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So lecker die verschiedenen Milchprodukte für Babys auch schmecken: Sie sind unnötig und führen zu einer erhöhten Proteinzufuhr, die Babys Nieren belastet.

Milchprodukte für Babys: Mehr Schaden als Nutzen für Ihr Kind

Milchprodukte für Babys

Viele Eltern glauben, sie würden Ihrem Baby mit Milchprodukten etwas Gutes tun. So lecker die verschiedenen Milchprodukte für Babys auch schmecken: Sie sind unnötig und führen zu einer erhöhten Proteinzufuhr, die Babys Nieren belastet. Unser Artikel gibt Ihnen dazu hilfreiche Informationen und Tipps. 

Expertenrat von 

Babys sind kleine Feinschmecker – und sie mögen es süß

Deswegen werden Milchprodukte wie  „Jogurt Töpfchen“,„Quark-Töpfchen“, „Früchte Duett“ (mit Jogurt oder Quarkcreme), „Frucht und Jogurt“ (bzw. Quark),„Meine ersten Fruchtzwerge“ oder spezieller Pudding für Babys ab dem siebten bis achten Monat gerne verspeist. Formulierungen wie „speziell auf die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Babys abgestimmt“ oder „So sieht eine gesunde Babyzwischenmahlzeit aus!“ suggerieren den Eltern, dass solche Milchprodukte eine optimale Ergänzung des normalen Speiseplanes sind, von denen ihr Baby profitiert. Doch weit gefehlt.

Zu viel Milch für Babys verlangt Schwerstarbeit von den Nieren

Ein Baby im zweiten Lebenshalbjahr nimmt mit der empfohlenen Beikost über den Getreide-Milch-Brei etwa 200 Milliliter Milch pro Tag auf. Zusätzlich trinkt es eine bis mehrere Portion(en) Mutter- bzw. Ersatzmilch. Viele Säuglinge bekommen darüber hinaus jedoch noch weitere Milchprodukte (z. B. Käse) sowie – als Zwischenmahlzeit – das eine oder andere Jogurt- oder Quarktöpfchen. Schließlich haben Milch und Milchprodukte als gute Kalziumlieferanten ein besonders positives, „gesundes“ Image.Die verschiedenen Milchprodukte enthalten zu je etwa einem Drittel Jogurt bzw. eine Milch-Quark-Mischung und Früchte verschiedener Art. In den angebotenen Pudding und Dessert-Produkten ist überwiegend Kuhmilch. Dies führt jeweils zu einem hohen Proteinanteil von bis zu 3 Gramm (g) Eiweiß pro 100 g Produkt.„Meine ersten Fruchtzwerge“ bringen es als Frischkäsezubereitung sogar auf 4,3 g Eiweiß, daneben aber auch auf 4,7 g Fett und stolze 14,8 g Zucker je 100 g Produkt.

Auf diese Weise nehmen schon sechs bis zwölf Monate alte Babys mehr Eiweiß auf, als sie benötigen. Das belastet die Nieren und den Stoffwechsel. Wird dem Körper zu viel Eiweiß zugeführt, fallen große Mengen Harnstoff, ein Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, an und müssen über die Niere ausgeschieden werden. Doch Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß. Kuhmilch verhält sich im Körper deutlich ungünstiger als Muttermilch. Die so genannte renale Molenlast ist bei Kuhmilch mehr als dreimal so hoch wie bei Muttermilch und etwa doppelt so hoch wie bei üblichen Beikostprodukten und Säuglingsmilchnahrungen. Die renale Molenlast errechnet sich aus den enthaltenen Feststoffen wie Eiweiß und Mineralstoffen, die über die Niere ausgeschieden werden müssen. Da die Säuglingsniere den Urin noch nicht so stark konzentrieren kann, ist für die Ausscheidung dieser harnpflichtigen Stoffe eine bestimmte Menge Flüssigkeit erforderlich. Damit der Flüssigkeitshaushalt trotzdem ausgeglichen bleibt, muss das Baby mehr trinken. Oft halten sich Babys aber mit dem Trinken zurück, sodass ihre Flüssigkeitszufuhr ohnehin schon zu gering ist.

  • Mein Tipp: Nach dem ersten Geburtstag darf Ihr Kind handelsübliche Kuhmilch (pasteurisiert oder ultrahocherhitzt) und Milchprodukte bekommen – jedoch möglichst nicht mehr als 300 bis 350 Gramm bzw. Milliliter pro Tag. Falls Ihr Kind keine Milch mag, ist Jogurt eine gute Alternative. Quark ist weniger geeignet, weil er viel Eiweiß, aber wenig Kalzium liefert. Besonders viel Kalzium, aber auch Eiweiß und Fett liefert Käse – eine Scheibe Schnittkäse pro Tag ist im zweiten Lebensjahr genug.

 

Hohe Proteinzufuhr macht Kinder pummelig

Aus Studien ist bekannt, dass Kinder später häufiger übergewichtig werden, wenn sie in den ersten ein bis zwei Lebensjahren zu viel Eiweiß aufnehmen. Eine hohe Eiweißzufuhr im Säuglingsalter führt zu einer erhöhten Konzentration freier Aminosäuren (den Eiweißbausteinen) im Blut, wodurch mehr Insulin und bestimmte Wachstumsfaktoren ausgeschüttet werden, die zu einem vermehrten Wachstum von Gewebe führen. Dazu passt die Beobachtung, dass gestillte Kinder seltener übergewichtig werden als nicht gestillte. Denn Flaschenkinder nehmen über die Ersatzmilch mehr Eiweiß auf als Muttermilchbabys. Ein weiterer Nachteil der proteinreichen Zwischenmahlzeiten besteht darin, dass andere – vollwertige und damit gesündere – Mahlzeiten zu kurz kommen, z. B. Getreideprodukte oder Obst und Gemüse, die vorwiegend Kohlenhydrate und Ballaststoffe liefern. Die neue Produktvielfalt im Beikostregal gefällt auch den Allergologen nicht. Babys brauchen im ersten Lebensjahr gar keine so große Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln, denn dadurch erhöht sich das Allergierisiko.

Milch verschlechtert die Eisenversorgung

Als wären das nicht schon genug Gründe, die diversen Baby-Milchdesserts im Regal stehen zu lassen, beeinträchtigen sie auch noch die Eisenversorgung. Kuhmilch enthält nur relativ wenig biologisch verwertbares Eisen und behindert außerdem die Eisenaufnahme aus anderen Lebensmitteln. Aus Untersuchungen an Kleinkindern ist bekannt, dass diejenigen, die mehr als einen halben Liter Milch pro Tag trinken, doppelt so häufig unter einem Eisenmangel leiden wie Kinder mit ausgewogener Kost. Kuhmilch führt zudem bei Babys nicht selten zu unbemerktem Blutverlust über den Darm, was den Eisengehalt im Blut weiter reduzieren kann.

  • Meine Empfehlung: Geben Sie Ihrem Kind im ersten Lebensjahr neben Muttermilch oder Säuglingsnahrung sowie dem empfohlenen Getreide-Milch-Brei keine weitere milchhaltige Beikost. Lassen Sie Jogurt- und Quarkdesserts sowie Baby- Pudding im Regal stehen. Als Zwischenmahlzeit sind Obst oder Obstmus und Getreideprodukte immer noch am besten geeignet.

 

 

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