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Muttermilch, stillen, Baby

Was Sie übers Stillen wissen sollten

Wie sie erkennen ob Ihr Kind genug Muttermilch trinkt

Weil Muttermilch das Beste fürs Baby ist, wollen die meisten Mütter stillen. Gerade beim ersten Kind gibt es jedoch viele Fragen, etwa: Wird mein Baby auch satt? Wie lange sollte man stillen? Wie klappt das Abstillen am besten? Antwort auf diese – und andere – Fragen liefert Ihnen unser Beitrag.  

Expertenrat von 

Nach der Geburt ihres Babys wollen die meisten Mütter stillen. Doch stillen in Deutschland nur 20 Prozent der Mütter sechs Monate voll. Manchmal fehlt es an der nötigen Unterstützung, viel häufiger herrscht aber große Verunsicherung, ob man als „frisch gebackene“ Mutter auch alles „richtig“ macht. Beim Fläschchen sehen Sie auf einen Blick, wie viel Ihr Baby getrunken hat. Beim Stillen müssen (und dürfen!) Sie sich darauf verlassen, dass Ihre Brust genug Muttermilch produziert und Ihr Baby so viel davon trinkt, wie es braucht.

Mein Tipp:

Meiner Erfahrung nach (ich habe meine beiden Kinder zwölf Monate oder länger gestillt) sind eine gewisse Gelassenheit und Zuversicht die wichtigsten Faktoren für den Stillerfolg. Wenn Sie sich unter Druck setzen bzw. gesetzt fühlen, klappt es viel schlechter. Stillen ist die von der Natur vorgesehene Babyernährung; sie gibt dem Baby alles, was es braucht. Sie können Ihr Kind ernähren! Und falls es gerade anfangs doch ein paar Probleme gibt, sollten Sie sich so schnell wie möglich fachkundigen Rat holen. Fragen Sie eine Stillberaterin, Ihre Hebamme oder Ihre/n Kinderarzt/-ärztin.  

Stillen: Wie viel Milch braucht mein Baby?

Auf diese Frage gibt es keine allgemein gültige Antwort. Wenn Sie Ihr Kind nach Bedarf – also immer dann, wenn es Hunger hat – anlegen, wird Ihre Brust so viel Milch produzieren, dass Ihr Baby satt wird. Je mehr und je öfter Ihr Kleines an der Brust trinkt, umso mehr Milch wird gebildet. Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind wird nicht satt, legen Sie es bitte öfter und immer an beiden Seiten an. Füttern Sie nicht zu, geben Sie auch keinen Tee. Nach zwei Tagen reicht die Milch wieder! An diesen Anzeichen erkennen Sie, dass Ihr Baby genug Muttermilch bekommt:

  • Ihr Baby hat mindestens sechs nasse Windeln pro 24 Stunden. Bei Stoffwindeln ist das leichter festzustellen als bei Wegwerfwindeln. Hier hilft der Vergleich: Die benutzte Windel ist schwerer als eine frische Windel aus der Packung.
  • In den ersten vier bis sechs Wochen hat Ihr Baby täglich zwei- bis fünfmal Stuhlgang. Danach verringert sich die Häufigkeit des Stuhlgangs (bis einmal täglich in zehn Tagen).
  • Ihr Neugeborenes trinkt achtmal (oder öfter) in 24 Stunden. Es saugt zehn Minuten oder länger. Achtung: Ältere Säuglinge, die effektiv und kräftig saugen, können die Brust oft schneller leeren und hören nach weniger als zehn Minuten zu trinken auf. Das ist kein Grund, sich Sorgen zu machen, dass die Milch nicht reichen könnte!
  • Ihr Baby ist lebhaft, hat eine gesunde Hautfarbe, elastische, weiche Haut und gedeiht gut. So lange es pro Woche 120 bis 200 Gramm an Gewicht zunimmt oder mindestens 500 Gramm pro Monat, ist alles im grünen Bereich. Nimmt es weniger zu, gehen Sie bitte zum Kinderarzt!
Mein Tipp:

Wenn Ihr Baby die Brustwarze loslässt oder während des Stillens an der Brust einschläft, ist es in der Regel satt. Achten Sie auch auf seine Händchen: Hungrige Babys haben die Hände oft zur Faust geballt. Öffnen sich die Hände, und Ihr Kind sieht Sie mit weit geöffneten Augen an, ist das ein Zeichen, dass es satt ist.  

Die 5 besten Stilltipps

  • Stillen Sie immer nach Bedarf, nie nach der Uhr. Auch kurze Stillabstände sind unbedenklich und führen nicht zu Verdauungsproblemen. Meldet sich das Baby sehr kurzfristig (Abstand unter 30 Minuten), legen Sie es an derselben Brustseite noch mal an, sodass es hier die nahrhafte Hintermilch bekommt.
  • Probieren Sie verschiedene Anlegepositionen aus (siehe Abbildung 1 bis 4).Auch wenn Sie und Ihr Baby eine „Lieblingsposition“ herausgefunden haben, sollten Sie zwischendurch zu anderen Positionen wechseln: So erreichen Sie, dass der Druck des kindlichen Kiefers beim Saugen nicht immer auf denselben Bereich der Brustwarze einwirkt.
  • Richtiges „Andocken“ schont Ihre Brustwarzen und beugt einem Milchstau vor. Halten Sie Ihre Brust im C-Griff (alle Finger außer dem Daumen liegen unter der Brust, der Daumen liegt oben auf der Brust, siehe Abbildung 2). Berühren Sie mit der Brustwarze die Unterlippe Ihres Babys. Sobald es den Mund wie zum Gähnen öffnet, ziehen Sie Ihr Kleines schnell eng an die Brust. So kann es einen großen Teil des Warzenhofes mit in den Mund nehmen. Ziehen Sie den Po Ihres Kindes ganz nah an sich heran, damit die Nase frei bleibt und es während des Stillens atmen kann.
  • Ziehen Sie Ihrem Baby niemals die Brustwarze aus dem Mund. Um es sanft von der Brust zu lösen, schieben Sie ihm Ihren kleinen Finger in den Mundwinkel. So wird das durch das Saugen entstandene Vakuum gelöst, und Sie können die Brustwarze schonend herausziehen.
  • Stillen unterwegs: Wählen Sie Ihre Kleidung so, dass Sie die Brust problemlos freimachen können, aber trotzdem so viel wie möglich durch Kleidung und Kopf des Kindes bedeckt bleibt. Hilfreich sind Still-BHs, die seitlich bzw. vorne zu öffnen sind, oder so genannte Still-Tops.

Stilldauer: Wie lange ist optimal?

Experten für Babyernährung sind sich heute einig: Babys sollten vier bis sechs Monate lang ausschließlich gestillt werden. Nach neuesten Erkenntnissen beugt die frühe Einführung von Beikost ab dem fünften bis spätestens mit Beginn des siebten Lebensmonats Allergien vor. Stillen Sie Ihr Baby parallel zur Beikost insgesamt mindestens sechs Monate weiter. Auch danach ist Muttermilch noch wertvoll, und Ihr Kind wird davon profitieren, sodass Sie so lange stillen können, wie Sie und Ihr Kind das wollen.

Abstillen: Sanft ist am besten

Wenn Sie gemäß den Empfehlungen zur Säuglingsernährung jeden Monat eine Stillmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzen

Mein Tipp: 

Falls Sie bereits vor dem Beikostalter abstillen wollen oder müssen, ersetzen Sie alle zwei bis drei Tage eine Stillmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit. Falls Ihre Brust trotzdem sehr prall ist und schmerzt, können Sie sie zwischendurch mit der flachen Hand ausstreichen. Pumpen Sie die Milch nicht ab – das würde die Milchbildung wieder anregen! Falls Sie aus gesundheitlichen Gründen schneller abstillen müssen, sollte das möglichst in Absprache mit einer Stillberaterin oder Ihrer Hebamme erfolgen.  

Abpumpen beim Stillen: So klappt’s

Vielleicht wollen Sie bald wieder in den Beruf einsteigen oder wünschen sich einfach ein wenig mehr Freiheit und wollen deswegen einen kleinen Vorrat an Muttermilch anlegen. Dann können Sie zwischen den Stillmahlzeiten Ihres Babys Muttermilch abpumpen.

  • Mit den folgenden Tipps fließt die Milch beim Abpumpen besser. Diese Ratschläge helfen Ihnen jedoch auch vor dem Stillen Ihres Babys!
  • Wärmen Sie die Brust vorher mit einem feuchtwarmen Tuch, einem erwärmten Kirschkernkissen (wobei Sie die Brustwarze aussparen sollten) oder auch mittels einer warmen Dusche.
  • Massieren Sie Ihre Brüste wie in Abbildung 5 und 6 gezeigt. Beugen Sie dann den Oberkörper vornüber, sodass die Brüste nach unten hängen, und schütteln Sie den Oberkörper dabei leicht. Dabei fließt Milch in die Milchseen, sodass beim Abpumpen (oder beim Stillen) schneller Milch kommt.
  • Machen Sie es sich beim Abpumpen bequem: Sie brauchen ein ruhiges Plätzchen, einen bequemen Stuhl, vielleicht entspannende Musik. Ein Foto oder der Anblick Ihres Babys hilft Ihnen, den Milchspendereflex auszulösen. Es ist effektiver und schonender für Ihre Brust, beide Seiten in kurzen Intervallen abwechselnd abzupumpen als einmal pro Seite sehr lange. Beginnen Sie z. B. mit zehn Minuten an der rechten Brust, dann zehn Minuten an der linken Brust, danach je fünf Minuten wieder an der rechten und der linken Brust, gefolgt von je drei Minuten an der rechten und linken Brust. Wenn Sie das Gefühl haben, die Milch reicht Ihrem Baby nicht, sollten Sie auch beim Stillen wie beschrieben mehrmals die Seite wechseln. Das Wechselstillen ist eine hervorragende Möglichkeit, die Milchbildung anzuregen!
Mein Tipp: 

Abgepumpte Muttermilch sollte in sterile (ausgekochte) Flaschen abgefüllt werden. Sie ist im Kühlschrank  bei 5 °C maximal 72 Stunden haltbar (nicht in die Kühlschranktür stellen), im Gefrierschrank bei – 18 °C bis zu sechs Monaten.  

Stillen - Handpumpe oder elektrisch: Welche Milchpumpe ist die richtige für Sie?

Wenn Sie nur gelegentlich Milch abpumpen wollen, genügt eine Handpumpe. Damit dauert das Abpumpen zwar etwas länger als mit einer elektrischen Milchpumpe, aber Sie können den Rhythmus beim Abpumpen selbst bestimmen, und die Pumpe ist billiger (gute Hand-Milchpumpen von Medela, Avent oder NUK kosten ab ca. 40 €). Brauchen Sie viel abgepumpte Milch, oder wollen Sie über einen längeren Zeitraum abpumpen, lohnt sich eine elektrische Milchpumpe

Mein Tipp: 

Effektiv und sehr angenehm ist eine „elektrische Intervall-Milchpumpe“ (dieser Begriff sollte auf dem Rezept stehen!), bei der Sie Saugstärke und -intervall selbst einstellen können. 


 

 

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Kommentare zu "Was Sie übers Stillen wissen sollten"
  • LizzWeber schreibt am 29.01.2019

    Sehr gut Infos, danke! Das erspart mir das Googleln
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Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

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