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wie auf wut reagieren?

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Verfasst am: 17.08.2010 [13:44]
tilda70
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 15.06.2010
Beiträge: 7
meine tochter ist inzwischen 9 jahre. ihre wutanfälle sind langsam ein alter hut. erziehungsberatung hat nicht wirklich etwas gebracht.
gestern fing die schule wieder an, die woche davor war sie mit vielen kindern auf einer offensichtlich sehr gelungenen ferienfreizeit (ohne eltern). im hinblick auf den schulbeginn und das "wieder nach hause kommen" nach der kleinen reise war sie unausstehlich wie schon lange nicht mehr.
ich bin seit 2 wochen leider krank und daher auch kein besonders spiellustiger mensch derzeit. sie stört sich an allem: wie ich spreche/ das ich im wohnzimmer lese, wenn sie dort allein malen möchte/ wenn ich nicht mit ihr und den puppen oder ähnliches spielen möchte (ich schlage puzzles, uno oder anderes vor - das will SIE aber dann nicht/ wenn das essen nicht nach ihrem geschmack ist etc. Ihre wut geht dann innerhalb 2 sekunden von 0 auf 100. ich muss noch nicht mal auf ihren vorwurf reagiert haben. sie mach dann sachen kaputt ( zeitungen, gemaltes ...), beleidigt mich, trampelt enorm laut in ihr zimmer und knallt dann dermaßen laut mit der zimmertür... horror! und dass 10-20 mal am tag.
rede ich auf sie ein (freundlich, beschwichtigend, hinterfragend) oder gebe ihr womöglich noch einen ratschlag, steigert sich die wut. schimpfe ich sachlich (!), schreit sie "immer sei sie an allem schuld. ich sei die schlimmste mama der welt" usw. lese ich ruhig in meinem buch weiter und reagiere fast gar nicht, reißt sie mir entweder das buch weg ODER, im günstigsten fall, trampelt wutschnaubend in ihr zimmer.
zwar entschuldigt sie sich hinterher auch immer freiwillig, manchmal geh ich zu ihr um sie in den arm zu nehmen, manchmal kommt sie zu mir. aber das spiel eben dann ach 10-20 mal und sie macht einen so unglücklichen/unzufriedenen eindruck.
ich bin berufstätige singlemum. das geld ist knapp. ich finde, wir erleben zu wenig schönes. will ich mal ´nen spaziergang machen, ausflug zum schloss, spielplatz, museum, hat sie oft keine lust. geld für musikunterricht, reitkurs ist leider nicht vorhanden.richtige freundinnen hat sie nach unserem umzug vor 4 jahren nicht gefunden. mobbing in der klasse (anderer tread von mir)
die frage: wie soll ich mit den ausrastern umgehen? weiter lesen? bin ich dann nicht eine egoistische ignorantin?
banghead.gif
Antworten Profil
Verfasst am: 17.08.2010 [15:03]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe tilda70,
die gehäuften Ausraster Ihrer Tochter spiegeln wider, dass sie mit sich und ihrer Situation nicht im Reinen ist. Mobbing in der Schule (hier bitte unbedingt mit dem Lehrer sprechen!), keine richtigen Freunde, wenig Freizeitmöglichkeiten wegen knappem Einkommen, Sie erleben gemeinsam "zu wenig Schönes", wie Sie selbst schreiben und vermutlich ist Ihre Tochter durch Ihre Berufstätigkeit auch öfter alleine oder in Fremdbetreuung (wie ist da das Verhältnis zu den Erzieher/innen?) - all das sind Dinge, die Ihre Tochter belasten. Zudem könnte sie, je nachdem, wie weit sie schon entwickelt ist, schon langsam in die Pubertät kommen und das Chaos der Gefühle ist dann zusätzlich belastend für Sie beide. Gründe für die Wutanfälle gibt es also genug und nicht alle Kinder können widrige Umstände gut wegstecken.

Bitte lesen Sie zu Wutanfällen und Mobbing und möglichen Problemlösungen die folgenden Beiträge:
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/wutanfaelle-bei-kindern.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/so-reagieren-sie-richtig-auf-ihren-kleinen-trotzkopf.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/aggressive-kinder.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/aktives-zuhoeren-hilft-ihrem-kind-seine-probleme-selbst-zu-loesen.html

www.elternwissen.com/schule-und-eltern/schulprobleme/art/tipp/aussenseiter-durch-mobbing-in-der-schule.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/mobbing-was-tun-wenn-ihr-kind-ausgegrenzt-wird.html

Im akuten Wutanfall kommen Sie an Ihre Tochter gar nicht ran, da sollten Sie sie toben lassen, so lange sie dabei nichts kaput macht oder Sie beleidigt. In diesem Fall sollten Sie darauf bestehen, dass sie sich ins Kinderzimmer zurückzieht und erst wieder rauskommt, wenn sie sich wieder beruhigt hat. Sprechen Sie, wenn die Situation entspannt ist, über die Wutanfälle und die Gründe dafür. Wie können Sie Ihrer Tochter in der jeweiligen Situation helfen? Was würde sie sich von Ihnen als Unterstützung wünschen?

Bieten Sie ihr Möglichkeiten, ihre Wut abzureagieren (Boxsack, alte Zeitungen zum Zerfetzen oder Zerknüllen usw.). Im Zweifelsfall, wenn alles nichts nützt, würde ich nochmal eine Erziehungsberatung empfehlen. Vielleicht kommen Sie mit einem/einer anderen Psychologen/Psychologin doch weiter,

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 18.08.2010 [09:22]
tilda70
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 15.06.2010
Beiträge: 7
danke für die antwort. in meinem anderen beitrag vom 15.7. (unzufrieden mit lehrerin) hatte ich über die situation geschrieben. und auch, dass mit der lehrerin hier kein änderung herbeizuführen ist. ich versuche, meine tochter zu bestärken, aber es funktioniert offensichtlich nur zeitweise. die wut wurde größer nachdem wir die stadt gewechselt haben und die unzufriedenheit immer gröer wurde (2006) . sie war schon mit 5 jahren recht aufbrausend, vorallem wenn sie etwas nicht gleich kann, besonders, wenn ich dabei bin. vor anderen ist sie nie wütend. in der typischen trotzphase, so um das 3. lebensjahr (wir waren von anfang an ohne vater), fand ich sie im vergleich zu anderen kindern wesentlich weniger trotzig.
andere dinge kaputt zu machen, als ersatz für "wut an mama auslassen" lehnt sie ab. haben wir schon probiert (alte zeitung, kissen etc.).
zur psychologin gehe ich nächste woche nochmal.
leider hörte ich dort und bei der erziehungsberatung bisher : schreien sie doch auch mal so laut (habe ich, kind wird nur noch aggressiver), geben sie das üben für die schule an nachhilfe ab (kann ich nicht, dafür kein geld da), gehen sie öfter aus, babysitter (kein geld). ich wünsche mir, dass wir in der lebensituation in der wir nunmal sind, wieder besser zurecht kommen.
andere mütter, die nicht alleinerziehend sind, machen doch auch die schularbeiten bzw. das üben mit ihrem kind gemeinsam und auch da gibt´s mal zoff. von denen erwartet doch auch niemand, andere hilfe zu finanzieren.
ich arbeite 6 stunden täglich, bin meistens um 15 uhr (kind bis 15 uhr im hort) zu hause, 1 mal die woche um 19.15 uhr. das heißt, wir hätten viel schöne gemeinsame zeit zu hause, wenn die nicht mit den ausrastern meiner tochter gefüllt wäre.
muss ich denn lust haben, mit ihr und den puppen zu spielen? oder schule zu spielen? irgendwie habe ich dazu so gar keine lust mehr. ist es nicht gut, wenn ich ihr andere spiele vorschlage?
WIE soll ich auf ihre wut verbal reagieren? muss ich schreien? darf ich schreien? bin ich feige, wenn ich wenig bis gar nichts dazu sage, wenn sie gemein wird, weil ihr etwas beim lernen oder basteln nicht gelingt?
Antworten Profil
Verfasst am: 19.08.2010 [00:29]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe tilda70,
wenn Ihrer Tochter so sehr viel daran liegt, mit Ihnen Puppen (oder Schule) zu spielen, dann würde ich mich dazu überreden lassen. Sie müssen ja nicht stundenlang Puppen spielen, aber zumindest eine begrenzte Zeit. Spielen Sie mit ihr Puppen, aber freiwillig, also ohne, dass sie deswegen vorher einen Wutanfall bekommen hat. Ihre Tochter sucht in Ihnen momentan wohl einen Freundin-Ersatz, denn das sind genau die Spiele, die Mädchen in diesem Alter sonst gemeinsam spielen.

Ich persönlich rate davon ab, bei Wutanfällen zurückzuschreien. Sie wollen Ihre Tochter doch davon abbringen, das zu tun. Dann sollten Sie das auch nicht selber machen. Versuchen Sie es mal als Überraschungseffekt mit Flüstern. Wenn Ihre Tochter nicht aufhört zu schreien, kann sie nicht verstehen, was Sie sagen. Vielleicht wirkt es...

Ich halte es nicht für "feige", wenn Sie im akuten Wutanfall nichts dazu sagen. Schließlich haben Sie wohl schon oft genug versucht, mit Ihrer Tochter dann zu reden - mit mäßigem bis keinem Erfolg. Aber Sie müssen Ihrer Tochter trotzdem klarmachen, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist. Reden Sie mit ihr, wenn die Lage gerade entspannt ist und sagen Sie ihr, dass Sie dieses Verhalten verletzt und Sie nicht so behandelt werden wollen. Das würde Ihre Tochter ja auch nicht wollen (muss es allerdings in der Mobbingsituation in der Schule evtl. ebenfalls aushalten!). Wenn Ihre Tochter Sie beleidigt, sollten Sie sie in ihr Zimmer schicken bzw. selbst den Raum verlassen. Sie müssen und sollen sich die Beleidigungen nicht geduldig anhören!

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

Antworten ProfilWWW


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