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Mutter und Kind

Wenn Ihr Kind ohne Windel nicht kann

Erziehungstipps zum Thema Sauberkeitserziehung

Das Thema Probleme bei der Sauberkeitserziehung betrifft viel mehr Eltern, als man annehmen möchte, denn es wird nicht gerne darüber geredet. Hier finden Sie Tipps, die Ihr Kind motivieren könnten, die Windel abzulegen und es doch mal auf dem Topf oder der Toilette zu versuchen.  

Expertenrat von 

Das Pipi funktioniert problemlos, nur der Stuhlgang landet regelmäßig in der Windel oder in der Unterhose. Das ist während einer Übergangsphase beim Sauberwerden relativ häufig und für begrenzte Zeit durchaus normal, aber wenn sich monatelang nichts tut, werden die meisten Eltern ungeduldig.

Machen Sie nicht unnötig Druck wenn Ihr Kind die Windel noch braucht

Hau-ruck-Methoden wie „Jetzt ziehe ich dem Kind einfach keine Windel mehr an, dann muss es ja irgendwann auf den Topf gehen“, aber auch Schimpfen, Strafen und Zwang sind völlig unbrauchbar für die Sauberkeitserziehung. Viele Kinder verhalten dadurch den Stuhlgang so lange, bis sie schwer verstopft sind. Dadurch ist der Stuhlgang hart und tut weh. Das Kind fürchtet sich vor dem nächsten Stuhlgang, hält ihn wieder zurück, und so entsteht ein Teufelskreis aus Verstopfung und noch mehr Angst vor dem Stuhlgang. In solchen Fällen hilft vorübergehend ein mildes Abführmittel (z. B. Lactulose-Sirup, rezeptfrei in der Apotheke erhältlich), das den Stuhl weich macht, sodass er nicht mehr wehtut.

Kein Extra-Komfort beim Windelwechsel

Sie sollten Ihr Kind nicht bestrafen, wenn es noch in die Windel macht, aber auch darauf achten, dass es keine Extraportion Zuwendung beim Windelwechseln bekommt. Dann ist es natürlich wenig motiviert, durch den Gang zur Toilette darauf zu verzichten. Gespielt, gescherzt und gelacht wird vorher und nachher, aber der Windelwechsel sollte möglichst sachlich und knapp erfolgen.

Mein Tipp:
Ihr Kind sollte niemals länger auf dem Topf oder der Toilette sitzen müssen, als es von sich aus will! Der Stuhlgang ist schließlich etwas Freiwilliges.

Wenn die Windel plötzlich kneift

Ist Ihr Kind vier Jahre oder älter, kann es den Stuhlgang oft schon problemlos steuern. Da gibt es z. B. Spezialisten, die immer eine Windel brauchen, aber nur zu Hause „müssen“, damit es im Kindergarten ja keiner mitbekommt. Vielleicht hilft bei Ihrem Kind einer der beiden Tricks: Will Ihr Kind die volle Windel sofort loswerden, dürfen Sie mit dem Windelwechsel etwas „trödeln“, sodass es mit der vollen Windel etwas unangenehm wird (Achtung: nicht geeignet, wenn der Po schnell wund wird!). Sie können das nächste Paket Windeln in einer kleineren Größe nehmen, sodass sie etwas kneifen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nun schon so groß geworden ist, dass die Windeln wohl bald nicht mehr passen werden. Vielleicht können Sie es damit dazu bewegen, es doch mal auf dem Töpfchen oder der Toilette zu probieren.

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Die Schritt-für Schritt-Methode für Ihr Kind von der Windel zum Klo

Wenn Ihr Kind nur mit der Windel „kann“, spricht nichts dagegen, dass es sich zunächst mit Windel auf die Toilette oder den Topf setzt. Wenn es mehrere Tage damit problemlos im Sitzen sein Geschäft gemacht hat, können Sie versuchen, die Windel während des Stuhlgangs offen zu lassen. Kann Ihr Kind auch das akzeptieren, können Sie die Windel Schritt für Schritt immer weiter nach vorne herausziehen, sodass sich der nackte Po Ihres Kindes irgendwann ohne Windel über der Toilette oder dem Töpfchen befindet. Kann Ihr Kind plötzlich nicht mehr, sind Sie zu schnell vorgegangen und sollten noch mal einen Schritt zurückgehen, und zwar auf die Stufe der Windelentwöhnung, die noch problemlos geklappt hat. Mein Tipp: Mit interessanter Lektüre bleiben Kinder lieber auf der Toilette oder dem Topf sitzen.

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Kommentare zu "Wenn Ihr Kind ohne Windel nicht kann"

  • Diana schreibt am 23.06.2014

    Hallo, unser Sohn ist 3 1/2 Jahre und kackert grundsätzlich nur in die Windel. Angefangen hat es in einer Kita, wo ihm regelrecht die Windel verweigert wurde, wenn er groß musste. Er hat es sich dann so lange verkniffen, bis er arge Verstopfungen hatte. Wir hatten dann in Absprache mit dem Kinderarzt darum gebeten, dass unser Sohn, damals noch 2 1/2, eine Windel bekommt, wenn er groß machen muss. Die Kita war der Meinung, dass es für Florian ein Rückschritt wäre, wenn sie ihm eine Windel ummachen würden. Daraufhin haben wir mit dem Jugendamt gesprochen und einen Kitawechsel beantragt. In der neuen Kita ist es nun so, dass die Großen jetzt nach oben gehen, wo es keine Wickelauflagen mehr gibt. Flori muss also unten bei den Kleineren bleiben, bis er endlich auf der Toilette sein großes Geschäft verrichten kann. Uns wurde angeraten, zu eine Psychologen zu gehen. Was soll das? Florian stört auch die volle Windel nicht, ganz im Gegenteil. Wir wissen, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hat, aber wie können wir ihn dazu bringen, dass er auf der Toilette sein großes Geschäft erledigt? Das kleine Geschäft klappt super ohne Windel tagsüber.
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