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Junges Mädchen sitzt an einem Notebook
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Wenn Kinder chatten: Worauf Sie als Eltern achten sollten!

Sicherheit beim Chatten

Das Internet steht Kindern und Jugendlichen zum Chatten nicht nur zu Hause, sondern auch in der Schule, bei Freunden oder in Internetcafés zur Verfügung. Nicht immer ist daher ein Erwachsener dabei, wenn Kinder chatten. Echte Gefahr droht beim Chatten durch Gewalt oder sexuellen Missbrauch – lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen, wenn Ihre Kinder chatten. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Welche Gefahren drohen konkret beim Chatten?

Viele Eltern sind sich der Gefahren des Internets beim Chatten nicht bewusst und halten den Missbrauch am eigenen Kind beim Chatten für äußerst unwahrscheinlich. Daher wird das Thema Internet und Chatten in der Familie oft nur am Rande angesprochen. Wenn Kinder chatten und unangenehme Erfahrungen gemacht haben, schweigen sie sich darüber meistens aus. Es ist ihnen peinlich, sie können die Begegnung beim Chatten nicht richtig einordnen und fühlen sich unter Umständen selber schuldig, weil sie verbotenen Raum beim Chatten betreten haben.

Längst beschränken sich die Bedrohungen aus dem Internet nicht mehr nur auf Pornographie oder sexuellen Missbrauch, auch wenn dieses Problem nach wie vor beim Chatten besteht. Auch in anderen Bereichen versuchen kriminelle Erwachsene, über das Chatten Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen aufzunehmen, da bereits die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen regelmäßig chattet und so sehr leicht erreichbar ist.

Bei den folgenden Themen ist beim Chatten extreme Vorsicht angesagt:

  • Magersucht oder Essstörungen (besonders in den Pro-Anorexie-Foren)
  • Verherrlichung von Gewalt (Happy Slappings)
  • Selbsttötungen (Suizid-Foren)
  • Rechtsextremismus
  • sexueller Missbrauch
  • Kinderpornographie

Aktiv gegen Pornographie und Gewalt beim Chatten

Wie gefährlich Kontakte beim Chatten wirklich sein können, zeigten immer wieder Fälle, in denen sich Minderjährige mit erwachsenen Chatfreunden treffen, mit denen sie nur chatten, sie niemals vorher gesehen haben und von denen sie nichts wissen. Via Internet wird über das Chatten ein Vertrauen aufgebaut, das gefährliche Folgen haben kann.

Lassen Sie es beim Chatten niemals so weit kommen! Besprechen Sie mit Kindern ganz klare Verhaltensregeln, wenn sie chatten, bevor es sich alleine in einem Chatroom bewegen darf. Dazu gehört auf jeden Fall:

  • beim Chatten nicht in einen Chat Room gehen, der für Erwachsene ist,
  • einen Chat mit Moderation wählen,
  • niemals den richtigen Namen beim Chatten angeben,
  • keine intimen Fragen beim Chatten beantworten,
  • keine Namen von Freunden oder Bekannten beim Chatten angeben,
  • niemals den Wohnort beim Chatten angeben,
  • niemals die eigene Handynummer beim Chatten herausgeben,
  • keine E-Mail-Adresse beim Chatten weitergeben, die Rückschlüsse auf den Namen zulässt,
  • niemals auf den Vorschlag eines Treffens beim Chatten eingehen, ohne dies mit den Eltern besprochen zu haben,
  • stets kritisch beim Chatten zu sein und nicht alles zu glauben, was da geschrieben wird.

 

Welcher Chatroom ist okay?

In den letzten Jahren sind viele Chatrooms geschlossen worden, zum Beispiel der von www.bravo.de, vermutlich weil sich dort ein Tummelplatz für Pädophile gebildet hatte. Als relativ sichere Chatrooms  gilt die von der Universität Leipzig betriebene Plattform www.seitenstark.de, bei der Studenten so viele Beiträge wie möglich lesen, um unerwünschte Inhalte oder User herauszufiltern. Dieser Plattform haben sich viele andere Kinderseiten angeschlossen, die somit im Prinzip alle denselben Chatroom benutzen.

Im Zweifelsfall überprüfen!

Es gibt natürlich die Möglichkeit, bedenkliche Internetseiten überprüfen zu lassen. Ihre Polizeidienststelle vor Ort, aber auch die Betreiber des entsprechenden Chatrooms können eine Überprüfung einleiten. Auf jeden Fall sollten Sie dies tun, wenn Ihr Kind in irgendeiner Form zu sexuellen Handlungen aufgefordert wird.

So sichern Sie bedenkliche Seiten

Damit die Überprüfung gelingt, sollten Sie einen Screenshot machen und sich Namen, Datum und Uhrzeit notieren. Und so gehts: „Alt“ und „Druck“ drücken, Word oder ein Bildbearbeitungsprogramm öffnen und dort durch „Strg“ und „V“ oder rechte Maustaste und „Einfügen“ den Screenshot einfügen. Nun kann er abgespeichert werden.

Gewalt hat viele Gesichter

Die Aufforderung zu sexuellen Handlungen oder die Zusendung von kinderpornographischem Material sind eine Form von Gewalt, die Ihr Kind schockieren und entsetzen kann. Eine andere Form sind Ankündigungen, den Wohnort des Kindes zu kennen und es dort aufzusuchen. Falls Sie also bemerken, dass Ihr Kind sich beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses merkwürdig verhält,  sprechen Sie es darauf an.

  • Mein Tipp: Ein Computer mit Internetzugang gehört nicht ins Kinderzimmer. Erst Jugendliche mit Erfahrung können Sie unbeaufsichtigt chatten oder surfen lassen. Ein absolutes Muss ist dabei ein Vertrauensverhältnis, damit Ihr Kind keine Angst hat, Ihnen negative Erfahrungen auch mitzuteilen.
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