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Was tun gegen Nuckeln?

Autor Nachricht
Verfasst am: 04.06.2008 [14:37]
Eva
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 04.06.2008
Beiträge: 5
Mein Sohn (vier Jahre und vier Monate alt) nuckelt seit frühester Babyzeit an seinen zwei „Lieblingsfingern“, dem rechten Zeige- und Mittelfinger. Er tut dies nachts und oft auch tagsüber. Kann das zu einer Verformung seines Gebisses führen? Wenn ja, wie kann ich ihm das abgewöhnen? Meine Bemühungen, ihm gut zuzureden, schlagen fehl.

Mit freundlichen Grüßen

Eva
Antworten Profil
Verfasst am: 05.06.2008 [12:12]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Eva,

wenn Ihr Sohn sehr häufig nuckelt, kann das wie das Daumenlutschen zu Gebissveränderungen führen. Ich schlage vor, Sie gehen mit ihm zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt. Dieser kann einerseits genau beurteilen, ob bereits eine Fehlstellung der Zähne besteht und kann andrerseits Ihren Sohn auch darauf ansprechen und ihm erklären, warum das Fingernuckeln so schlecht für seine Zähne ist. Vielleicht hat der Zahnarzt auch ein Modell oder Bilder von Zähnen, die durch das Nuckeln ganz schief geworden sind. Der Zahnarzt könnte Ihrem Sohn als Hilfe, um sich das Fingernuckeln abzugewöhnen, auch eine Mundvorhofplatte verordnen.

Sie haben bereits – ohne Erfolg – mit Ihrem Sohn darüber gesprochen, warum er mit dem Nuckeln aufhören sollte. Das Argument, er wäre schon zu groß dafür, zieht meist wenig – dann will er sicher lieber noch klein sein. Verzichten Sie besser auf dieses Argument! Falls Ihr Sohn mit den Fingern im Mund mit Ihnen spricht, sollten Sie darauf hinweisen, dass Sie ihn dann nicht verstehen können und nicht auf das Gespräch eingehen – erst, wenn er ohne Finger im Mund mit Ihnen redet. Versuchen Sie Ihren Sohn abzulenken, wenn Sie sehen, dass er demnächst zu nuckeln anfängt oder die Finger schon im Mund hat. Sehen Sie sich z. B. gemeinsam ein Buch an und sprechen Sie mit ihm darüber, was es zu sehen gibt – beim Sprechen stören die Finger im Mund ja. Oder beschäftigen Sie ihn, sodass er seine Hände anderweitig braucht! Falls er noch keines hat, sollten Sie ihm ein Kuscheltier oder ein Schmusetuch zum Einschlafen kaufen. Vielleicht hilft ihm dieser Tröster, dann weniger an den Fingern zu nuckeln.

Sie können Ihren Sohn auch mit dem Buch „Philip und der Daumenkönig“ von B. Spathelf und S. Szesny (Albarello 2003; 32 Seiten; 13,70 Euro) unterstützen. Der Bub in diesem Buch nuckelt am Daumen. Die Geschichte ist sehr einfühlsam geschrieben und oft recht erfolgreich. Vielleicht bringt auch ein Belohnungssystem Sie weiter, z. B. ein kleines Geschenk für jeden Tag ohne Fingernuckeln oder Sammelpunkte, für die es bei einer bestimmten Anzahl einen Ausflug in den Zoo oder Ähnliches gibt. Von bitteren Tinkturen zum Auftragen auf die Finger rate ich hingegen ab – Zwang ist immer ungünstig und führt oft nur zu Widerstand und vermehrtem Nuckeln! Notfalls sollten Sie einfach ein bis zwei Monate abwarten und dann einen erneuten Vorstoß machen, mit Ihrem Sohn über das Nuckeln zu sprechen und es ohne zu versuchen.

Ich hoffe, dass meine Ratschläge Ihrem Sohn helfen, bald weniger an seinen Fingern zu nuckeln!

Herzlichst
Ihre
Andrea Schmelz



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