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Hund eifersüchtig aufs Baby

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Verfasst am: 09.10.2012 [19:09]
Ankawi
Super-Nanny
Themenersteller
Dabei seit: 16.04.2012
Beiträge: 61
Hallo, ich habe eine Frage an Familien und Hundekenner:

Mein Schwiegervater, also der Opa unseres Babys, hat einen kleinen Hund. Nachdem der letzte verstorben ist, hat er sich wieder einen Welpen geholt. Er ist leider von seinen Erziehungsmethoden sehr überzeugt (da gibt es auch mal eins mit der Zeitung), meiner Meinung nach wird der Hund aber verzogen (schläft mit im Bett, darf hoch aufs Sofa, wird am Esstisch auf den Schoß genommen) und spielt sich als "erste Geige" auf. Bereits der letzte Hund hatte mit kleinen Kindern Probleme und hat auch jedes einmal gezwickt gehabt.

Nun sehe ich jetzt schon, dass bei unseren Besuchen die Eifersüchteleien losgehen. Wenn man sitzt, versucht er hochzuspringen und nach den Füßen des Babys zu schnappen. Wenn der Opa selbst das Kind auf dem Arm hat, wird herumgekläfft, hochgesprungen und in jeder erdenklichen Art und Weise Radau gemacht. Das Kind kurz auf dem Boden abzusetzen, zB. im Kindersitz, ist unmöglich, sofort stürzt er darauf zu. Anstatt ihm klarzumachen, wo sein Platz ist, werden Alternativen gemacht, dass zB. jemand anders den Hund hochnimmt oder man ihn schnell ablenkt und die Türe zumacht, was endloses Gekratze und Gebummer an der Tür nach sich zieht.

Meiner Meinung nach hält sich der Hund für die erste Geige und möchte dem Kind gleich mal zeigen, wo der Hammer hängt. Wie soll denn das werden, wenn das Kleine mal krabbeln kann?

Liebe Hundekenner, wie kann das effektiv abgestellt werden?
(Wie gesagt, Herrchen ist sehr überzeugt von dem was er tut und auch das neu gekaufte Buch über Hundeerziehung wird gleich als Blödsinn abgetan und verkommt zum Staubfänger.)

bin dankbar für jeden Tipp!
viele Grüße,
Ankawi
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Verfasst am: 09.11.2012 [09:28]
Steffinchen
Newbie
Dabei seit: 09.11.2012
Beiträge: 1
Hallo Ankawi,

als Mutter und selbst Hunde Halter verstehe ich genau was in Ihnen vor geht, ich hatte am Anfang auch Angst ob der Hund unsere Tochter als Familienmitglied Akzeptiert oder nicht.
Gott sei dank hat er sie vom ersten Moment in sein Herz geschlossen und Beschützt, die Kleine kann mit Ihm alles machen und wenn es Ihm zu viel wird geht er einfach weg.

Aber nun zu deinem Problem, der Hund deines Schwiegervaters hat eine gewisse Stellung in seinem Rudel und diese Stellung will er Natürlich nicht einfach aufgeben, er sieht das Baby als neues Rudel Mitglied und will es auf seinen Platz weisen, das man mit dem Baby aber nicht so um gehen kann wie mit anderen Hunden weiß er natürlich nicht und da kommt dein Schwiegervater in Spiel er muss seinem Hund, in die Schranken weißen und ihm klar machen dass das Baby über Ihn steht und er es zu akzeptieren hat.
Macht er das nicht werdet ihr immer aufpassen müssen bzw. den Hund Aussperren.

Wenn ich dich wäre würde ich deinem Schwiegervater das Messer auf die Brust setzten und ihm klar machen das wenn er dem Hund nicht klar macht wo er steht, das euch das zu gefährlich ist und ihr ihn nicht mehr Besuchen kommt. Natürlich muss dein Mann auch hinter dieser Entscheidung stehen aber es geht hier um die Sicherheit eures Kindes, da sollte es dann auch keine Diskussionen geben.

Ich hoffe das ich die damit helfen kann.

Viel Grüße
Steffinchen

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Verfasst am: 11.11.2012 [17:51]
Ankawi
Super-Nanny
Themenersteller
Dabei seit: 16.04.2012
Beiträge: 61
Hallo Steffinchen,

danke für deine Antwort. Ungefähr so sehe ich das auch, ich habe aber Angst, dass der Hund schon zuviel "Sonderstatus" hat, den er natürlich (!) verteidigen will. Tatsache ist auch, dass da eine Hälfte Jagdhund drinnen steckt, also wird auch das Lauf-Alter noch seine Tücken beinhalten.
Den Hund auszusperren wird schwierig, da meine Schwiegermutter im Rollstuhl durchs Haus fahren muss und daher die Türen nicht schnell genug schließen kann, da witscht der Hund immer durch.
Sie hat sich aber als fleißige Mitstreiterin erwiesen, da der Hund auch ihr zunehmend auf der Nase herumtanzt und hat jetzt eine Hundeschule für den Racker organisiert. Ich bin gespannt.

viele Grüße,
Ankawi
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Verfasst am: 28.01.2013 [20:07]
Ankawi
Super-Nanny
Themenersteller
Dabei seit: 16.04.2012
Beiträge: 61
Wer hätt's gedacht... außer Spesen nichts gewesen.

Nach einer dezenten Ansage, dass wir es begrüßen würden, wenn der Hund anständig erzogen wird des Kindes wegen, wurde erst einmal rumgetan und eine Hundeschule gesucht.

Die Hundeschule wurde dann nicht gefunden und der Gedanke auch gar nicht mehr weiter verfolgt.

Nun gibt es einen Onlinekurs mit wöchentlichen Lektionen - daß ich nicht lache. Die macht mit Sicherheit niemand. Zumindest kann ich in all den Monaten nicht behaupten, dass der Hund irgend etwas gelernt hätte oder sich anständiger benimmt.

Fazit: Ich hab drauf vertraut, dass das gemacht wird, fühle mich etwas hopsgenommen und der Hund ist immer noch ein unerzogener Flegel, der allen in die Füsse beißt, alles klaut und zerbeißt und ich habe nicht nur Angst um herunterfallende Spielzeuge und die Füße des Kindes. Das Kind möchte rollen und krabbeln, ich kann es aber keine Sekunde auf den Boden setzen ohne daß das Vieh sich einmischt.

Selbst bei mir mag ich nicht mehr zu Besuch einladen, weil der mir mein Veloursofa ruinieren wird (bringt ihm auch keiner bei, man hat ja Ledersofa, wir aber nicht). Und ein neues kann ich mir nicht leisten, da kann ich dann stattdessen Klappstühle hinstellen.

Dass wir nicht mehr kommen, bis das passiert ist, ist definitiv unmöglich. Sie wohnen eh sehr weit weg und mein Mann ist der absolute Familienmensch, der nicht dulden wird, dass Kind und Großeltern sich nicht sehen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.01.2013 um 20:09.]
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Verfasst am: 07.04.2015 [22:15]
joschasmama
Newbie
Dabei seit: 07.01.2013
Beiträge: 3
Hallo Ankawi, das ist ja eine verfahrene Situation! Der Hund ist sicher nicht das Problem, sondern Dein Schwiegervater. Es ist ja fast unmöglich für Dich, etwas zu verbessern, wenn er derart unbelehrbar und unwillig ist. Du MUSST Deinen Mann von der Problematik überzeugen und IHM das Messer auf die Brust setzen. Der Zustand ist einfach unzumutbar und viel zu gefährlich für das Kind. Er muss die Familienbrille absetzen und die Augen dafür öffnen, wie die Situation wirklich ist. Und zwar im Interesse der Großeltern-Enkel-Beziehung, die ansonsten nicht zustande kommen kann.

Hunde sind sehr kluge Tiere, sie lernen sehr schnell. Es ist auch möglich, dass der Hund andere Regeln zu befolgen versteht, wenn Ihr zu Besuch seid, als sonst in seinem Alltag mit Deinen Schwiegereltern. Ideal ist das natürlich nicht, aber mehr ist wohl nicht zu erwarten. Du soltest gemeinsam mit Deinem Mann einen klaren Verhaltenskatalog für den Hund für Eure Besuche aufstellen und die Massnahmen mit denen diese umzusetzten sind. Das könnt Ihr auch schriftlich machen und Deinen Schwiegereltern geben.

Wichtig ist, dass der Hund die Möglichkeit bekommt, Euer Kind kennenzulernen. Bisher wurde dieses hochinteressante Geschöpf aus verständlichen Gründen immer sofort aus seiner Reichweite gerissen, wenn er es untersuchen wollte. Nun kommt es darauf an, dem Hund zu ermöglichen, das Kind kennenzulernen, ohne Gefährdung des Kindes.

Euer Besuch muss für den Hund positiv besetzt werden und nicht mit inkonsequentem mal weggesperrt werden, mal angeschnauzt werden, mal gewähren lassen. Das verwirrt den Hund und er verbindet mit Euch diesen Ärger. Auch wenns nachvollziehbarer Weise Überwindung kostet, Ihr müsst erstmal nett zu dem kleinen kratzbürstigen Mistvieh sein. Ihn freudig begrüssen und vielleicht was Leckeres schenken...

Dann gillt es zu überlegen, wie der Hund Euer Kind "untersuchen" kann, ohne das Kind zu gefährden. Vielleicht schenkt ihr ihm erstmal ein getragenes und möglichst gründlich vollgesabbertes(!) Kleidungsstück des Babys (was ihr schon immer hässlich fandet und sowieso loswerden wolltet icon_wink.gif ) Wichtig ist, dass Ihr es dem Hund mit "großer Geste" überreicht und viel lobt, wenn er es beschnüffelt. Auch eine getragene Windel würde diesen Zweck sehr gut erfüllen, wenn man sich dazu überwinden kann...

Der Hund darf nicht einfach weggesperrt werden, damit sich das Baby mal von Eurem Arm trauen kann. Schon gar nicht, wenn das so halbherzig stattfindet, wie Du schilderst. Das steigert seine Neugier und Aufregung ins Unermessliche. Der Hund muss lernen zu ertragen, dass das Kind da ist und sich frei bewegen darf. Falls es wie es scheint nicht möglich ist, ihn mit Worten zum "Platz machen" und "Bleiben" zu bewegen, muss er in der Wohnung angeleint werden, und zwar so dass er seinen zugewiesenen Platz (Hundekorb oder in dem Fall wohl eher Sofa) aufsuchen kann. Die Leine sollte an einem Gegenstand (Heizkörper,...) befestigt sein und nicht von jemand gehalten werden. Allerding wär es gut, wenn sich anfangs Herrchen seelenruhig(!!!) neben ihn setzt, ihn zwar nicht übermäßig beachtet, aber doch beruhigt und auch lobt (und belohnt), wenn er sich entspannt. Zwischendurch muss sich Herrchen auch immer mal wieder dem Hund kurz so zuwenden wie sonst auch wenn Ihr nicht da seid. Der Hund muss das Kind gut sehen aber nicht erreichen können. Irgendwann muss er sich ja entspannen und sei es aus Erschöpfung. Ich hoffe er kläfft nicht die ganze Zeit bis dahin...

Das sollte man über die ganze Zeit des Besuchs so durchziehen, der Hund darf nicht ausgeschlossen werden! Man muss ihm unbedingt häufige und regelmäßige Entspannungspausen in Form von Spaziergängen und Toben geben. Erwünschtes Verhalten (=er ist ruhig) muss immer wieder bemerkt, gelobt und belohnt werden. So werden Eure Besuche für den Hund irgendwann zum Sahnehäubchen auf seinem ohnehin schon prinzengleichen Dasein und er wird Euren Besuchen entgegenfiebern icon_wink.gif

Euer Kind entwicket sich inzwischen weiter, es wird anfangen in der Wohnung der Schwiegereltern herumzukrabbeln, all das muss der Hund ertragen lernen. Allerdings ist wichtig, dass es auch für die Bewegungsfreiheit des Kindes eine Grenze gibt. Der Platz des Hundes bleibt seiner und wird vom Kind nicht erreicht. Da darf und soll sich der Hund sicher sein.

Ich weiss nicht wie Euer Besuchsrhythmus ist (vielleicht alle paar Wochen mal ein Wochenende?), Jedenfalls, wenn sich auf die Weise irgendwann mal eine Besserung zeigt, sollte man vorsichtig versuchen, den Hund näher ans Kind zu lassen. Ihr solltet schon eine Weile bei den Schwiegereltern sein und bei diesem Besuch sollte sich der Hund schon von Anfang an nicht mehr übermäßig aufgeregt haben (freuen darf er sich natürlich, denn Ihr seid ja jetzt seine neuen besten Freunde). Wenn also der Hund dann schon nur noch gelangweilt von Eurem Kind scheint sollte sich mal jemand (nicht das Herrchen (!) mit (ebenfalls gerade entspanntem) Kind neben den Hund setzen. Vielleicht sitzt auch Herrchen auf der anderen Seite neben Hundi und krault sowieso gerade gedankenverloren... (schön weitermachen als wär nichts!) Herrchen ist darauf vorbereitet, sofort zuzupacken, sollte Hundi diesem Vertrauensbeweis Eurerseits noch nicht gewachsen sein. Ihr seid IN JEDEM FALL und IMMER legitimiert, Euer Kind zu schützen (klärt vorher mit Herrche n ab, dass Ihr im Zweifelsfalls promt und hart reagiert und welche Mittel Ihr einsetzen würdet.

Aber idealerweise ist der Hund zu diesem Zeitpunkt schon so sehr an Euer Kind gewöhnt, dass alles ruhig abläuft. Idealer Weise sind alle Beteiligen dabei auch innerlich ruhig, denn Hunde (und Kinder) sind dafür sehr sensibel. Aber das ist leicht gesagt. Ich wünsche von Herzen im Interesse aller, aber vor allem Eures Kindes, dass Ihr die Situation gut in den Griff bekommt.

Viele liebe Grüße!
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