Diskutieren Sie in unserem Elternwissen-Forum über die Familien-Themen, die Sie interessieren: Kindererziehung, Kindergesundheit, Kinderernährung, Schule, Lernen und vieles mehr! Bitte sehen Sie sich unsere Diskussionsregeln vorher an.

Thema ohne neue Antworten

Noch nicht fit für die Grundschule???

Autor Nachricht
Verfasst am: 16.06.2011 [11:53]
Sonnenschein74
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 18.03.2011
Beiträge: 27
Hallo,unser Sohn wird Anfang Juli 6 Jahre alt und kommt im September in die Grundschule.
Er ist ein ehemaliges Frühchen,mußte 5 Wochen vor Termin per Not-KS geholt werden.Er lag danach 10 Tage auf der Kinder-Intensiv,weil er seine Körpertemperatur nicht regulieren konnte,öfters mal in den Unterzucker rutschte(ich bin Diabetikerin)und vom Gewicht her sehr zart war(er wog bei der Geburt 2225g und war 46 cm groß).Ansonsten hatte er damals keine Probleme.Seine Entwicklung verlief relativ gut,nur hat er mit 3 Jahren noch nicht gesprochen und wir sind bis heute in Logopädie.Das Sprechen klappt jetzt so gut,daß man meinen könnte,es wäre schon immer so gewesen.Nur die Zischlaute machen ihm noch ein bißchen Mühe.Ansonsten hat er einen Wortschatz,daß ich selbst manchmal die Ohren anlege.Auch Satzbau usw. haben ihm während der Logo nie Probleme gemacht.Auch motorisch hing er hinter gleichaltrigen Kindern etwas hinterher.Er wirkt etwas schwerfälliger als andere,bewegt sich aber gern und viel.Wir waren oft mit ihm bei der Kinderfrühforderung,der Arzt dort meinte,er wäre 4-6 Monate zurück,aber es waren keine so gravierenden Rückstände.Er bekam 1 Jahr lang Heilpädagogik,während der er große Fortschritte machte.Als die HP endete,sagte mir seine "Helferin",daß sie sich keine Gedanken macht,wenn er in die Schule kommt.Seit dem letzten Jahr bekommt er nun noch Motopädie,um die motorischen Rückstände noch etwas zu verbessern.Auch die Motopädin ist der Meinung,daß er die Schule packt,da sich seine Konzentration usw sehr verbessert hätte.Anfang des Jahres waren wir zur Schuluntersuchung,auch dort war man der Meinung,daß alles viel besser geworden ist,und wir nur zuhause noch ein paar Konzentrationsübungen mit ihm machen müßten,ansonsten hielt man ihn für schultauglich und war auch der Meinung,daß er dort keine allzu großen Probleme haben würde.Wir sollten ihn nur möglichst weit vorn sitzen lassen in der Schule,da er sehr weitsichtig ist(trägt deswegen auch eine Brille) und damit er sich nicht so ablenken läßt von anderen Kindern.Beim Anmelden in der Grundschule wurde ja auch ein kleiner Test mit ihm gemacht,während dem keine Auffälligkeiten festgestellt wurden außer der Sache mit den Zischlauten.
Heute war seine KiGa-Gruppe mit allen Kindern,die dieses Jahr eingeschult werden,für 2 Stunden in der Grundschule,wo die Kinder wohl ein paar Arbeitsblätter machen sollten,also eine kleine Eingewöhnung.Er war vorher etwas ängstlich,weil er der Meinung war,die wollen dort was von ihm wissen,was er noch nicht kann.Ansonsten hat er sich eigentlich drauf gefreut.
Jetzt hab ich aber gerade mit seiner Erzieherin gesprochen,die mit in der Schule war,und sie meinte,es wäre ihm sehr schwergefallen,die 2 Stunden ruhig sitzen zu bleiben.Er hätte auch mehrmals nachfragen müssen,weil er etwas nicht richtig verstand,und die Lehrerin hätte ihm einige Male zeigen müssen,was sie von ihm wollte.Nun mach ich mir natürlich große Sorgen,daß die Prophezeihungen all der Experten doch nicht stimmen,und er nun vielleicht doch Probleme in der Schule bekommen wird.Wobei ich dazu sagen muß,daß besagte Erzieherin ihn immer schon sehr unterschätzte,oft sagte,er mache viel Streß im KiGa(was andere nicht bestätigten),und er könne so schlecht sprechen und keine Zahlen und Farben unterscheiden usw.Das hörte erst auf,als ich mit seiner Logopädin und seiner Heilpädagogin in den KiGa marschierte,und die der Erz. ihre Sicht der Dinge darstellten.Danach konnte er plötzlich alles und war auch nicht mehr Verhaltensauffällig.Er ist auch eines der jüngsten Kinder,die eingeschult werden,fast alle anderen sind ein halbes Jahr älter als er(und das "bemängelte" schon die Heilpädagogin).
Was meinen Sie?Muß ich mir Sorgen machen?Kommt das alles von ganz allein,wenn er erstmal in der Schule ist?Wenn er also merkt,daß das kein Spiel ist,sondern jetzt ernst?
Ich danke im Voraus für die Antwort,und eventuelle Tipps anderer Eltern.Wie ist es euch mit vergleichbarem Kind gegangen?
Danke!!!
Antworten Profil
Verfasst am: 20.06.2011 [12:34]
Sonnenschein74
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 18.03.2011
Beiträge: 27
Hallo,ich warte ganz dringend auf Antwort betreffend vorbezeichnetem Problem.Danke.
Antworten Profil
Verfasst am: 20.06.2011 [19:51]
doris
Alter Hase
Dabei seit: 04.04.2008
Beiträge: 39
Hallo, ich bin zwar nicht die gewünschte "Fachfrau" aber bei uns gibt es an mehreren Schulen das erste Schuljahr auf 2 Jahre verteilt. Das finde ich für knapp 6jährige eh eine gute Idee. Vielleicht gibts das bei Euch auch auch? LG Doris
Antworten Profil
Verfasst am: 21.06.2011 [13:59]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Liebe Leserin,

ich kann Ihren Sorgen hinsichtlich der Einschulung Ihre Kindes gut verstehen!

Was sagt Ihr Sohn denn zu der Sache? Ist die Schule denn schon Thema für ihn? Hat er viele Freunde oder einen besten Freund aus dem Kindergarten, die jetzt im September in die Schule gehen oder spielt er vorranging mit jüngeren Kindern, die auf jeden Fall noch im Kindergarten bleiben werden?

Was ist denn Ihr Bauchgefühl, wenn Sie daran denken, dass Ihr Sohn bald in die Schule kommen wird? Sind Sie persönlich eher zuversichtlich, dass er es schon packen wird oder haben Sie Angst, dass es Probleme geben könnte?

Diese beiden Seiten sollten Sie zuerst einmal gut durchdenken. Sie müssen Ihren Sohn ja durch die Schulzeit begleiten und ihn bei eventuell auftretenden Problemen unterstützen.

Ich selbst habe schon drei Mal eine erste KLasse unterrichtet und war als Kooperationslehrerin tätig (war ein Mal die Woche einen Nachmittag lang bei den zukünftigen Schulanfängern udn habe mit ihnen erste schulähnliche Dinge unternommen, um ihre Schulfähigkeite zu überprüfen und ggf. mit den Eltern Rücksprache zu halten). Aus dieser Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es für manche Kinder durchaus sinnvoll ist, noch ein Jahr länger im Kindergarten zu bleiben, damit sie dann selbstbewusst in die erste Klasse kommen können. Allerdings kann ich nicht generell sagen, dass es gut ist, ein Kind zurückzustellen, weil man Probleme befürchtet.

Der Schulanfang ist für alle Kinder ein einschneidender Moment und es gibt immer wieder Kinder, die man zuvor für schulreif gehalten hat, die dann plötzlich große Schwierigkeiten mit der Veränderung haben. Auch die andere Seite gibt es: Kinder, die mit dem Tag des Schulanfangs plötzlich "groß" sind und alles mit links machen. Von daher finde ich es schwer, genaue Prognosen darüber abzugeben, ob eine Kind Schwierigkeiten in der ersten Klasse bekommen wird oder nicht.

Aber sicher gibt es Kriterien, die für oder gegen eine Einschulung sprechen. Sie haben nun vier Meinungen bezüglich der Schulreife Ihres Sohnes erhalten, wobei drei davon pro und eine davon contra Schule waren. Ich würde die Meinung der Erzieherin keineswegs unterschätzen, da diese Ihren Sohn ja täglich sieht und ihn im Zusammenspiel mit anderen Gleichaltrigen sieht. Selbstverständlich sind auch die Meinungen der Logopädin und Motopädin und die Ergebnisse der Schuluntersuchung von Bedeutung. Bitte bedenken Sie aber, dass diese Personen Ihr Kind immer alleine und nur kurze Zeit gesehen haben.

Gibt es denn an einer Schule in Ihrer Nähe eine Grundschulförderklasse, d.h. eine Klasse, in der Kinder, die später eingeschult werden, anstatt einfach weiter in den Kindergarten zu gehen, ein Jahr lang gezielt auf die Schule vorbereitet werden (gibt es hier bei uns in Baden-Württemberg an einzelnen Schulen). Oder gibt es, wie von der Userin oben vorgeschlagen, eine Schule, die eine erste Klasse anbietet, die zwei Jahre lang läuft bzw. eine kombinierte Klasse 1/2, in der die Kinder die erste Klasse auch langsamer durchlaufen können?
Diese Möglichkeiten könnten in Ihrem Fall sicherlich hilfreiche Alternativen zur "normalen" Schule sein.

Ich kann Ihnen leider keine abschließende Antwort drauf geben, ob Sie Ihr Kind im September in die Schule schicken sollen oder ob es Sinn macht, noch ein Jahr zu warten. Ich hoffe aber, ich konnte Ihnen ein paar Anregungen oder Denkanstöße geben.

Alles GUte!
Ihre Annette Holl

Mein E-mail-Newsletter:
[URL="http://www.elternwissen.com/newsletter/lernbrief.html"] Elternwissen.Lerntipps[/URL]
Antworten Profil
Verfasst am: 22.06.2011 [12:13]
Sonnenschein74
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 18.03.2011
Beiträge: 27
Liebe Frau Holl,
danke erstmal für die Antwort.
Also,ich habe mittlerweile noch einmal persönlich mit der besagten Erzieherin gesprochen(das erste Gespräch fand ja am selben Tag telefonisch statt).Sie sagte mir,daß die eigentlichen Grundschüler,bei denen die Gruppe mitgemacht hat,allen Kindern aus dem KiGa geholfen haben,und nicht nur meinem Sohn,wie sie es ursprünglich sagte.Das Problem war wohl auch nicht,daß er die Aufgabe an sich nicht verstand,sondern daß er wohl ziemlich "panisch" war,als sie im Klassenzimmer waren.Sie sagte mir,sie hätte ihm gesagt,er solle sich dort hinsetzen,und das hat er wohl gar nicht so richtig mitgeschnitten und im Gegenzug wohl mehrmals zu ihr gesagt,er wisse ja gar nicht,wo er sich hinsetzen solle.Dann war es wohl so,daß er irgendwie nach Ausreden suchte,so mußte er zB auf Toilette oder unbedingt jetzt sofort was trinken,weil er sonst verdurstet.Sie meinte,daß sie darüber ziemlich schockiert war,weil sie eigentlich von dem,wie er mittlerweile im KiGa ist,davon ausging,er würde das im "vorübergehen" meistern.Als mein Sohn dann nach Hause kam,hab ich mit ihm gesprochen.Er fand es toll in der Schule.Als ich ihm sagte,daß seine Erz. den Eindruck hatte,er habe dort Angst gehabt,sagte er ganz kleinlaut,das stimmt.Auf meine Frage,warum er Angst hatte,sagte er wörtlich:weil ich mich dort nicht auskannte,ich wußte ja nicht einmal,wo das Klo ist.Er hat mich auch gleich gefragt,ob wir nach dem Essen ein paar Übungen machen können.Wir haben ihm so eine Vorbereitungsmappe für die Grundschule gekauft,mit erstem Rechnen,Schreiben,Konzentrationsübungen und logischem Denken.Davon machen wir fast jeden Tag einige Aufgaben,was ihm viel Spaß macht.Da sitzt er still,hört gut zu,ist aufmerksam und macht das richtig klasse.Rechenaufgaben zB will er immer ganz alleine machen,und sie sind alle richtig.Und er kommt von sich aus und will es machen,es ist nicht so,daß ich damit hinter ihm herlaufen muß.Wir haben am selben Tag auch noch an einem von den Arbeitsblättern weitergemacht,die sie in der Grundschule gemacht haben.Auf einem mußten sie mit Lineal Formen nachzeichnen,und er wußte genau,was er da machen muß und hat es mir ganz stolz erklärt.Von daher hab ich eigentlich keine Angst,das es in der Schule schiefgeht.Das Argument von der Erz. unterschätze ich nicht,im Gegenteil hat es mich ja sehr verunsichert.Aber es ist schon so,wie ich auch schon schrieb,daß sie meinem Sohn irgendwie noch nie was zutraute und immer pauschal sagte,das kann er nicht.Zuhause aber konnte und kann er alles.Er ist auch nicht der einzige,der Probleme mit ihr hat.In diesem Jahr haben schon 2 Kinder die Gruppe gewechselt,weil sie Angst vor ihr hatten und wieder eingenäßt haben.
Eine Zurückstellung ist auch keine Option für uns,da sich mein Sohn auf die Schule freut und mittlerweile im KiGa langweilt.Er sagt oft,das sei doch für Babys.Er ist mächtig stolz,bald ein Schulkind zu sein,zeigt seinen Freunden seinen Ranzen usw.Er findet auch die Schulkinder-Aktivitäten im KiGa toll,u.a. Englischunterricht,wo er toll mitmacht und schon richtig viel kann.Aus seiner Gruppe kommen insgesamt 8 Kinder in die Schule,darunter seine 3 besten Freunde.Er freut sich wirklich riesig drauf.Er sagt auch oft,daß er eigentlich nicht mehr in den KiGa gehen will.
Bei der Schuluntersuchung war man ja auch der Meinung,daß er das packt.Als ich damals meine Bedenken dort ansprach,hieß es,man könne ihn auch nur zurückstellen,wenn er körperlich und geistig nicht dazu in der Lage sei,das sei aber nicht der Fall.Die Ärztin meinte,er packe das,zumal es so sei,daß die Kinder in den 4 Grundschuljahren 3 Klassen schaffen müssen.
Anfang 2010 war auch noch eine Sprachförderschule im Gespräch,davon hat man sich jetzt aber verabschiedet,weil er mittlerweile sehr gut spricht.
Antworten Profil
Verfasst am: 22.06.2011 [20:21]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Liebe Leserin,

na, das hört sich doch alles sehr gut an, was Sie da bezüglich der Motivation Ihres Sohnes schreiben! Mit dieser Einstellung ist er auf dem absolut richtigen Weg zum Schulanfang. Er möchte gemeinsam mit seinen Freunden in der Klasse sein, macht schon jetzt freiwillig Übungen für die Schule und sämtliche Meinungen (außer der etwas abgeschwächten Version der Erzieherin) sprechen für seine Einschulung im September.

Dann sollten Sie ihn bei diesem Schritt auf jeden Fall unterstützen!

Seine Ängste vor der neuen Umgebung, den unbekannten Anforderungen und der neuen Situation sind völlig normal und treten bei vielen Kindern auf. Darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen!

Sprechen Sie einfach viel mit ihm über die Schule, unterstützen Sie ihn darin, bei Fragen auf die neue Lehrerin zuzugehen oder ihnen von seinen Gedanken zu erzählen, damit Sie ihn ggf. unterstützen können.
In den ersten Schultagen und -wochen wird besonders viel Wert darauf gelegt, dass sich die Schulanfänger in der Klasse und Schule zurechtfinden. Da wird bestimmt eine Führung gemacht, bei der den Kindern alle Räume (die Turnhalle, der Zeichensaal, die Toiletten, das Rektorat usw.) gezeigt werden, damit sie sich sicher fühlen. Das wird Ihrem Sohn helfen.

Schauen Sie sich einmal in der Bücherei oder in einer Buchhandlung um. Es gibt viele nette Bücher zum Schulanfang, die Ihrem Sohn bestimmt helfen, seine Ängste und Sorgen als etwas anzuerkennen, das auch andere Kinder haben.

Liebe Grüße von Annette Holl


Mein E-mail-Newsletter:
[URL="http://www.elternwissen.com/newsletter/lernbrief.html"] Elternwissen.Lerntipps[/URL]
Antworten Profil


Antworten
Elternwissen per E-Mail

Ja, ich möchte regelmäßig und gratis informiert werden über:

Expertenwissen
Videos & Podcasts

Werde Fan von Elternwissen

Gratis Tests, Checkliste und Tools

Tests, Tools und Checklisten