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moderne Sexualerziehung (eure Meinung?)

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Verfasst am: 09.07.2016 [21:37]
MichaelGrobe
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 09.07.2016
Beiträge: 1
Hallo liebe Eltern / Forenmitglieder

Ich hoffe das mein erster Beitrag hier bei euch nicht gleich zu lang wird, aber ich komme auch gleich mit einem Thema zu euch das sicher nicht einfach ist.

Aber zunächst einmal zu mir. Mein Name ist Michael, ich bin 54 Jahre Jung und stolzer Vater von zwei Jungs und drei Mädchen im Alter von sieben bis neunzehn Jahren. Seid mehr als 30 Jahren bin ich nun schon in der Sozialpädagogik tätig und hatte dort immer sehr viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun die sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren.

Durch meine Arbeit habe ich immer mehr gelernt, dass kein Fall wie der andere ist. Ebenso unterschiedlich wie die Kinder selbst waren auch die Fälle und deren Verläufe. Bei allen ist mir aber doch ein roter Faden aufgefallen der sich durch alle Fälle zog. Etwa 90% (geschätzt) sind nur schlecht oder nicht aufgeklärt und hatten schon vor den jeweiligen Vorfällen ein eher problematisches Verhältnis zur Sexualität.

Das war auch der Grund, warum ich mich über Jahre mit dem Thema Sexualerziehung beschäftigt habe. Und wegen diesem Thema wende ich mich auch heute an euch.

Das ganze Gebiet macht zur Zeit eine sehr große Wandlung durch und diese ist nicht unumstritten. Es wird heute davon ausgegangen das ein großer Teil der Grundlagen auf welche die Sexualerziehung bisher aufgebaut war falsch ist und und damit die Aufklärung und Sexualerziehung in eine ungünstige Richtung gehen.

Bei der sexuellen Entwicklung gab es bis jetzt die von Freud aufgestellte Unterteilung in Phasen von der ausgegangen wurde.


Orale Phase (1. Lebenshalbjahr)
Narzisstische Phase (2. Lhj.)
Anale Phase (2.-3. Lebensjahr)
Phallische Phase (4.-5. Lebensjahr)
Latenzphase (6.-7. Lebensjahr)
Genitale Phase 8. Lebensjahr bis zur Pubertät

Heute ist so gut wie sicher, dass diese Einteilung der Entwicklungsphasen nicht zutrifft und dass einiges was der natürlichen Entwicklung zugeschrieben wird nur gesellschaftlich begründet ist. Zum Beispiel ist man davon ausgegangen dass das Aufkommen das Schamgefühles ein natürlicher teil der Entwicklung ist. Heute steht fest, dass das Schamgefühl durch gesellschaftliche Einflüsse entsteht. Ein Kind das gesagt bekommt “Das gehört sich nicht“, lernt dass sein instinktives verhalten falsch ist.

In der bisherigen Sexualerziehung wurde das Verhalten der Kinder und damit deren Entwicklung an gesellschaftliche Normen angepasst und die natürliche Entwicklung damit in unnatürliche bahnen gelenkt.

Die Moderne Sexualerziehung steht schon jetzt in der Kritik. Ihre Gegner sind der Meinung, dass Kinder sexualisiert würden.

In der modernen Sexualerziehung geht es darum, der natürlichen Entwicklung ihren Raum zu geben und das Kind in seinem natürlichem Verhalten zu bestärken und zu unterstützen. Das kann dann auch hin und wieder in eine Richtung gehen, die gesellschaftlich eher skeptisch beäugt wird.

Wir haben unsere Kinder auf die moderne Weise erzogen. Wir haben sie in ihrem sexuellem Verhalten nie eingeengt. Ein Beispiel dafür sind z.B. die berühmten Doktorspiele. Hier greifen die meisten Eltern ein, wenn diese zu intensiv werden. Wir haben bei allem was dort passierte nur darauf geachtet, dass es allen dabei gut geht und nichts gemacht wird was nicht auch gewollt ist.

Ein weiteres Beispiel ist das Kuscheln mit den Kindern. Eltern gehen oft ein Stück weit auf Distanz sobald das Kind beim Kuscheln Erregung oder sexuelles verhalten zeigt. Oder sie vermeiden gleich engen Körper und Hautkontakt oder eine größere Intimität. Damit bringen sie dem Kind eine unnatürliche Grenze bei, welche im Gegensatz zur natürlichen Entwicklung steht.

Wir haben in solchen Situationen bewusst solche grenzen nicht aufgezeigt und den Wünschen welche das Kind gezeigt oder geäußert hat ohne Wertung nachgekommen.

Es gibt noch unendlich viele Beispiele für die Unterschiede zwischen alter und moderner Erziehung, aber sie hier alle aufzuzählen würde meinen Beitrag noch viel länger werden lassen als er jetzt schon ist.

Zur Zeit denke ich darüber nach, etwas zu diesem Thema zu schreiben. Deshalb interessiert mich auch die Meinung anderer Eltern zu diesem Thema.
Ich würde mich darum sehr über viele Antworten freuen.

Sollte es Fragen geben, werde ich diese natürlich auch gern beantworten.



Antworten Profil
Verfasst am: 27.01.2017 [11:34]
biolino
Alter Hase
Dabei seit: 08.04.2016
Beiträge: 36
Ich bin auch definitiv der Meinung dass es Nichts gibt, was man nicht auch mit Kindern besprechen kann. Schließlich kommen sie früher oder später auf den selben Gedanken. Meist sogar eher früher als ich!
Warum nicht auch offen über Sexualität reden. Man muss einfach deutlich machen dass das auch eine große Verantwortung mit sich trägt. Es ist schön! Aber eben auch mit einer Wichtigkeit zu betrachten. Moral ist hier das Stichwort.
Kann ich das? Soll ich das?

Wichtig ist Kinder da abzuholen wo sie sind. Manche denken mit 8 darüber nach, Manche erst mit 15...
Schwer einzuschätzen.

Das Leben kann, je nachdem, wie wir es leben, kurz oder lang sein.
- Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym
Antworten Profil
Verfasst am: 14.02.2017 [13:19]
Findling
Alter Hase
Dabei seit: 17.10.2016
Beiträge: 38
Kommt ganz aufs Kind an. Schweigen geht gar nicht, aufdrängen ist unangenehm und kann genauso zu Hemmungen führen
Antworten Profil
Verfasst am: 16.07.2019 [16:22]
Ringber
Newbie
Dabei seit: 16.07.2019
Beiträge: 1
"MichaelGrobe" schrieb:

Hallo liebe Eltern / Forenmitglieder

Ich hoffe das mein erster Beitrag hier bei euch nicht gleich zu lang wird, aber ich komme auch gleich mit einem Thema zu euch das sicher nicht einfach ist.

Aber zunächst einmal zu mir. Mein Name ist Michael, ich bin 54 Jahre Jung und stolzer Vater von zwei Jungs und drei Mädchen im Alter von sieben bis neunzehn Jahren. Seid mehr als 30 Jahren bin ich nun schon in der Sozialpädagogik tätig und hatte dort immer sehr viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun die sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren.

Durch meine Arbeit habe ich immer mehr gelernt, dass kein Fall wie der andere ist. Ebenso unterschiedlich wie die Kinder selbst waren auch die Fälle und deren Verläufe. Bei allen ist mir aber doch ein roter Faden aufgefallen der sich durch alle Fälle zog. Etwa 90% (geschätzt) sind nur schlecht oder nicht aufgeklärt und hatten schon vor den jeweiligen Vorfällen ein eher problematisches Verhältnis zur Sexualität.

Das war auch der Grund, warum ich mich über Jahre mit dem Thema Sexualerziehung beschäftigt habe. Und wegen diesem Thema wende ich mich auch heute an euch.

Das ganze Gebiet macht zur Zeit eine sehr große Wandlung durch und diese ist nicht unumstritten. Es wird heute davon ausgegangen das ein großer Teil der Grundlagen auf welche die Sexualerziehung bisher aufgebaut war falsch ist und und damit die Aufklärung und Sexualerziehung in eine ungünstige Richtung gehen.

Bei der sexuellen Entwicklung gab es bis jetzt die von Freud aufgestellte Unterteilung in Phasen von der ausgegangen wurde.


Orale Phase (1. Lebenshalbjahr)
Narzisstische Phase (2. Lhj.)
Anale Phase (2.-3. Lebensjahr)
Phallische Phase (4.-5. Lebensjahr)
Latenzphase (6.-7. Lebensjahr)
Genitale Phase 8. Lebensjahr bis zur Pubertät

Heute ist so gut wie sicher, dass diese Einteilung der Entwicklungsphasen nicht zutrifft und dass einiges was der natürlichen Entwicklung zugeschrieben wird nur gesellschaftlich begründet ist. Zum Beispiel ist man davon ausgegangen dass das Aufkommen das Schamgefühles ein natürlicher teil der Entwicklung ist. Heute steht fest, dass das Schamgefühl durch gesellschaftliche Einflüsse entsteht. Ein Kind das gesagt bekommt “Das gehört sich nicht“, lernt dass sein instinktives verhalten falsch ist.

In der bisherigen Sexualerziehung wurde das Verhalten der Kinder und damit deren Entwicklung an gesellschaftliche Normen angepasst und die natürliche Entwicklung damit in unnatürliche bahnen gelenkt.

Die Moderne Sexualerziehung steht schon jetzt in der Kritik. Ihre Gegner sind der Meinung, dass Kinder sexualisiert würden. Lesen Sie mehr im Artikel.

In der modernen Sexualerziehung geht es darum, der natürlichen Entwicklung ihren Raum zu geben und das Kind in seinem natürlichem Verhalten zu bestärken und zu unterstützen. Das kann dann auch hin und wieder in eine Richtung gehen, die gesellschaftlich eher skeptisch beäugt wird.

Wir haben unsere Kinder auf die moderne Weise erzogen. Wir haben sie in ihrem sexuellem Verhalten nie eingeengt. Ein Beispiel dafür sind z.B. die berühmten Doktorspiele. Hier greifen die meisten Eltern ein, wenn diese zu intensiv werden. Wir haben bei allem was dort passierte nur darauf geachtet, dass es allen dabei gut geht und nichts gemacht wird was nicht auch gewollt ist.

Ein weiteres Beispiel ist das Kuscheln mit den Kindern. Eltern gehen oft ein Stück weit auf Distanz sobald das Kind beim Kuscheln Erregung oder sexuelles verhalten zeigt. Oder sie vermeiden gleich engen Körper und Hautkontakt oder eine größere Intimität. Damit bringen sie dem Kind eine unnatürliche Grenze bei, welche im Gegensatz zur natürlichen Entwicklung steht.

Wir haben in solchen Situationen bewusst solche grenzen nicht aufgezeigt und den Wünschen welche das Kind gezeigt oder geäußert hat ohne Wertung nachgekommen.

Es gibt noch unendlich viele Beispiele für die Unterschiede zwischen alter und moderner Erziehung, aber sie hier alle aufzuzählen würde meinen Beitrag noch viel länger werden lassen als er jetzt schon ist.

Zur Zeit denke ich darüber nach, etwas zu diesem Thema zu schreiben. Deshalb interessiert mich auch die Meinung anderer Eltern zu diesem Thema.
Ich würde mich darum sehr über viele Antworten freuen.

Sollte es Fragen geben, werde ich diese natürlich auch gern beantworten.



Was mich betrifft, ist die Tatsache, dass jeder seine Sexualerziehung unterstützen sollte, sehr wichtig.
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