschaft Gelegenheit zur Aussprache zu geben.

Aufgaben des Elternbeirats

Der Elternbeirat hält engen Kontakt zum Kollegium und zur Schulleitung. Zu seinen Aufgaben zählen neben den bereits oben genannten:

  • die Interessen der Eltern aller Schüler der gesamten Schule zu vertreten,
  • allen Eltern der Schule die Gelegenheit zur Information zu geben,
  • Wünsche und Anregungen der Eltern aufzunehmen, darüber zu beraten und sie weiterzuleiten,
  • die Entscheidung über einen unterrichtsfreien Tag zu beraten,
  • über die Verwendung von Lernmitteln zu beraten,
  • bei Verfahren, die zur Entlassung eines Schülers führen können, gehört zu werden.

Wenn Sie gerne die Interessen von anderen vertreten, dann ist eine Aufgabe als Klassenelternsprecher oder im Elternbeirat genau das Richtige für Sie. In der Grundschule wird er auf ein Jahr, in den weiterführenden Schulen für die Dauer von zwei Jahren von den wahlberechtigten Eltern der Schule bzw.  den Vertretern der einzelnen Klassen gewählt. Jede als Elternbeirat gewählte Person hat auch einen Vertreter, der sie unterstützt und unter Umständen auch ab und zu einspringen muss.

Checkliste: Klassenelternsprecher oder Elternbeirat – eine Aufgabe für Sie?  (ja / nein)

  • Macht es Ihnen Spaß, die Interessen von Eltern und Schülern zu vertreten?
  • Haben Sie Zeit genug, den Kontakt zu den anderen Eltern aufrechtzuerhalten?
  • Sind Sie interessiert daran, das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Schule oder Eltern und Lehrern zu vertiefen?
  • Möchten Sie über die Verwendung von Lernmitteln, eventuell in wiederum extra gewählten Gremien, mitentscheiden?                
  • Haben Sie Spaß daran, über die Ziele von Wandertagen oder Klassenfahrten mitzuentscheiden?
  • Sind Sie generell an der Entwicklung der Schule und an deren Konzepterweiterung interessiert?
  • Haben Sie Zeit genug, sich bei Schulfesten, Elternsprechtagen und anderen Veranstaltungen zu engagieren?
  • Fühlen Sie sich in der Lage, auch in heiklen Fragen zwischen Elternschaft und Schule zu vermitteln?
  • Haben Sie Interesse daran, Elternabende gemeinsam mit den Lehrkräften vorzubereiten?

Je mehr Fragen Sie mit "ja" beantwortet haben, desto eher sollten Sie sich für die Klassenpflegschaft oder den Elternbeirat als Aufgabe für den Kontakt zwischen Eltern und Schule aufstellen lassen. Durch ein Engagement im Elternbeirat verliert die Schule an Anonymität. Der Kontakt zu Lehrern sowie zur Schulleitung wird enger, und Sie lernen andere Eltern, einige Schüler und deren Probleme kennen. Diese Aufgabe erfordert jedoch einen gewissen Zeitaufwand, wenn Sie es gut machen möchten. Mit bis zu 3 Sitzungen im Schulhalbjahr und zahlreichen Telefonaten für den Kontakt zwischen Eltern und Schule sollten Sie rechnen. Überlegen Sie daher im Vorfeld genau, ob diese Aufgabe wirklich etwas für Sie ist.

Wie funktioniert die Wahl zum Klassenelternsprecher?

Der Elternsprecher wird zu Beginn eines Schuljahres auf dem ersten Elternabend gewählt, zu dem der/die Klassenpflegschaftsvorsitzende, die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer die Eltern schriftlich einlädt und auch durch die Versammlung führt. Dort können sich die anwesenden Eltern für den Posten des Elternsprechers oder des Stellvertreters aufstellen lassen. Alle Namen werden gesammelt und praktischerweise an der Tafel notiert. Sind alle einverstanden, kann die Wahl per Handzeichen erfolgen. Andernfalls muss eine geheime Wahl ausgeführt werden, bei der die entsprechenden Namen auf Zetteln notiert und eingesammelt werden. In  zwei Wahlgängen werden der Elternsprecher und anschließend sein Vertreter mit einfacher Mehrheit gewählt. Die gewählten Elternvertreter einer Klasse wählen später aus ihren Reihen die verantwortlichen Sprecher des Elternbeirats der ganzen Schule.

Schulkonferenz: Was ist denn das?

Für das Zusammenwirken der Schulleitung mit Lehrern, Schülern und Eltern gibt es in der Regel neben der Lehrerkonferenz und dem Elternbeirat als weiteres Organ die Schulkonferenz (in einzelnen Ländern auch unter anderer Bezeichnung). Ihre Zusammensetzung ist unterschiedlich geregelt. In der Schulkonferenz sind die Lehrer, Eltern und Schüler teils in gleicher Stärke vertreten, teils sind die Lehrer und/oder Eltern stärker repräsentiert. Der Vorsitz der Schulkonferenz liegt entweder beim Schulleiter oder wird einem von der Konferenz gewählten Mitglied übertragen.

Die Mitwirkung der Schulkonferenz erstreckt sich in der Regel auf pädagogische und organisatorische Bereiche:

  • Schul- und Hausordnung
  • Stunden- und Pausenordnung
  • Raumverteilung
  • Maßnahmen der Schulwegsicherung
  • Schülerbeförderung 
  • Unfallverhütung in der Schule
  • Schulpartnerschaften 
  • Grundsätze für Schullandheimaufenthalte,
  • Besichtigung von Betrieben und Museen
  • Wandertage
  • Eignung von Schulbüchern, Mitspracherecht (eventuell geregelt in Fachkonferenzen)
  • Voraussetzung für Klassenarbeiten und Hausaufgaben
  • Bewertungsmaßstäbe für die Notenfestsetzung
  • Bestand oder Teilung der Schule
  • Durchführung von Baumaßnahmen
  • Einrichtung und Ausstattung der Schule
  • Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen in Konfliktfällen
  • Erörterung der Beratung von Eltern und Schülern

Wahl der Schulleitung

Für die Entwicklung eines Schulprofils ist die Schulleitung eine wichtige Einflussgröße. Die Schulleitung muss Position beziehen können sowie ein klares Konzept von Schule und Unterricht vertreten. Sie vertritt die Schule nach außen und ist u.a. verantwortlich für den Einsatz der Lehrkräfte, den Stundenplan und die Einberufung von Gesamtkonferenzen. An der Auswahl der Schulleiterin oder des Schulleiters wird die Schulkonferenz nicht in allen, aber in einigen Ländern beteiligt. Die Zuständigkeiten der Schulkonferenz diesbezüglich sind in den Ländern unterschiedlich und reichen vom Vorschlagsrecht bis zum Widerspruchsrecht im Hinblick auf die Wahl einer Schulleiterin oder eines Schulleiters. Aus rechtlichen Gründen liegt jedoch die Entscheidung über die Bestellung des Schulleiters letztlich bei der Schulaufsichtsbehörde.

Wenn solche pädagogischen Fragen für Sie von Interesse sind, dann ist die Teilnahme an der Schulkonferenz eine gute Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Die Entscheidungen, die hier fallen, haben direkte Auswirkungen auf Ihr Kind. Die Zeit ist also gut investiert, und Sie werden eine Menge interessanter Informationen über das System Schule erfahren. Die Bildungssituation in Deutschland ist alles andere als hervorragend, aber Resignation bringt Ihr Kind nicht weiter. Aktives Engagement in Kooperation mit anderen Eltern und Lehrern kann zumindest in begrenztem Umfang schon positive Veränderungen bringen. Wenn Sie es irgendwie einrichten können, sollten Sie daher Ihr Mitspracherecht in der Schule Ihres Kindes unbedingt nutzen.

Sie möchten noch mehr Einfluss?

Mein Tipp
Um in den Bundeselternrat gewählt zu werden, müssen Sie einer Landeselternvertretung angehören. Über die Aufnahme entscheidet die Delegiertenversammlung des Bundeselternrates.

Als Elternvertreter einer Schule können Sie Ihr Betätigungsfeld noch sehr viel weiter ausdehnen. Im Landeselternrat oder im Bundeselternrat (BER) erfahren Sie mehr über Bildungsstudien, geplante Projekte, Veranstaltungen und Wettbewerbe, Erziehung und Bildung, Jugendpflege und Jugendschutz. Der Landeselternrat ist ein beratendes Gremium des Kultusministeriums, mit der Pflicht und dem Recht, eben diesem Kultusministerium Vorschläge zu machen und Anregungen zu geben (z. B. bei Erlassen, Verordnungen, zur Struktur des Schulsystems, Bestimmungen über Bildungsziele und -wege). Der Bundeselternrat (BER) ist die Arbeitsgemeinschaft der Landeselternvertretungen in der Bundesrepublik Deutschland. Er arbeitet überparteilich sowie überkonfessionell und versteht sich als Pendant zur Kultusministerkonferenz (KMK) und zum Bundesbildungsministerium. In engem Kontakt zu Behörden, Institutionen und Verbänden fördert er Erziehung und Bildung in der Schule. In Übereinstimmung mit Artikel 6 des Grundgesetzes achtet der BER darauf, dass die Rechte der Eltern bei schulischen Entscheidungen gewahrt werden. In seinen letzten Resolutionen hat der Bundeselternrat folgende Themen behandelt:

  • Individuelle Förderung – eine neue Lehr- und Lernkultur bereitet den Weg für eine zukunftsfähige Schule im 21. Jahrhundert
  • Flexible Schuleingangsstufen als Beginn gemeinsamen Lernens und die individuelle Begleitung und Förderung der Kinder in Integrationsklassen
  • Selbstständige und eigenverantwortliche Schule – Herausforderungen an eine neue Unterrichtsqualität und Evaluation der eigenen Arbeit

Genauer informieren können Sie sich unter: http://www.bundeselternrat.de

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Kommentare zu "Elternsprecher: Die richtige Aufgabe für Sie?"

  • Johm schreibt am 23.09.2014

    Hallo,
    auch bei uns in der Grundschule soll ein Elternsprecher gewählt werden bzw. sollen sich Eltern als Elternsprecher wählen lassen. Die Aufgaben die der Elternsprecher übernehmen soll sind klar definiert und haben sie in ihrem Artikel auch gut wiedergegeben.
    Nach dem dieser Posten ja auch in Landesverfassungen, Schulverfassungs- und Schulgesetzen vorgesehen ist, ist meine Frage ist nun wie dieser Posten ausgestattet ist um die Aufgeben erfüllen zu können.
    Welche Mittel bekomme ich (Von Schule/Kommune/Land) an die Hand um diese Aufgaben zu erfüllen?
    Habe ich eine festen Kontaktpunkt in der Schule, also z. B. ein Büro oder Briefkasten, Postfach in der Schule? Habe ich Budget um z. B. die Kontakte zu pflegen, Informationen zu vervielfältigen, Aktionen zu planen und umzusetzen? Kann ich bei meinem Arbeitgeber Sonderurlaub als Elternsprecher beantragen? Gibt es eine Aufwandsentschädigung, etc.?
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