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Angst beim Einschlafen

Autor Nachricht
Verfasst am: 18.06.2008 [14:09]
Christina
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 18.06.2008
Beiträge: 7
Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich meiner 4-jährigen Tochter. Sie sagt schon seit ein paar Monaten abends immer mal wieder: „Ich habe Angst.“ Auf die Frage wovor, sagt sie: "Wenn einer kommt."

Wir haben ein tägliches abendliches Ritual: Zuerst lesen, dann Zähne putzen und Schlafanzug anziehen, dann beten wir und singen noch ein Schlaflied. Sie ist sehr sensibel und macht sich über alles viele Gedanken. Sie geht etwa um 19.45 Uhr ins Bett. Es kann aber vorkommen, dass sie noch nach einer Stunde ruft und nach Dingen fragt, die über Tag gewesen sind (z. B. wo ist der Storch vom Spazierengehen). In den letzten Wochen ist es immer häufiger vorgekommen, dass sie abends Angst hat. Ab und zu schläft sie auch bei uns, aber nur, wenn sie krank ist oder mein Mann abends später nach Hause kommt (eher selten). Bei uns schläft sie ohne Probleme und ist überglücklich. Wissen Sie einen Rat?

Vielen Dank
Antworten Profil
Verfasst am: 19.06.2008 [12:42]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Christina,

das Verhalten Ihrer Tochter ist in diesem Alter nicht ungewöhnlich. Im so genannten „Märchenalter“ sind Ängste z. B. vor Gespenstern, dem Alleinsein oder der Dunkelheit häufig. Sensiblen Kindern machen diese Ängste natürlich noch mehr zu schaffen. Diese Phase geht meist bis zum Schulalter wieder vorüber. Doch können Sie auch jetzt schon einiges tun, um Ihrer Tochter zu helfen:

1) Lassen Sie die Zimmertüre abends auf und/oder machen Sie ein schwaches Nachtlicht an. Sehen Sie abends einfach mal so ins Kinderzimmer, auch wenn Ihre Tochter nicht ruft. Das vermittelt ihr die Sicherheit, dass Mami oder Papi immer wieder nach ihr sehen und sie nicht alleine ist.

2) Fragen Sie Ihre Tochter, was Sie ihrer Meinung nach tun könnten, damit sie keine Angst mehr haben muss. Was wünscht sich Ihre Tochter von Ihnen als Unterstützung? Oft haben Kinder ganz hervorragende Ideen! Vielleicht genügt als Sicherheit schon eine griffbereite Taschenlampe auf dem Nachtisch, um im Fall des Falles schnell nachsehen zu können? Oder vielleicht will sie ein Bild mit einem Monster darauf malen, damit sich nächtliche „Gestalten“ davor fürchten und nie mehr wiederkommen?

3) Lesen Sie oft Märchen vor. Darin werden Ängste kindgerecht thematisiert und es siegt schlussendlich immer das Gute. Ihre Tochter kann die Ängste auf diese Weise bearbeiten. Auch das Malen von Dingen, die ihr Angst machen, hilft oft.

4) Unterstützend können Sie Bach-Blüten geben. Folgende Mischung (4 x 4 Tropfen täglich) erscheint in Ihrem Fall empfehlenswert: Mimulus, Aspen, Red Chestnut, Clematis, Star of Bethlehem, White Chestnut.

Ich hoffe, dass meine Ratschläge dazu beitragen können, die Ängste Ihrer Tochter bald zu lindern.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz



Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 26.06.2008 [22:13]
maus13
Newbie
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 2
Hallo,

habe auch eine Frage bei meiner 6-jährigen Tocher:

Es fing eigentlich im Urlaub im April an. Wir wollten Abends als wir die Kinder zu Bett gebracht hatten, noch in der Bar des Hotels was trinken gehen. Die Kinder wussten beide, dass wir spazieren gehen und dass wir ein Funkgerät dabeihatten, damit wir sie auf jeden Fall hören. Dummerweise ist unsere 6-jährige Tochter ganz leise aus dem Zimmer geschlichen und hat uns überall gesucht und auch nicht gleich gefunden. Sie hat sehr viel geweint. Wir beruhigten Sie und nahmen sie an diesem Abend mit zu uns ins Bett. Die darauffolgenden Abende fragte sie sehr viel nach ob wir weggingen, usw. Sie kam auch oft in unser Schlafzimmer schauen, ob wir noch da sind. Wir gingen dann auch nicht mehr weg.

Als wir wieder daheim waren dauerte es noch ein paar Wochen bis es Abends wieder besser ging. Als sie das erste Mal wieder bei der Oma schlief, weinte sie dort und wollte das wir heimkommen. Jetzt ist es die letzten 4 Tage wieder so schlimm, dass sie immer so lange ruft und weint, bis wir schlafen gehen. Danach schläft sie problemlos ein.

Sie ist sehr sensibel und schüchtern. Wir wissen nicht so richtig, wie wir ihr weiterhelfen können.
Antworten Profil
Verfasst am: 27.06.2008 [17:54]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Maus,

bei Ihrer Tochter hilft nur ganz viel Geduld, damit sie langsam wieder Vertrauen fasst. Sie muss jetzt über Wochen hinweg zuverlässig erleben, dass Mama und Papa da sind, wenn sie sie braucht. Dann wird sie sich auch wieder ohne Angst von Ihnen trennen können - sei es abends zum Einschlafen oder zum Übernachten bei der Oma.

Lassen Sie zum Einschlafen im Kinderzimmer die Tür auf, sodass Ihre Tochter Sie hören kann. Vielleicht machen Sie einen "Vertrag" mit ihr: Sie bleibt ruhig im Bett liegen und weint und ruft nicht, dafür bleiben Sie vor der geöffneten Zimmertüre so lange ruhig sitzen, bis sie eingeschlafen ist. Sie können etwas lesen und dabei hörbar umblättern, oder vielleicht etwas handarbeiten und auch ein wenig "klappern", damit sie Sie hören kann. Vielleicht hilft das!

Viel Erfolg und herzliche Grüße

Ihre

Andrea Schmelz

Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 03.07.2008 [20:26]
Kati
Newbie
Dabei seit: 03.07.2008
Beiträge: 3
Hallo,

ich kenne ähnliche Probleme bei unserem 4,5 Jahre alten, sehr sensiblen, teilweise überängstlichem Sohn (Schreibaby).Nach Krankheit Anfang Mai mußte Papa bei ihm bleiben zum Einschlafen.

Als nächstes bestand er nachts darauf in unser Bett zu kommen. Da er sehr unruhig schläft und ich so keinen Schlaf finde, haben wir ihm gesagt, dass er in seinem Bett bleiben muß. Tür auflassen hilft nichts. Erst ist Papa bis zu 2 Stunden nachts am Bett gesessen. Wenn wir Pech hatten, stand er eine halbe Stunde später schon wieder da. Als Papa nicht mehr konnte, haben wir schweren Herzens eine Matratze reingelegt. Nun muß mein Mann jede Nacht ins Kinderzimmer umziehen. Seit der Huperei zur Fußball-EM kommt er nun noch früher.

Wie können wir unserem Sohn schonend beibringen, dass die Matratze kein Dauerzustand ist? Wir haben aber auch Angst wieder vor nächtlichen lang anhaltenden Brüllaktionen, da auch der kleine Bruder schon aufgewacht ist.Wir sind ziemlich ratlos und trauen uns nicht, konsequent durchzugreifen, da er in der Entwicklung auch sehr zurück ist und von einer Frühförderstelle betreut wird.

Vielen Dank
Antworten Profil
Verfasst am: 03.07.2008 [22:06]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Kati,

versuchen Sie sich doch ganz langsam mit der Matratze vom Kinderbett "wegzuarbeiten". Jetzt liegt der Papa direkt vor dem Kinderbett. In den kommenden Tagen rücken Sie die Matratze ganz behutsam immer weiter vom Bett weg, aber nur so weit, dass Ihr Sohn es noch akzeptiert und sich nicht alleingelassen fühlt. Es wird zwar eine Weile dauern, bis Sie bzw. Ihr Mann sich bis zur Kinderzimmertür "vorgearbeitet" haben, aber es ist zumindest eine ganz schonenende Variante des Abgewöhnens. Wenn Sie es dann bis vor die Zimmertür geschafft haben, können Sie ja meine Tipps aus dem vorhergehenden Beitrag beherzigen.

Viel Erfolg und viel Geduld!

Herzliche Grüße

Ihre

Andrea Schmelz

Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 04.07.2008 [11:13]
maus13
Newbie
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 2
Hallo Frau Dr. Schmelz,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. icon_lol.gif

Habe gestern vor der Tür gelesen und es hat super geklappt, hätte ich nicht gedacht. Aber jetzt habe ich noch eine Frage:

Wie gewöhne ich es ihr nicht an, nicht dass sie meint dass das immer so geht ?

Gruß
Antworten Profil
Verfasst am: 04.07.2008 [12:04]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Maus,

Sie können es ja so machen, dass Sie mit dem Stuhl immer weiter in Richtung Wohnzimmer vorrücken, bis irgendwann die geöffente Wohnzimmertür reicht.

Herzliche Grüße

Ihre

Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.07.2008 um 23:13.]

Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 09.07.2008 [14:38]
Kati
Newbie
Dabei seit: 03.07.2008
Beiträge: 3
Hallo Frau Dr. Schmelz,

vielen Dank für Ihre Tipps. Leider ist der Kinderzimmerboden durch die Matratze schon ganz ausgefüllt, so dass wenig Spielraum für die Matratze besteht.

Mich wundert bei unserem Sohn nur, dass er abends und nachts allein bei offener Tür einschläft, wenn ich mit den Kindern allein bin und Papa nicht da ist. Dann akzeptiert er, dass ich in meinem Bett bleiben muß, (oder sogar im Wohnzimmer eine Etage tiefer)damit ich hören kann, wenn sein kleiner Bruder weint. Nur sobald er Papa im eigenen Bett sieht, hilft alles gute Zureden nicht.

Wir werden jetzt auch noch Ihren Tipp mit den Bachblüten ausprobieren. Vielleicht kommt unser Sohn so ein wenig zur Ruhe.

Noch einmal herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Antworten Profil


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