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Leben als alleinerziehender Elternteil: So bekommen Sie Kind und Karriere gehandelt

Nach Trennung oder Todesfall

Durch eine Trennung oder einen plötzlichen Todesfall können Familien zerbrechen. Wenn der Partner verstirbt oder sich nach einer Trennung nicht um die gemeinsamen Kinder kümmern möchte, bleibt ein Elternteil alleinerziehend zurück. So bekommen Alleinerziehende Kinderbetreuung und Beruf gut in den Griff.  

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Den Alltag mit Kind und Karriere, ohne die Unterstützung eines Partners oder einer Partnerin zu meistern, ist ein Kraftakt. Alleinerziehende tragen allein die Verantwortung für alle familiären und wirtschaftlichen Belange und sind physisch und psychisch im Dauereinsatz. Glücklicherweise können Alleinerziehende auf vielfältige Hilfsangebote zurückgreifen und lernen, ihren Alltag mit Familie und Beruf optimal zu strukturieren.

Finanzielle Unterstützungsangebote ausschöpfen

Alleinerziehende leiden häufig stark unter der Belastung, den Lebensunterhalt für die ganze Familie allein bestreiten zu müssen. Es gibt verschiedene finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, die Alleinerziehende ausschöpfen sollten, um wirtschaftliche Sicherheit zu schaffen.

Grundsätzlich können Alleinerziehende auf alle Unterstützungsangebote zugreifen, die auch Elternpaaren zur Verfügung stehen. Dazu zählen finanzielle Hilfen wie Elterngeld und Kindergeld sowie Kinderzuschlag und Wohngeld für Alleinerziehende mit geringem Einkommen. Das Kindergeld können Alleinerziehende in vollem Umfang in Anspruch nehmen. Kinderfreibeträge werden ihnen zur Hälfte angerechnet, sofern der andere Elternteil noch am Leben ist und seiner Unterhaltspflicht nachkommt.

Der Kindesunterhalt ist eine wesentliche finanzielle Stütze für Alleinerziehende. Ihnen steht Unterhalt von dem Elternteil zu, in dessen Haushalt das gemeinsame Kind nicht regelmäßig lebt. Kann ein unterhaltspflichtiger Elternteil seiner finanziellen Verpflichtung nicht nachkommen, springt das Jugendamt mit dem Unterhaltsvorschuss ein.

Alleinerziehende, die kleine Kinder selbst betreuen und deshalb nicht oder nicht in ausreichendem Maße arbeiten können, haben Anspruch auf Betreuungsunterhalt, sofern sie mit dem anderen Elternteil verheiratet waren und dieser über ein Einkommen verfügt. Die Höhe des Betreuungsunterhaltes richtet sich nach dem Nettoeinkommen des Ehepartners oder Ex-Ehepartners und dem Einkommen, das Sie als alleinerziehender Elternteil erwirtschaften können.

Die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten sollten Alleinerziehende bestmöglich ausschöpfen, um eine sichere wirtschaftliche Basis für die Familie zu schaffen. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e. V. steht Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite und bietet über zahlreiche Beratungsstellen Informationen und praktische Hilfe zur Existenzsicherung für Alleinerziehende an.

Wichtige Vorsorgen treffen

Für Alleinerziehende ist es wichtig, frühzeitig wichtige Vorsorgen zu treffen, damit die Familie abgesichert ist. Für Berufstätige ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig. Sie schließt die finanzielle Lücke, wenn der alleinerziehende Elternteil aus gesundheitlichen Gründen oder in Folge eines Unfalles nicht mehr oder nicht mehr vollumfänglich in der Lage ist, seiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

Damit die Kinder auch im Notfall abgesichert sind, ist für Alleinerziehende eine Risikolebensversicherung sinnvoll. Verstirbt der alleinerziehende Elternteil während der Vertragslaufzeit, wird die vereinbarte Todesfallleistung an die Kinder als Hinterbliebene oder an vertraglich benannte gesetzliche Vertreter ausbezahlt. Eine Risikolebensversicherung ist vor allem sinnvoll, wenn durch das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils eine Immobilie finanziert wird.

Alleinerziehende sollten auch in Erwägung ziehen, das Sorgerecht oder die Vormundschaft für die Kinder notariell festzulegen. Sollen beispielsweise die Großeltern oder Paten die Kinder im Ernstfall zu sich nehmen, kann es sinnvoll sein, das Sorgerecht oder die Vormundschaft im Vorfeld schriftlich und notariell beglaubigt festzulegen.

Auch über ein Testament sollten Alleinerziehende schon frühzeitig nachdenken. In einem einfachen Schriftstück lassen sich alle Details festlegen, die nach dem Tod eines alleinerziehenden Elternteils für die Hinterbliebenen von Bedeutung sein kann.

Berufliche Möglichkeiten ausloten

Alleinerziehende müssen Familie und Beruf noch besser miteinander in Einklang bringen als Paare, die ihre Kinder gemeinsam erziehen. Klassische Arbeitsmodelle geraten da leicht an ihre Grenzen. Deshalb ist es wichtig, berufliche Möglichkeiten zu kennen und in offenen Gesprächen mit dem Arbeitgeber oder mit Beratungsstellen herauszufinden, wo und in welcher Weise sich die Karriere möglicherweise an die neue Lebenssituation anpassen lässt.

Ist vielleicht ein flexibleres Teilzeitmodell möglich? Kann die berufliche Tätigkeit zumindest teilweise ins Home Office verlegt werden? Ist es möglich, durch Fortbildungen oder Umschulungen in einen Bereich zu wechseln, der Familie und Karriere besser miteinander in Einklang bringt?

Ein offenes Gespräch über aktuelle Gegebenheiten, Rechte und Pflichten, Wünsche und Möglichkeiten kann in vielen Bereichen neue Wege eröffnen und Lösungen aufzeigen, die im Alltag als Alleinerziehender Entlastung bringen können.

Perfektionismus über Bord werfen

Wer den Spagat zwischen Familie und Beruf ganz allein meistern muss, kann sich Perfektionismus nicht leisten. Der Wunsch, immer und in allen Lebensbereichen 100 Prozent zu geben, erhöht den Leistungsdruck und schafft eine Erwartungshaltung, die nicht erfüllt werden kann.

Im beruflichen Bereich gilt allgemein die Annahme, dass es ausreicht, 80 Prozent zu leisten, um einen guten Job zu machen. Diese Regel sollten Alleinerziehende für Karriere und Familienleben beherzigen. Wenn der Haushalt zu 80 Prozent erledigt ist und auch beruflich 80 Prozent Leistung erbracht sind, läuft alles rund. Beim Einkauf reicht es häufig auch, wenn 80 Prozent der Liste abgearbeitet sind, sofern die wichtigen Grundnahrungsmittel dabei sind, und Kinder freuen sich auch, wenn Mama oder Papa sie bei 80 Prozent ihrer Freizeitgestaltung begleiten und sie sich darüber hinaus selbst beschäftigen.

In vielen Bereichen lohnt es sich, genau hinzuschauen und sich zu fragen, ob die To-Do-Liste nicht sogar auf 60 oder 70 Prozent gekürzt werden kann, weil der Rest nur einem zu hohen Anspruchsdenken entsprungen ist. Alleinerziehende dürfen sich den Luxus gönnen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alle weniger wichtigen Dinge getrost zu verschieben.

Prioritäten setzen

Die To-Do-Liste auf 80 Prozent zu kürzen, ist absolut in Ordnung, solange die wichtigsten Dinge immer noch darauf stehen. Alleinerziehende haben im Alltag mit Familie und Karriere einen großen Vorteil, wenn sie bewusst Prioritäten setzen und diese auch abarbeiten.

Wer sich im Beruf Prioritäten setzt und diese konsequent bearbeitet, macht keine unnötigen Überstunden, die wiederum von der kostbaren Zeit für Familie und Haushalt abgehen. Auch im Haushalt sollten klare Prioritäten gesetzt werden. Was nicht wesentlich ist, damit der familiäre und berufliche Alltag rund läuft, darf liegen bleiben.

Prioritäten setzen will gelernt sein. Am Anfang kann es helfen, schriftliche To-Do-Listen anzufertigen und sie nach Prioritäten zu sortieren. Das gilt für den Beruf, den Haushalt, die Kinder und die eigenen Bedürfnisse. Eine sinnvolle Prioritätenliste entlastet den Alltag Alleinerziehender nachhaltig.

Ein soziales Netzwerk aufbauen und nutzen

Für Alleinerziehende ist ein gutes soziales Netzwerk Gold wert. Die erste Anlaufstelle für Unterstützung ist häufig die Familie. Aber nicht immer wohnen Großeltern, Tante und Onkel oder Paten in der Nähe. Dann ist es für Alleinerziehende wichtig, sich einen Kontaktkreis aus Familien in der näheren Umgebung zu schaffen. Häufig entstehen Kontakte über Schule und Kindergarten, über Spielgruppen und Turnvereine oder aus anderen Interessensgemeinschaften heraus. Es ist hilfreich, wenn die sozialen Kontakte sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden und die Alltagsprobleme von Familien und Alleinerziehenden verstehen.

Mit einem guten Netzwerk lässt sich so mancher Engpass überbrücken. Freunde können zum Beispiel Fahrdienste übernehmen, das Bringen und Abholen von Schule und Kindergarten gemeinsam organisieren, Einkäufe aufteilen oder sich gegenseitig Babysittingdienste anbieten. Gemeinsam geht vieles leichter und Alleinerziehende können von einem stabilen sozialen Netzwerk enorm profitieren. Natürlich ist es wichtig, auch selbst aktiv zu werden und Hilfestellungen anzubieten. Aus gegenseitiger Unterstützung kann ein sozialer Verband entstehen, der Alleinerziehende die dringend erforderliche Entlastung im Alltag bietet.

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