Der Lehrer kann das Wissen Ihres Kindes in Tests oder Klassenarbeiten abfragen oder andere schriftliche Leistungen in die Benotung auf dem Schulzeugnis mit einbeziehen. Diese Tests und Klassenarbeiten muss Ihr Kind absolvieren:
Tests, Übungsarbeiten oder kleine Arbeiten (in Bayern heißen sie Klassenarbeiten oder Kurzarbeiten)
Diese Klassenarbeiten nehmen keine ganze Schulstunde in Anspruch und werden unangekündigt geschrieben. Sie beinhalten den Lernstoff der vorherigen Unterrichtsstunden von mindestens einer Schulwoche. Die Benotung in Tests zählen im Verhältnis zu Klassenarbeiten weniger. Ich führe zum Beispiel in der dritten Klasse, die ich derzeit in Mathematik unterrichte, wöchentlich Einmaleins-Tests durch, deren Durchschnittsnote pro Halbjahr wie eine Klassenarbeit für das Schulzeugnis zählt.
Klassenarbeiten oder große Arbeiten (in Bayern heißen sie Schulaufgaben oder Probearbeiten, kurz: Proben)
Diese Klassenarbeiten werden zum Abschluss einer Lerneinheit durchgeführt. Sie dauern in der Regel eine Schulstunde, also 45 Minuten.
Vergleichsarbeiten (VERA) oder zentrale Lernstandserhebungen
Seit dem letzten Schuljahr werden diese Klassenarbeiten, die nicht in die Benotung eingehenm, in allen dritten Klassen an zentralen Terminen in Deutsch und Mathematik durchgeführt. Die Deutsch- und Mathe-Arbeiten setzen sich jeweils aus zwei zentral gestellten Aufgabenheften zusammen, die in 30 Minuten (kurze Pause dazwischen) erledigt werden müssen. Die Schüler bearbeiten bei diesen Klassenarbeiten standardisierte Aufgaben, die den kompletten Lernstoff aus Klasse 3 abdecken.
Schriftliche Leistungsnachweise
Neben Klassenarbeiten und Tests kann der Lehrer noch andere Leistungen Ihres Kindes in die Benotung auf dem Schulzeugnis Ihres Kindes mit einbringen. Auch ein Referat oder eine Präsentation (in Baden-Württemberg ist in Klasse 2 eine Präsentation sogar verbindlich zu benoten) kann wie eine Klassenarbeit zählen. Gruppenarbeiten zu einem Thema, Lesetagebücher oder Werkstatthefte sowie auch Hausaufgaben und die Heftführung dürfen in die Benotung eingehen.
Wenn ich zum Beispiel in einer 3. oder 4. Klasse Deutsch unterrichte, so zähle ich die Lesetagebücher, die meine Schüler zur gelesenen Klassenlektüre erstellen, wie eine Klassenarbeit und benote sie.
Antworten auf Fragen, die Eltern mir immer wieder rund um das Thema „Klassenarbeiten“ stellen:
1. Müssen Klassenarbeiten angekündigt werden?
Ob und wie lange vorher das Datum von Klassenarbeiten bekannt gegeben werden muss, hängt von der jeweils geltenden Schulordnung und der Schulart ab. In den weiterführenden Schulen sind Klassenarbeiten in allen Bundesländern anzukündigen. In der Grundschule werden Klassenarbeiten allerdings in der Regel nicht angekündigt. In Bayern sollen sie laut Schulordnung ausdrücklich nicht angekündigt werden. Ich handhabe es in meinem Schulalltag so, dass ich Tests in den Klassen 1 und 2 ohne vorherige Bekanntgabe schreiben lasse. So kann ich den aktuellen Leistungsstand der Kinder durch die Tests erfahren, und die Kinder kommen nicht ängstlich oder gestresst zur Schule, weil ein Test ansteht. In den höheren Klassen jedoch kündige ich Klassenarbeiten etwa eine Woche vorher an. Ich halte es für wichtig, dass ältere Schüler lernen, sich auf eine Klassenarbeit oder auf Tests vorzubereiten, und selbst noch mal an ihren Lücken arbeiten.
2. Wie viele Klassenarbeiten dürfen an einem Tag und in einer Woche geschrieben werden?
An einem Schultag darf nur eine Klassenarbeit geschrieben werden. Am ersten Tag nach Ferien oder in den meisten Bundesländern auch nach Sonn- und Feiertagen dürfen keine Klassenarbeiten geschrieben werden. In der Regel sollen in allen Bundesländern nicht mehr als zwei Klassenarbeiten pro Woche geschrieben werden. Zusätzliche Tests sind aber durchaus möglich. Eine Klassenarbeit muss erst zurückgegeben werden, bevor die nächste geschrieben werden darf.
3. Muss mein Kind eine bestimmte Anzahl von Klassenarbeiten in einem Schuljahr schreiben?
Hierzu gibt es für jedes Bundesland verbindliche Vorgaben. Auch kann das Lehrerkollegium einer Schule Absprachen für Klassenarbeiten treffen. Fragen Sie beim Lehrer Ihres Kindes nach, wie es an der Schule Ihres Kindes geregelt ist! Ich selbst unterrichte in Baden-Württemberg, wo in Klasse 3 und 4 in Deutsch mindestens zehn schriftliche Klassenarbeiten pro Schuljahr, darunter fünf Aufsätze, geschrieben werden müssen. An meiner Schule haben wir uns auf fünf Aufsätze, drei Diktate, zwei Tests zum Lesen und kleinere Tests zur Sprachkunde geeinigt.








