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Meine 12jährige Tochter

Autor Nachricht
Verfasst am: 24.06.2009 [14:54]
Melanie72
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 24.06.2009
Beiträge: 1
Hallo Ihr da,

ich bin ganz neu und hab da eine ganz wichtige Frage. Ich habe eine 12jährige Tochter mit der ich im Moment mächtige Probleme habe. Sie ist für ihr Alter weit voraus und steckt mitten in der Pupertaet was ja eine schwere Zeit ist. Bei ihr kommt mir das aber alles ein bisschen extrem vor. Sie lernt nicht fuer die Schule, macht sehr oft keine Hausaufgaben was ich per Benachrichtigung(en)von der Schulleitung her weiss. Sie hilft mir nicht im Haushalt, haelt auch ihre festgelegten Arbeiten (Spuelmaschine ausraeumen, Muell runterbringen) nicht ein. Sie luegt mich an und haelt auch sonst keine Regel mehr ein. Sie hat sich gefuehlsmaessig total von mir abgewendet. Ich bin ein sehr liebevoller, auch zaertlichkeits-liebender Mensch und schmuse gerne mit meinen Kindern. Sie gibt mir nicht einmal mehr zu Hause wenn wir alleine sind, zum Abschied einen Kuss. Letzte Woche ist sie zur Konfirmantenfreizeit gefahren, sie hat mir nicht einmal Tschuess gesagt. Drehte sich um und lief einfach mit der Meute weg ohne mich zu beachten. Ich hab sie gefragt was ich ihr getan haette das sie sich mir gegenueber so verhaelt. Nichts, sagt sie, sie weiss nicht warum sie so macht. Sie ist total egoistisch und undankbar in letzter Zeit und mir tut das total weh. Ich komme mir ausgenutzt und weggestossen vor. Ich hatte immer ein sehr inniges Verhaeltnis zu meiner Tochter, jetzt ist alles total kuehl und sie ignoriert mich sehr oft. Die jetztige Situation ist nicht mehr auszuhalten und zerrt an meinen Nerven. Zumal ich merke das auch ich zunehmend kuehler und abweisender zu ihr werde, was ich ja gar nicht will. Ich weiss nicht mehr was ich machen soll. Strafen und Konsequenzen ziehen irgendwie nur kurzfristig.
Fuer einen helfenden Rat bin ich sehr dankbar.

viele liebe Gruesse
Melanie

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.06.2009 um 07:56.]
Antworten Profil
Verfasst am: 29.06.2009 [23:15]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Melanie,
die Pubertät ist leider für Kind und Eltern oft eine ziemlich schwierige Zeit. Ihre Tochter will sich von Ihnen abgrenzen und verletzt Sie dabei in letzter Zeit immer wieder, weil sie die Nähe, die Sie früher beide genossen haben, jetzt ablehnt. Das sollten Sie akzeptieren und von Ihrer Tochter keine Küsse oder Schmuseeinheiten mehr erwarten (auch wenn es schwerfällt).

Sie dürfen ihr aber durchaus sagen, dass Sie sich verletzt fühlen, wenn Ihre Tochter aus dem Haus geht, ohne sich zu verabschieden (will sie damit vielleicht Küssen und Umarmungen entgehen?). Sprechen Sie in der Ich-Form, z. B. "Ich bin traurig (enttäuscht), wenn du gehst und sagst nicht mal tschüss. Wenn ich das Haus verlasse, verabschiede ich mich auch von dir, damit du weißt, dass ich jetzt weg bin. Das wünsche ich mir auch von dir."

Was die Hausaufgaben betrifft, können Sie in diesem schwierigen Alter wenig tun, denn kontrollieren wie ein kleines Kind lässt sich Ihre Tochter nicht mehr. Da müsste es eigentlich Konsequenzen seitens der Schule geben. Ich könnte mir z.B. als logische Konsequenz Nachsitzen vorstellen, sodass in dieser Stunde fehlende Hausaufgaben nachgearbeitet werden können.

Auch mit der Hilfe bei der Hausarbeit fallen mir nur zwei Ratschläge ein:
1) Eine Familienkonferenz (siehe auch hier: www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/erziehung-loesen-sie-konflikte-mit-der-familienkonferenz.html), bei der gemeinsam festgelegt wird, wer bis wann (bitte immer etwas Spielraum lassen) welche Arbeiten übernimmt. Vielleicht können Sie Ihre Tochter auf diese Weise etwas besser motivieren, wenn sie Mitspracherecht hat, was sie zu machen hat und es sich auch selbst einteilen kann. Ein sehr hilfreiches Buch zum Thema Familienkonferenz ist z. B. "Familienkonferenz" von Thomas Gordon oder auch das Buch "Die neue Familienkonferenz" vom selben Autor (beides Taschenbücher für knapp 10 Euro).

2) Logische Konsequenzen: Wenn Ihre Tochter z. B. die Spülmaschine nicht ausräumt, kann man kein benutztes Geschirr mehr hineinstellen. Das muss dann in der Küche gestapelt werden. Irgendwann ist nicht mehr genügend Geschirr im Schrank und Sie können nichts mehr kochen... Ein hilfreiches Buch zum Thema logische Konsequenzen ist z. B. "Kinder fordern uns heraus" von Dreikurs und Soltz (Klett-Cotta, 15 Euro).

Als "Survival-Buch" für pubertätsgeplagte Eltern kann ich Ihnen noch "Pubertät: Loslassen und Haltgeben" von Jan-Uwe Rogge empfehlen (Rowohlt, knapp 10 Euro). Und falls die Situation mit Ihrer Tochter noch schwieriger werden sollte, sollten Sie sich nicht scheuen, bei einer Erziehungsberatungsstelle (Suche unter www.bke.de) um professionelle Hilfe (kostenlos!) zu bitten.

Alles Gute und herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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